Regenschirme an einem Messestand der Telekom © Wolfgang Rattay/Reuters

Die von der Telekom erstmals im Jahresbericht – Auskunft an Sicherheitsbehörden vorgelegte Anzahl der behördlichen Anfragen verschleiern offenbar das tatsächliche Ausmaß staatlicher Überwachung. Der Spiegel berichtet, laut dem Transparenzbericht des Konzerns wurden 2013 auf Antrag der Sicherheitsbehörden 49.796 Anschlüsse der Telekom überwacht. 436.331-mal habe man sogenannte Verkehrsdatensätze weitergegeben. Zudem wurden 28.162 Teilnehmerbestandsdaten abgefragt und für die Nutzer von 946.641 IP-Adressen interessierte sich der Staat ebenfalls. 

Missverständnisse gibt es offenbar besonders bei der Anzahl der Verkehrsdatensätze. Ein einzelner Verkehrsdatensatz enthält oft eine Vielzahl von Telekommunikationsvorgängen. Interessiert Behörden etwa, wie viele und welche Handys sich in einem bestimmten Zeitraum in eine Mobilfunkzelle eingewählt haben, wird die Antwort in nur einem Datensatz zusammengefasst, heißt es in dem Bericht.

In gewissen Fällen, zitiert Der Spiegel den Grünen-Politiker Malte Spitz, könnte in einer einzelnen Funkzellenabfrage Millionen Einwahlvorgänge stattfinden. Daher seien die Zahlen wenig aussagekräftig. 

"Der Staat ist um ein Vielfaches neugieriger, als es der Transparenzbericht der Telekom suggeriert", kritisiert Spitz weiter. In dem Bericht werde weder erläutert, wie die Deutsche Telekom Verkehrsdatensätze definiert, noch offen gesagt, dass Abfragen auch nur einzelne Kommunikationsvorgänge betreffen könnten, wenn Behörden sich für einzelne Rufnummern interessierten, schreibt Spitz in seinem Blog.

Die Deutsche Telekom hatte für das Jahr 2013 im Stil US-amerikanischer IT-Konzerne wie Google oder Facebook erstmals die Anzahl der Behördlichen Anfragen an das Unternehmen offengelegt. Auch der kleine Mail-Anbieter Posteo hatte einen Transparenzbericht vorgelegt und beklagt darin Einschüchterungsversuche von deutschen Sicherheitsbehörden.