Snowden-EnthüllungenNSA spioniert internationalen Zahlungsverkehr aus

Laut Snowden-Informationen sammelt die NSA Millionen Daten über Kreditkartenbuchungen und Auslandsüberweisungen. Die Netze von Finanzinstituten seien gehackt worden.

Der US-Geheimdienst NSA überwacht offenbar einen Großteil des internationalen Zahlungsverkehrs. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden. Demnach gebe es bei der NSA eine eigene Abteilung mit dem Namen Follow the Money, die auf das Ausspähen von Banken und Kreditkartenunternehmen spezialisiert sei.

So sei es Agenten gelungen, in das Datennetz der Kreditkartenfirma Visa einzudringen. Der Geheimdienst habe sich vor allem für Transaktionen von Visa-Kunden in Europa, im Nahen Osten und in Afrika interessiert. Die Informationen speichere die NSA in der Datenbank Tracfin, im Jahr 2011 habe sie 180 Millionen Datensätze enthalten.

Anzeige

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass der Geheimdienst offenbar auch Informationen über Auslandsüberweisungen abgegriffen hat. Das berichtete der brasilianische Sender Globo TV, auch unter Berufung auf Snowden-Dokumente. Dafür sei die NSA in das Netzwerk der Genossenschaft Swift eingedrungen. Das ist eine in Brüssel ansässige Organisation, über die Tausende Banken ihren internationalen Zahlungsverkehr abwickeln.

Die Ausspähung des Swift-Netzwerks hat besondere Brisanz: Die USA bekommen bereits gemäß dem Swift-Abkommen mit der EU Informationen über internationale Transaktionen – allerdings unter Berücksichtigung von Datenschutzbestimmungen. Diese hat die NSA möglicherweise mit ihren Ausspähungen umgangen.  

Bereits Anfang Juli hatte das EU-Parlament damit gedroht, das Swift-Abkommen auszusetzen. Es reagierte auf Berichte über das Spionageprogramm Prism, mit dem die NSA Teile des Internets überwacht. Damals war aber noch nicht bekannt, dass auch das Swift-Netzwerk angezapft wurde.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Sikasuu
    • 15. September 2013 12:35 Uhr

    ..... das Swift-Abkommen auszusetzen.
    ####
    Wir haben jetzt September. UND?
    .
    Swift, Freihandelsabkommen usw..... alles auf Eis legen.
    .
    Wenn sich ein Nachbar wie die "Axt im Wald" verhält, ihm Grundlegende Sozialverhaltensweisen fehlen (im Fall der USA grundlegendes demokratisches Handeln), kann er auch nicht mehr davon ausgehen, das ich ihm helfe wenn er ein Problem lösen muss!
    .
    Kopfschüttelnde Gruesse
    Sikasuu

    21 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wenn Syrien, Iran oder Nordkorea Daten in dem Ausmaß wie die NSA es tut sammeln würden? Ich hab da eine vage Vorstellung ...

    Rote Linien hat die US-Regierung mE damit längst überschritten, auch wenn es wieder einmal mit Terrorabwehr gerechtfertigt werden wird. Ich schließe mich an:

    "Swift, Freihandelsabkommen usw..... alles auf Eis legen."

    Die USA sollte isoliert werden, faktisch, wirtschaftlich, politisch.

  1. wenn Syrien, Iran oder Nordkorea Daten in dem Ausmaß wie die NSA es tut sammeln würden? Ich hab da eine vage Vorstellung ...

    Rote Linien hat die US-Regierung mE damit längst überschritten, auch wenn es wieder einmal mit Terrorabwehr gerechtfertigt werden wird. Ich schließe mich an:

    "Swift, Freihandelsabkommen usw..... alles auf Eis legen."

    Die USA sollte isoliert werden, faktisch, wirtschaftlich, politisch.

    15 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Menina
    • 15. September 2013 13:15 Uhr

    wirtschaftlich, politisch."

    Volle Zustimmung. Und dazu noch sämtliche Kommunikation einstellen: politisch, geschäftlich und privat. Zumindest für eine Weile. Wäre doch mal interessant, wie die Reaktion ausfiele, wenn die USA nur noch ein weltweites leises Rauschen vernehmen und sonst NICHTS.

