Der oberste US-Gerichtshof hat mit einem Urteil die Privatsphäre von Verdächtigen geschützt. Die Polizei brauche nun einen richterlichen Beschluss, um die Handys von Festgenommenen durchsuchen zu dürfen, berichtet die New York Times.

Der Präsident des Supreme Court, John Roberts Jr., sagte zur Begründung des Urteils, ein Großteil der Daten auf modernen Mobiltelefonen müsse vor dem routinemäßigen Zugriff durch die Behörden geschützt werden. Ein weiterer oberster Richter, Norman H. Stahl, ergänzte: "Heutzutage speichern viele Amerikaner ihre privatesten Papiere in elektronischer Form auf ihrem Smartphone."

Bislang durften US-Polizisten ohne gesonderte Erlaubnis auf die Handys von Verhafteten zugreifen. Zur Begründung hieß es immer, das geschehe zum Schutz der Beamten und um die Vernichtung von Beweisen zu verhindern.

Der Supreme Court musste in zwei Verfahren entscheiden. In einem Fall war ein Mann wegen Waffen im seinem Auto verhaftet worden. Die Polizisten fanden auf seinem Smartphone Hinweise darauf, dass er zu einer Straßengang gehörte und an einer Schießerei beteiligt gewesen sei. Er wurde wegen versuchten Mordes zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

In dem zweiten Fall führte die Anrufliste auf einem Handy dazu, dass ein Mann wegen Drogen- und Waffendelikten angeklagt wurde. Ein Gericht in Boston urteilte aber, dass die dank dem Mobiltelefon gefundenen Beweise nicht genutzt werden dürften.