NSA-SkandalZuckerberg wirft Obama Versagen wegen Überwachung vor

Mit öffentlichen Stellungnahmen wehren sich US-Internetfirmen in der NSA-Spionage-Affäre. Zuckerberg sieht die Regierung als Schuldigen und fordert bessere Aufklärung.

Facebook CEO Mark Zuckerberg

Facebook CEO Mark Zuckerberg  |  © Robert Galbraith/Reuters

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat die Internetspionage durch den US-Geheimdienst NSA ungewöhnlich scharf kritisiert. "Ich denke, die Regierung hat es vergeigt", sagte er auf einer Technologiekonferenz in San Francisco. Als Regierungsvertreter erklärt hätten, man spioniere keine Amerikaner aus, sei das für ein weltweit tätiges Unternehmen wie Facebook nicht gerade hilfreich gewesen. "Das war echt übel."

Es sei sein Job und der von Facebook, alle zu schützen, die Facebook nutzen, sagte Zuckerberg. Er wünsche sich, dass die Regierung von sich aus mehr dazu beitrage, die Sache aufzuklären. Facebook und andere Internetkonzerne wie Yahoo, Microsoft und Google fordern in der Öffentlichkeit und mit Klagen vor einem Geheimgericht, dass sie den Umfang der geheimdienstlichen Anfragen bekanntgeben dürfen. Die Internetfirmen fürchten einen Vertrauensverlust bei den Nutzern und damit letztlich geschäftliche Einbußen.

Anzeige

"Wenn Du Dich nicht fügst, ist es Landesverrat", hatte Yahoo-Chefin Marissa Mayer zuvor auf der gleichen Konferenz gesagt, die von der Technologie-Website TechCrunch veranstaltet wurde. "Wir halten bei Anfragen dagegen", sagte sie. Mayer zeigte sich bei dem Thema aber insgesamt zurückhaltender als Zuckerberg. Bislang hatten sich vor allem die Chefjustiziare der Internetfirmen zur Internetspionage geäußert.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. und zeigt mit dem Finger auf die US-Regierung.

    Ist das jetzt ein PR-Gag oder wie ist das zu verstehen? Leidet dieser Mensch an kognitiver Dissonanz? Facebooks Geschäftsmodell besteht darin, das Leben seiner Mitglieder bis ins kleinste auszuforschen, deren (Konsum)Präferenzen vorherzusagen und diese Informationen an Unternehmen zu verkaufen.

    Und dann stellt sich Herr Zuckerberg hin und weint über die Spionage durch die NSA.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • alsti
    • 12. September 2013 10:38 Uhr

    Der Unterschied ist, dass die Anmeldung bei Facebook ein freiwilliger Schritt ist und die Eingabe von Daten selbstbestimmt ist. Wenn man das nicht möchte, kann man sich einfach nicht dort anmelden. Mir wäre nicht bekannt, dass mir diese Möglichkeit bei der NSA gegeben wäre..

  2. dass der Nutzer von Facebook wissen kann, welche Daten von ihm vorhanden sind, das kann man nämlich erfragen. Wüsste nicht dass das bei der NSA auch ginge.

    Natürlich ist es fragwürdig, was Facebook macht, aber mit dem geheimen abfischen von Mails und dem knacken von verschlüsselungsstandards hat das rein gar nichts zu tun. Etwas weniger Polemik und eine differenzierte Betrachtung sind - wie eigtl immer - hilfreich.

    via ZEIT ONLINE plus App

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • reveur
    • 12. September 2013 10:05 Uhr

    Das sehe ich anders. Sicherlich haben Sie rech indem man "angeblich" alle Daten die über einen bei FB gespeichert sind abrufen kann, aber auch da ist ja schon nachgewiesen, dass nicht alle herausgegeben werden.

    Insgesamt bleibt aber festzustellen, wenn FB und Co. nicht mit der Sammelei angefangen hätten, hätte die staatl. Überwachung noch eine weit geringere Dimension.

    • reveur
    • 12. September 2013 10:00 Uhr

    Hätten Zuckerberg, YAHOO, google und Co nicht damit begonnen uns bis auf's kleinste Detail auszuspionieren und komplettte, quasi gebrauchsfertige Profile über uns zu erstellen, so hätten NSA, GCHQ, BND und Co es sehr sehr sehr viel schwerer mit ihrer Schnüffelei. Bah pfui wie heuchlerisch und unaufrichtig ist das jetzt!!

