Aber warum habe ich nicht früher von dem negativen Eintrag erfahren? Ganz ausschließen kann ich nicht, dass ich eine Update-Nachricht einmal nicht überprüft hatte. Zuletzt hatte ich Ende 2013 meine Daten bei der Schufa kontrolliert. Damals war alles korrekt gewesen.

Einen Schutzmechanismus kann Deutschlands größte Auskunftei für Opfer von Datenmissbrauch nämlich einrichten: einen internen Vermerk, der über den Update-Service hinausgeht und der anspringt, sobald ein hartes negatives Merkmal bei einem sonst völlig solventen Opfer von Identitätsdiebstahl eingetragen wird. Pressesprecher Lehmann teilt mir mit, dass ein solcher Vermerk auch einige Jahre lang in meinen Daten hinterlegt war. Aber dann habe die Schufa diesen gelöscht, "weil ja alles ruhig geblieben war". Jetzt gebe es wieder diesen Vermerk. Und diesmal solle er nicht gelöscht werden.

Verwechslungen unter Namensvettern kämen bei Auskunfteien übrigens häufig vor, sagt mir Universum-Inkasso-Datenschützer Stemmer. Mehrmals im Monat würden sich Verbraucher bei dem Inkassounternehmen melden, in deren Schufa-Daten falsche Einträge zu finden seien. Er fände diesen Umgang mit Daten ärgerlich, sagt er. Aber man sei im Dialog darüber, wie man solche Fälle verhindern könne.

Selbstauskunft einholen

So ist auch die Auskunft auf Seiten der Schufa. Hier sieht man die Schuld aber vor allem bei den Vertragspartnern, die "in manchen Fällen nicht sorgfältig genug mit den Daten umgingen", so der Pressesprecher.

Was also tun? Eine umfassende Auskunft über gespeicherte Daten erhält man über die Seite selbstauskunft.net. Hier kann man eine Selbstauskunft, auf die man laut Bundesdatenschutzgesetz einmal im Jahr kostenlos einen Anspruch hat, bei allen datenverarbeitenden Unternehmen und Behörden einholen. Der Dienst übernimmt die Anfragen. Dieser Service kostet allerdings 9,90 Euro. Den Aufwand, falsche Daten löschen zu lassen, verhindert dies zwar nicht. Aber es ist immerhin eine Möglichkeit, umfassend Auskunft darüber zu bekommen, wer welche Daten über einen speichert oder damit handelt. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es eins ist, was im Bundesdatenschutzgesetz steht – und ein anderes, sein Recht auch wirklich zu bekommen.

Betroffene und Opfer von Identitätsdiebstahl und Datenmissbrauch finden Hilfe und Orientierung auf der Website von unserer Redakteurin betriebenen Site www.identitaetsdiebstahl.info.