In der "Erklärung der Rechte und Pflichten" von Facebook heißt es: "Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an und wir benötigen deine Hilfe, damit dies so bleibt". Diese Klarnamenpflicht gibt es bei Facebook schon immer, und sie führt hin und wieder zu Problemen für Menschen mit ungewöhnlichen Namen. So war es auch im Fall von mehreren Dragqueens und anderen Mitgliedern der LGBT-Gemeinde, die auf Facebook ihre Künstlernamen statt ihrer "wahren" Namen angegeben hatten.

 

Manche tun das, weil sie auf Facebook nicht von Verwandten erkannt und kontaktiert werden wollen. Andere befürchten Diskriminierung und ungewollte Outings, und einigen geht es schlicht darum, dass ihre Künstlernamen Teil ihrer Identität sind.

Ein einzelner Unbekannter aber hatte Hunderte Profile von Mitgliedern der LGBT-Gemeinde als "Fake" gemeldet. Facebook drohte daraufhin, sie zu löschen. Die Betroffenen – allen voran einige bekannte Dragqueens aus den USA – wehrten sich, starteten eine Petition und wurden schließlich zu Gesprächen mit Facebook eingeladen. An seiner Namenspolitik wollte das Unternehmen aber nichts ändern. Nun hat sich aber der Facebook-Manager Chris Cox bei der LGBT-Gemeinde entschuldigt.

"Viel Raum" für Verbesserungen

"Wir schulden euch einen besseren Service und ein besseres Nutzererlebnis, und wir werden die Art und Weise verbessern, wie wir mit unserer Namenspolitik umgehen", schreibt Cox. "Der Geist unserer Vorschriften ist es, das jeder auf Facebook den Namen verwendet, den er auch im echten Leben benutzt. Für Sister Roma (eine der betroffenen Dragqueens – Anm. der Red.) ist das Sister Roma."

Er sehe "viel Raum" für Verbesserungen im Meldeverfahren und in der Reaktion auf gemeldete Profile. Diese würden bereits umgesetzt. Vor allem will Facebook in Zukunft jene Konten, die jemand anderes gemeldet hat, besser überprüfen und nicht sofort mit Schließung drohen.

Andere Netzwerke verzichten auf Klarnamenpflicht

An sich sei der Verzicht auf Pseudonyme aber der richtige Weg für Facebook. Man erhalte jede Woche Hunderttausende Meldungen über Fake-Profile von Menschen, die sich als jemand anderes ausgeben. Und in 99 Prozent der Fälle steckten dahinter Versuche, andere zu trollen, zu betrügen oder Hass zu verbreiten.

Nicht alle sozialen Netzwerke verfolgen eine Klarnamenpolitik. Google+ hat seine wieder abgeschafft, das neue Netzwerk Ello verzichtet von Anfang an ausdrücklich darauf.