    2 Leserempfehlungen
    • B.dacht
    • 12. September 2013 10:02 Uhr

    ... (zumindest nach dem, was in diesem Artikel berichtet wird), sondern dass die Regierung die Lage mit einer nur national begründeten Schutzbeschwichtigung zu rechtfertigen versucht.
    Es klingt eher so, als sähe er solcher Art Handeln weniger als demokratiefeindlichen Vertrauensbruch als vielmehr geschäftsschädlich.

    Eine Leserempfehlung
    • reveur
    • 12. September 2013 10:05 Uhr

    Das sehe ich anders. Sicherlich haben Sie rech indem man "angeblich" alle Daten die über einen bei FB gespeichert sind abrufen kann, aber auch da ist ja schon nachgewiesen, dass nicht alle herausgegeben werden.

    Insgesamt bleibt aber festzustellen, wenn FB und Co. nicht mit der Sammelei angefangen hätten, hätte die staatl. Überwachung noch eine weit geringere Dimension.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hätte wäre wenn, die NSA und vorallem die CiA haben schon in den 60er Jahren Daten gesammelt ohne Ende. Staatliche Geheimdienste sammeln immer unerlaubt Daten, aus Angst der Bürger könnte aufbegehren.
    Facebook und Co sammeln Daten die sie ihnen zur Verfügung stellen freiwillig und genau wie es im Artikel angebrochen wird, auf Unternehmen können sie Druck ausüben, wenn sie damit nicht zufrieden sind bzw verlieren die Firmen Kunden. Als Beispiel sei Sony angebracht, dessen Aktienkurs extrem eingebrochen ist nach dem Kreditkartenskandal. Umfragewerteinbussen haben keine Auswirkungen, wenn keine Wahl ist und sie können schlecht ihre Staatsbürgerschaft abgeben.
    Der Staat ist wie immer ein unkontrollierbares Monstrum das ein paar wenigen hilft und die Rechte aller beschränkt.

    "wenn FB und Co. nicht mit der Sammelei angefangen hätten, hätte die staatl. Überwachung noch eine weit geringere Dimension"

    Im Gegenteil, ich wage zu behaupten, wenn die Gesellschaft durch facebook, Google und diverse Hackerangriffe nicht grund-sensibilisiert wäre, könnte die NSA noch lange ungestört weitermachen.

    • alsti
    • 12. September 2013 10:38 Uhr

    Der Unterschied ist, dass die Anmeldung bei Facebook ein freiwilliger Schritt ist und die Eingabe von Daten selbstbestimmt ist. Wenn man das nicht möchte, kann man sich einfach nicht dort anmelden. Mir wäre nicht bekannt, dass mir diese Möglichkeit bei der NSA gegeben wäre..

    2 Leserempfehlungen
    • Soran
    • 12. September 2013 10:48 Uhr

    Facebook sammelt nicht nur daten über Personen, die sich da angemeldet haben ...
    Ich bekomme mindestens einmal pro woche Mails mit "wollen sie nicht facebook beitreten", natürlch gleich mal mit ner Liste von Kolegen, Leuten, die ich in meiner Kontaktliste auf Outlook gespeichert habe usw. usf. Demenstprechend habe sie Daten von mir, ohne dass ich je auf Facebook angemeldet war ... Von freiwilligkeit kann bei sowas also überhauptnicht die rede sein.

    PS: https://de.wikipedia.org/...

    4 Leserempfehlungen
  3. 8. Achne

    Hätte wäre wenn, die NSA und vorallem die CiA haben schon in den 60er Jahren Daten gesammelt ohne Ende. Staatliche Geheimdienste sammeln immer unerlaubt Daten, aus Angst der Bürger könnte aufbegehren.
    Facebook und Co sammeln Daten die sie ihnen zur Verfügung stellen freiwillig und genau wie es im Artikel angebrochen wird, auf Unternehmen können sie Druck ausüben, wenn sie damit nicht zufrieden sind bzw verlieren die Firmen Kunden. Als Beispiel sei Sony angebracht, dessen Aktienkurs extrem eingebrochen ist nach dem Kreditkartenskandal. Umfragewerteinbussen haben keine Auswirkungen, wenn keine Wahl ist und sie können schlecht ihre Staatsbürgerschaft abgeben.
    Der Staat ist wie immer ein unkontrollierbares Monstrum das ein paar wenigen hilft und die Rechte aller beschränkt.

    Antwort auf "@marcus b."

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, fin
  • Schlagworte Google | Marissa Mayer | Microsoft | Überwachung | Yahoo | Facebook
Service