Der amerikanische Geheimdienst NSA hat weltweit in mehr als 50.000 Computer-Netzwerken eine Software installiert, um sensible Daten zu stehlen. Das berichtet die niederländische Zeitung NRC Handelsblad unter Berufung auf Dokumente von Edward Snowden. 

Eine Präsentation unter Führungskräften aus dem Jahr 2012 zeige,  wie sich die NSA Informationen beschaffe. Der Geheimdienst benutze "Computer Network Exploitation" (CNE), ein Verfahren, bei dem Malware heimlich in Computersystemen installiert wird. Dies sei in über 50.000 Netzwerken passiert.  


Die Computer-Attacken werden bei der NSA von der Abteilung TAO (Tailored Access Operations) geführt, in der mehr als 1.000 Hacker arbeiten. Internet-Operationen sind für die NSA in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Das Hacken von Computern ist nicht teuer und zugleich effektiv.

Die Präsentation von 2012 zeigt, wie die NSA in Ländern wie Venezuela und Brasilien mit CNE arbeitet: Die installierte Malware ist oft über Jahre aktiv, ohne erkannt zu werden. Sie kann von der NSA mit einem Knopfdruck an- und ausgeschaltet werden.  Seit 1998 arbeitet die NSA mit CNE, wie die Washington Post berichtet.   

"Goldenes Zeitalter der Überwachung"

Unterdessen berichtet dieNew York Times von den Zukunftsplänen, die die NSA vor Snowdens Enthüllungen hatte. Laut einem fünfseitigen Papier aus dem Jahr 2012, das einen Vier-Jahres-Plan enthält, wollte der Geheimdienst seine Macht weiter ausbauen. Dazu müssten "gesetzliche Autoritäten aggressiv verfolgt werden" und ein politischer Rahmen geschaffen werden, der besser zum Informationszeitalter passe.  

Die geltenden amerikanischen Gesetze entsprächen nicht den Bedürfnissen der NSA nach einer breiten Überwachung. Diese seien im "Goldenen Zeitalter der SIGINT", also der nachrichtlichen Informationsgewinnung, überholt.  

Die NSA hatte auch das Ziel, Verschlüsselungstechniken umgehen oder zu entschlüsseln. Dazu sollte der "weltweite kommerzielle Markt von Verschlüsselungstechniken" durch "kommerzielle Beziehungen", menschliche Spione und Geheimdienst-Partner in anderen Ländern beeinflusst werden. 

Zudem solle die Analyse der Daten "revolutioniert" werden, um mit den Datenmassen eine "radikale Steigerung des betrieblichen Erfolgs" zu erreichen.