Das freche Gespenst – Snapchat-Logo auf einem Smartphone-Display © Jens Büttner / dpa

Der Fotodienst Snapchat kämpft mit einer riesigen Cyberattacke. Mehr als hunderttausend Nutzerfotos sollen gestohlen und ins Netz gestellt worden sein. Snapchat räumte gegenüber dem Tech-Blog Business-Insider einen Angriff ein. Die Firma erklärte aber, die Bilder seien nicht von den eigenen Servern entwendet worden. Datenschützer und US-Behörden hatten Snapchat bereits in der Vergangenheit für dessen schlechte Datenschutzrichtlinien kritisiert und forderten Nachbesserungen

Auf Twitter veröffentlichte Snapchat eine Stellungnahme, in der das Unternehmen bekanntgab, die User seien Opfer von Drittanbieter-Apps geworden. Hacker haben offenbar seit Jahren Snapchat-Fotos in großen Mengen gesammelt. Die App zeichnet sich eigentlich dadurch aus, dass Bilder nach dem Ansehen rasch wieder verschwinden und gelöscht werden sollen. Verdächtigt werden unter anderem die Betreiber der mittlerweile verschwundenen Anwendung SnapSaved. Sie hatten sich damit gebrüstet, die bei Snapchat verschickten Bilder speichern zu können.

Der Entwickler der SnapSave-Anwendung, Georgie Casey, sagte dem Blog Business-Insider, seine App habe mit dem Hackingangriff nichts zu tun. "Unsere App hat nie Nutzernamen und Passwörter ausgelesen."  Fotos würden via SnapSave nicht online in einer Cloud gespeichert. Bislang ist demnach noch unklar, wer hinter dem Leak steckt.

Insgesamt 13 Gigabytes Foto- und Videomaterial wurde in Verbindung mit den Namen der Snapchat-Nutzer im berüchtigten Forum 4chan veröffentlicht. Über die Plattform wurden auch die Promi-Fotos geleaked, die vor einigen Wochen aus der Apple iCloud gestohlen worden waren.