Tausende Menschen haben bereits am ersten Tag die Löschung unerwünschter Ergebnisse bei der Internetsuchmaschine Google beantragt. Innerhalb von 24 Stunden nach Bereitstellung der entsprechenden Formulare im Internet seien bereits mehr als 12.000 Anfragen eingegangen, teilte das Unternehmen mit. Zeitweise seien 20 Anträge pro Minute abgerufen worden. 

Nach Kritik des Hamburger Datenschützers Johannes Caspar änderte der Konzern das Formular im Laufe des Tages in einem wichtigen Punkt. Der in Deutschland für Google zuständige Datenschützer hatte vor allem bemängelt, dass Google mit dem Antrag das Hochladen einer Kopie des Personalausweises verlangte. Die automatisierte Speicherung des Personalausweises durch nicht-öffentliche Stellen sei laut Gesetz nicht zulässig, sagte Caspar. Nun heißt es auf der Webseite lediglich: "Fügen Sie bitte eine lesbare Kopie eines Sie identifizierenden Dokuments bei."

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte vor gut zwei Wochen entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen. Google müsse die Verweise aus seiner Ergebnisliste entfernen, wenn dort enthaltene Informationen das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz einer Person verletzen. Die Informationen können dabei auch weiterhin im Netz verfügbar bleiben.

Das Urteil galt zunächst nur für Bürger aus den 28 EU-Mitgliedsstaaten. Google hatte das Recht von sich aus auf die europäischen Länder Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz ausgedehnt. Am Donnerstagabend hatte der Konzern das Formular zur Verfügung gestellt, mit dem die Löschung unerwünschter Daten beantragt werden kann.

Wer einen entsprechenden Antrag bei Google stellen will, muss sich zunächst identifizieren. Die Links, die aus den Suchergebnissen entfernt werden sollen, müssen einzeln angegeben werden: Für jeden Link will Google eine Erklärung, warum er nicht mehr zu finden sein soll. Gibt Google einem Antrag statt, werden die fraglichen Links ausgeblendet – allerdings nur in Europa. Auf der Internetseite erscheint zudem ein Hinweis, dass das Suchergebnis verändert wurde.

Aus "Transparenzgründen" will Google künftig auch Informationen über das Ausmaß der Löschanfragen insgesamt veröffentlichen, berichtete der Spiegel unter Berufung auf das Unternehmen. Dies könne in Zukunft etwa über den halbjährlichen Transparenzbericht geschehen, den Google seit 2010 erstellt.