    • Menina
    • 15. September 2013 13:15 Uhr

    wirtschaftlich, politisch."

    Volle Zustimmung. Und dazu noch sämtliche Kommunikation einstellen: politisch, geschäftlich und privat. Zumindest für eine Weile. Wäre doch mal interessant, wie die Reaktion ausfiele, wenn die USA nur noch ein weltweites leises Rauschen vernehmen und sonst NICHTS.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich finde Ihren Vorschlag voll gut, die USA voll zu isolieren. Privat und gesellschaftlich und wirtschaftlich. Wenn wir alle am selben Strang ziehen und keine Produkte mehr benutzten, die in USA hergestellt oder entwickelt wurden, dann schauen die Amis schön blöd aus der Wäsche. Lasst uns die USA beukottieren. Jetzt!

  2. >> So sei es Agenten gelungen, in das Datennetz der Kreditkartenfirma Visa einzudringen. <<

    ... auf der Website mit folgenden Worten:

    "Sicherheit hat für Visa Europe höchste Priorität. Wir sorgen für ein sicheres Zahlungssystem, schützen Karteninhaber, Händler, unsere Mitglieder sowie Unternehmen, und tragen zum Wachstum bei."

    Offensichtlich handelt es sich dabei um irreführende Werbung, denn von einem sicheren Zahlungssystem kann keine Rede sein, wenn der Kunde befürchten muss, ins Visier der Geheimdienst zu geraten. Wenn die US-Regierung nicht reagiert, wird man US-Unternehmen wohl beim Wort nehmen und gegen solche Werbeaussagen vorgehen müssen. Sobald die Wirtschaft betroffen ist, wird Bewegung in die Sache kommen.

    Weitere Voraussetzung: die richtige Wahlentscheidung am kommenden Sonntag. Wenn Mißfelder meint, die NSA-Affäre sei kein Thema der Politik, dann brauchen wir eine andere Politik.

    13 Leserempfehlungen
  3. Und das sind unsere EU-Politiker.
    Waehrend der Oeffentlichkeit der NSA Skandal zu kompliziert ist um die extreme Gefahr eines Ueberwachungsstaates zu erkennen, handelt das LIBE Komitee wie es sollte. Am 05. September sind die ersten Anhoerungen aufgenommen worden zum "LIBE Committee Inquiry on Electronic Mass Surveillance of EU Citizens". Da diesen aufgeklaerten, intelligenten und sehr besorgten Menschen das Ausmass dieser Affaere Angst macht, nehmen Sie ihren Beruf ernst, stellen die richtigen Fragen, lassen die Menschen zu Wort kommen, auf die keiner hoert -die auch genau das zum Ausdruck bringen, was wir alle denken-. Ein hoch auf diese professionelle Arbeit! Keiner kriegt davon was mit, auch wenn die Anhoerungen extra und zum ersten Male live per Stream uebertragen werden, da das Komitee der Meinung ist, dass JEDER an dieser Debatte teil haben sollte.

    Ich bin gespannt wer noch so alles eingeladen wird. Die Untersuchung soll bis Ende des Jahres fertig sein. Sehr sportlich!

    Wer es verpasst hat kann sich die Sitzung beim Putzen mal anhoeren. Von besonderem Interesse sind Alan Rusbridger, Jakob Appelbaum und John Campbell. Aber die anderen sind auch gut anzuhoeren.
    http://www.youtube.com/watch?v=Cu6accTBjfs

    Hier noch der Terminkalender der naechsten Uebertragungen:
    http://www.europarl.europa.eu/committees/en/libe/home.html

    3 Leserempfehlungen
  4. Mir ist die aktuelle Bundesregierung in dieser Thematik mittlerweilen wurscht. Die werden NICHTS gebacken kriegen um die Rechte ihrer Buerger zu schuetzen und von egal welcher Koalition nach den Wahlen ist nichts anderes zu erwarten. Hoechstwahrscheinlich koennen wir uns auf 4 weitere Jahre der Beleidigungen unserer Intelligenz durch Pofalla und Friedrich freuen.

