Ein Smart TV von LG © REUTERS/Kim Hong-Ji

Das Internet der Dinge mit all seinen internetfähigen, vernetzten Alltagsgegenständen wird ein absehbares Grundproblem haben: Manche Hersteller der kommenden smarten, vernetzten Gegenstände haben sich noch nie mit Datenschutz oder Privatsphäre befassen müssen. Wohin das führen kann, hat das koreanische Unternehmen LG nun an seinen internetfähigen Smart TVs demonstriert. Obwohl es nicht gerade ein Neuling auf dem Markt ist.

Die Geschichte beginnt mit einem britischen Blogger, der bemerkte, dass die Werbung auf der Startseite seines LG-Fernsehers personalisiert ist. Er wollte herausfinden, woher die dafür nötigen Daten kamen. 

Im Netz fand er ein Video, das sich an Unternehmen richtet, die auf den Smart TVs werben wollen. Darin heißt es, LG analysiere, welches die Lieblingsprogramme jedes Nutzers sind, welche Internetdienste sie auf dem Gerät nutzen und welche Suchbegriffe sie eingeben. Die auf Basis dieser Informationen eingespielte Werbung werde zudem auf ihre Wirksamkeit untersucht – also darauf, ob die Smart-TV-Besitzer sie anklicken.

Der Blogger klickte sich daraufhin durch das Einstellungsmenü seines Geräts und fand dort nach einigem Scrollen die Option Collection of watching info – Sammlung von Nutzungsinformationen. Die ist standardmäßig aktiviert, was schon fragwürdig genug ist. 

Der Brite deaktivierte sie und nahm eine Traffic-Analyse vor. Das heißt, er überprüfte, ob und welche Datenpakete sein Smart TV per Internet an LG überträgt. Dabei stellte er fest, dass der Fernseher selbst dann noch Daten übermittelte, als die Collection of watching info ausgestellt war. Darunter waren Informationen über jeden Senderwechsel des Nutzers, zusammen mit einer eindeutigen Geräte-Nummer. Beides wurde unverschlüsselt übertragen.

Zudem sendete der Fernseher noch Informationen an LG, die er aus angeschlossenen USB-Laufwerken auslas. Der Blogger testete das, indem er einer Datei auf seinem USB-Stick den Namen Midget_Porn_2013.avi gab – "Zwergen-Porno". Er steckte den Stick in den Fernseher – und prompt tauchte der Name dieser Datei in der Liste der übers Internet versendeten Datenpakete auf.

Tröstlich erschien ihm allenfalls, dass die Server, an die all diese Daten gingen, nicht antworteten. Er ging deshalb davon aus, dass eine echte Datensammlung nicht stattgefunden hat. Sicher konnte er sich da aber nicht sein.