Mark Zuckerberg, Gründer und Chef von Facebook © Adnan Abidi/Reuters

Facebook macht es Nutzern des anonymen Browsers Tor leichter, das Onlinenetzwerk zu erreichen. Dafür hat Facebook eine eigene Adresse im Tor-Netzwerk eingerichtet: https://facebookcorewwwi.onion

Die neue Seite ist ein sogenannter Hidden Service – eine Website, die nur innerhalb des Tor-Netzwerks aufgerufen werden kann. Ohne Tor-Browser lässt sie sich nicht laden. "Hidden", also versteckt sind sie, weil das Tor-Netzwerk die Herkunft der Seite, den Standort des Servers verschleiert.

Die Open-Source-Software Tor hilft den Nutzern, sich im Internet vor Überwachung zu schützen. Sie verschleiert die IP-Adresse eines Nutzers, indem es Anfragen über eine zufällig ausgewählte Kette von Proxyservern an die Zieladresse im Netz schickt.

Tor kann Internetzensur umgehen

Der einfachste Weg, Tor zu nutzen, ist der Tor-Browser. In Ländern mit Internetzensur verwenden ihn Menschen, um die verhängten Schranken zu umgehen. So können sie unter anderem Facebook auch in Ländern erreichen, in denen das soziale Netzwerk eigentlich blockiert ist.

Bislang stießen die Tor-Nutzer von Facebook bislang auf ein Problem: Weil ihre Anfragen unterschiedlich durch das Tor-Netz aus Zwischenstationen geleitet werden, scheint ihr Standort zu springen. "Für unser System sieht es so aus, als würde jemand, der sich erst von Australien aus verbunden hat, plötzlich in Schweden oder Kanada sein", schrieb Facebook-Programmierer Alec Muffett. Facebook gehe dann normalerweise davon aus, dass das Profil gehackt sei. Die Facebook-Seite für Tor verbindet die Nutzer nun direkt mit den Rechenzentren des Netzwerkes, schreibt Muffett.

Trotz Tor sind die Facebook-Nutzer aber nicht vollständig anonym: Wer den Datenverkehr beobachten kann, könnte eine Person identifizieren, wenn sie sich unter ihrem Namen auf Facebook anmeldet. Allerdings wüsste der Angreifer dann immer noch nicht den tatsächlichen Standort des Nutzers. "Der Hidden Service ist ein riesiger Vorteil für Nutzer, die Privatsphäre und Sicherheit wollen, aber nicht unbedingt Anonymität", schrieb Runa Sandvik von Tor auf Twitter.

Anfang Oktober nutzten bereits knapp zweieinhalb Millionen Menschen weltweit die Open-Source-Software, um sich anonym im Internet zu bewegen – Tendenz steigend. In Deutschland sind es derzeit etwa 200.000 Menschen.