Wer mit einem internetfähigen TV-Gerät Fernsehen schaut, wird dabei selbst beobachtet – und das in großem Stil, wie die Nachrichtenseite heise.de unter Berufung auf einen im Computermagazin c't  erschienenen Testbericht schreibt.

Um zu überprüfen welche Daten fließen, baute c't verschiedene aktuelle Smart TVs im Labor auf. Dabei zeigte sich, dass die Geräte umfassende Daten über das Nutzungsverhalten der Zuschauer ans Netz sendeten. Auch dann, wenn vorher keine Onlinefunktionen aktiviert worden waren.

Der Test zeigte zudem: Sobald sich ein Smart TV mit dem Internet verbindet, fließen Informationen über das Nutzungsverhalten nicht nur an die Sender, sondern auch an die TV-Hersteller und an Google. Registriert werde nicht nur, wann ein Zuschauer welche Sendung einschaltet, sondern oft auch wie lange er dabei bleibt, schreibt heise.

Verantwortlich sei dafür vor allem der weit verbreitete Datendienst HbbTV, über den die TV-Sender den Fernseher anweisen können, eine bestimmte URL abzurufen. Dies geschehe in genau dem Moment, in dem ein Sender einschaltet wird. Nach Einschätzung von Datenschutzexperten ist das klar rechtswidrig, da die ungefragt übertragenen Daten etwas über den Nutzer aussagen und daher personenbezogene Daten darstellen.

Überwachung kann abgeschaltet werden

HbbTV ist ein Standard, mit dem es möglich ist, Fernsehinhalte und Websites auf dem Gerät darzustellen. Die HbbTV-Dienste werden dabei direkt von den Fernsehsendern gestaltet. Heise.de berichtet denn auch, dass ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender seine Nutzerbeobachtung stark zurückfuhr, nachdem der Bericht erschienen war. 

Wer nicht ausspioniert werden will, muss die Einstellungen an seinem Fernseher ändern. Das geht über die einzelnen HbbTV-Seiten der Sender. Die c't hat die entsprechenden Links dazu, die am Fernseher aufgerufen werden müssen, hier zusammengestellt.