Seit der NSA-Affäre wissen es alle: Daten, die wir jeden Tag hinterlassen, machen uns kontrollierbarer, vorhersehbarer und manchmal auch verwundbarer. Einmal in der Welt, lassen sie sich selten zurückholen. Und doch unternehmen wir zu wenig, um das ändern.

Oft liegt das daran, dass uns nicht klar ist, wo die meisten der Daten entstehen. Wer zum Beispiel im Netz etwas kauft, hinterlässt eine Datenspur, die umso größer ausfällt, je teurer und entfernter das Gekaufte liegt – schließlich ist der Transport aufwändiger und muss versichert werden. Oder die Payback-Karten des Einzelhandels: Jeder Einkauf wird gespeichert, zusammengenommen zeichnen die Daten ein Profil unserer Vorlieben. Auch wer seinen Computer, sein Tablet oder sein Smartphone ständig mit dem Netz verbindet, hinterlässt Daten. Nicht immer ist klar, was mit ihnen geschieht.

Für Datensammler macht es durchaus einen Unterschied, wie wir uns verhalten. Wenn sich Nutzer etwa anonym im Netz bewegen, also kein Nutzerprofil bei Facebook oder Google haben, wissen die Sammler vergleichsweise wenig. Sobald aber irgendwo eine Kundennummer vergeben wird oder die Hardware registriert ist, erfahren die Sammler mehr. Sobald wir uns bei Google oder Facebook anmelden, verraten wir unsere Identität. Jede neue Information lässt sich jetzt mit Daten aus der Vergangenheit verknüpfen.

ZEIT ONLINE hat sieben große Datenquellen gesammelt und beschreibt, wie Nutzer dafür sorgen können, dass weniger Daten anfallen.

1. Der Computer und Browser

So entstehen die Daten

Auf einem Computer oder Laptop erzeugen viele Komponenten Daten – das W-LAN zum Beispiel oder Apps. Ist der Computer mit dem Netz verbunden, gelangen die Daten in die Welt. Die meisten entstehen im Browser, der Grund dafür sind Cookies. Das sind Datenfragmente, die dazu verwendet werden, den Nutzer wieder zu erkennen.

Cookies sorgen zum Beispiel dafür, dass man sein Passwort für das E-Mail-Postfach nicht immer wieder neu eingeben muss. Je seltener die Cookies gelöscht werden, desto größer ist die Datenmenge, die über den Browser verbreitet wird. Mit Cookies können Unternehmen außerdem das Surfverhalten gut nachverfolgen. Auch an Werbung lassen sich Cookies anhängen. Wenn ein Anbieter auf mehreren Seiten wirbt, kann er die User von Website zu Website verfolgen – und ihnen auf verschiedenen Seiten die gleiche Werbung zeigen.

So spart man Daten

Für fast jeden Browser gibt es Erweiterungen – sogenannte Add-Ons – mit denen sich Cookies verwalten lassen. Die Guten lässt man gespeichert, die bösen werden immer wieder gelöscht. Man kann auch einen Werbeblocker verwenden – diese verhindern das Nachladen von Online-Werbung, an der die meisten Datenspuren hängen. Allerdings würden sich dann viele werbefinanzierte Angebote im Netz langfristig nicht rechnen und müssten womöglich Geld für ihre Inhalte verlangen. Letzte Möglichkeit: Den anonymen Modus von Chrome, Firefox und anderen Browsern nutzen.

Geht es ganz ohne Daten?

Vermutlich nicht. Wer so anonym wie möglich surfen will, verwendet am besten das Tor-Browser-Bundle. Solange man kein Passwort und Benutzernamen eingibt, hinterlässt man kaum Spuren. Auch sorgt das Browser-Bundle dafür, dass nach jedem Netzbesuch alle Cookies gelöscht werden.

2. Das Smartphone

So entstehen die Daten

Selbst wenn man nicht telefoniert und nicht im Netz ist, hinterlässt das Mobiltelefon Daten. Sowohl die IMEI-Nummer (eine global einmalige Seriennummer) des Telefons wird vom Netzbetreiber gespeichert wie auch die SIM-Nummer (ebenfalls einmalig). Ab diesem Zeitpunkt ist man als Besitzer des Telefons nicht mehr anonym. Für wie lange werden die Informationen gespeichert? Das ist je nach Betreiber unterschiedlich. Die Daten werden häufig zu Abrechnungszwecken vorgehalten. Und falls man unabsichtlich an einer größeren Demo oder einem kriminellen Hotspot vorbeikommt: Die Gesprächsdaten werden vermutlich als "Beifang" von der Polizei gespeichert. Bei Smartphones kommen noch die Apps hinzu: Kleine Programme, denen man erlauben soll, auf die Sensoren und Daten des Telefons zuzugreifen.

So spart man Daten

Schwierig. Natürlich kann man das Telefon abschalten oder eine Hülle verwenden, die die Netzverbindung unmöglich macht. Aber wer telefoniert, erzeugt Daten. Eine Möglichkeit ist, eine Prepaid-SIM unter einem Alias zu registrieren. Das erschwert den einfachen Zugang zu persönlichen Daten. Einige Institutionen wie die Schufa bekommen dann nicht mitgeteilt, ob die Karte angemeldet wird – solange das Guthaben ohne Verbindung zu einem Girokonto oder einer EC- oder Kreditkarte aufgeladen wird.

Geht es auch ohne Daten?

Nein. Es sei denn, man verabredet sich zum Gespräch auf einer Parkbank.