    Nur 2 Organe sind noch mit ausreichend Menschen mit Verstand fuer Gerechtigkeit besetzt: Unser Bundesverfassungsgericht und Teile des EU Parlaments.
    Kein Medium Berichtet ueber die Arbeit der EU in dieser Sache, der Skandal kann gerne weiter aus den Medien, dem Wahlkampf und dem Gedaechtniss der Buerger verschwinden. Nachdem Ich die Aufnahme gesehen habe, ist doch ein Stueck Hoffnung zurueckgekehrt, dass es Menschen gibt, die ihr Volk und das Volk ihrer Nachbarn und Partner verteidigen und anstaendig vertreten wollen, ohne dabei ihm Rampenlicht zu stehen. Ich kann nicht verstehen warum Bruessel als das Abstellgleis der Parteien gilt. Bruessel hat in den letzten Jahrzehnten weitaus mehr Gesetze erlassen, die uns Deutsche betrifft als unsere Regierung. Da wird die Politik gemacht, die uns direkt beeinflusst.

    5 Leserempfehlungen
    • doof
    • 15. September 2013 13:39 Uhr

    sieht man sich die Welt und ihre Player so an, in vielen Bereichen endlich einen vollständigen Reset starten.
    Die Juden kannten das "Erlassjahr", eine Zeit alle 50 Jahre, in der ein solcher Reset stattfand, z.B. Schulden erlassen wurden. Sklaven befreit und Land zurück gegeben wurde - "GeRechtigkeit" also wieder hergestellt wurde.
    Ich wäre sehr dafür, diese Tradition wieder neu zu beleben und für alle Regierungen (und vielleicht sogar Gesellschaftssysteme) in regelmässigen Abständen verpflichtend zu machen, zu reflektieren und sich auf die bestehenden ethischen und moralischen Grundsätze zu besinnen, und dies gerne zu entsprechend modernerer Gegebenheiten zu modifizieren- und dann- einen Reset hinzulegen dort, wo man deutlich Grenzen überschritten hat!

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • GDH
    • 16. September 2013 12:31 Uhr

    passend dazu:
    "Demokratie ist wie ein Virenscanner: Ohne Update ist sie irgendwann nicht mehr wirksam."

    Die genaue Quelle weis ich nicht mehr. War irgendeine Piratenpublikation.

    • Andre T
    • 16. September 2013 13:15 Uhr

    "Die Juden kannten das "Erlassjahr", eine Zeit alle 50 Jahre, in der ein solcher Reset stattfand, z.B. Schulden erlassen wurden. Sklaven befreit und Land zurück gegeben wurde - "GeRechtigkeit" also wieder hergestellt wurde."

    Also koennen sich die Einwohner der WestBank auf 2016 freuen...

    In dieser Sache, die USA teilen ihre Informationen mit befreundeten Staaten, mit einigen mehr (Israel, Grossbritannien) und mit anderen weniger (Deutschland) Was viele befuerchteten ist jetzt bewiesen, die Kooperationen mit den USA koennen auch unsere Industrie grundlegen benachteiligen, aber auch bevorzugte Partner der USA haben Zugang zu den Daten die unsere Wirtschaft transparent machen!

  5. Es wehrt sich ja keiner.
    Hier geht es auch nicht mehr um Privatsphäre, sondern um Weltherrschaft durch Informationsvorsprung.
    Deshalb hat es die Piraten ja auch so kalt erwischt.
    Die waren perfekt auf die Diskussion, warum der Staat nicht unsere Daten speichern soll vorbereitet.

    Nun ist es aber nicht der Einzelne gegen den Staat, sondern die Welt gegen die USA.
    In den etablierten Parteien sitzen die Transatlantiker fest im Sattel und kehren die Angelegenheit unter den Teppich.
    Die AfD wäre aufgrund ihrer nationalen Ausrichtung eigentlich dazu berufen gewesen, sich das Thema auf die Fahnen zu schreiben.
    Bei denen fehlt es dann aber wieder am digitalen Sachverstand, um die wahre Dimension und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu erkennen.

    Nun muss man eben doch die Piraten wählen, wenn man verhindern will, dass das Thema gleich wieder in der Versenkung verschwindet.

    2 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, rav
  • Schlagworte Europäische Union | Agent | Bank | Geheimdienst | Information | NSA
Service