In einem Grundsatzurteil zu Persönlichkeitsrechten im Internet hat der Bundesgerichtshof den Auskunftsanspruch gegen ein Online-Portal zurückgewiesen. Der VI. Zivilsenat in Karlsruhe gab dem Ärzte-Bewertungsportal Sanego Recht, das einem Mediziner nicht die Daten eines anonymen Nutzers preisgeben wollte. 

Der Vorsitzende Richter Gregor Galke sagte, die Anonymität der Nutzer dürfe nach der Vorschrift des Telemediengesetzes nur in wenigen Ausnahmen aufgehoben werden. "Der Schutz der Persönlichkeitsrechte ist nicht genannt."

In dem Fall hatte sich das Bewertungsportal Sanego gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart gewehrt, Namen und Anschrift eines Nutzers zu nennen, der falsche Tatsachen über den Mediziner aus Schwäbisch-Gmünd verbreitet hatte. Der Arzt sah sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt, verlangte die Löschung der Bewertungen und reichte letztlich Klage ein.