Auch in Deutschland wertet Facebook künftig das Internetverhalten seiner Nutzer abseits des sozialen Netzwerks aus. Ziel ist es, Anzeigen personalisierter auszuspielen. Dafür werden unter anderem Informationen über besuchte Seiten und genutzte Apps genutzt, teilte das Unternehmen mit. Facebook erwirtschaftet den Großteil seines Umsatzes mit Werbeeinnahmen.

Bislang erstellt Facebook die Werbeprofile seiner Nutzer in Deutschland vor allem auf Grundlage des Verhaltens im sozialen Netzwerk. In den USA richtet Facebook seine Anzeigen bereits seit einigen Monaten auch danach aus, was die Nutzer sonst so im Internet tun.   

Auch in Frankreich, Irland, Kanada und Australien sollen die Nutzerdaten stärker ausgewertet werden.

Wer im Internet nach Angeboten für den nächsten Urlaub sucht, könnte beim nächsten Besuch auf seiner Facebook-Pinnwand Werbung für Reisen angezeigt bekommen. Kauft jemand über das Internet eine Stereoanlage, werden auf seiner Facebook-Seite höchstwahrscheinlich Anzeigen für Lautsprecher oder Kopfhörer angezeigt.

Nutzerdaten von WhatsApp sollen nicht genutzt werden

Nach Angaben von Facebook können Nutzer die Personalisierung abschalten. In einem neuen Bereich könnten Nutzer herausfinden, warum ihnen bestimmte Werbung angezeigt wurde und die Einstellungen verändern, erklärte die Datenschutz-Chefin von Facebook, Erin Egan. Nutzer könnten dort anklicken, zu welchen Themen sie Werbung angezeigt bekommen wollen und zu welchen nicht. Sie können die Anzeigenschaltung demnach auch ganz ausschalten.

Wo und wie genau auf der Seite diese Änderungen vorgenommen werden können, wurde noch nicht klar. Die Nutzereinstellungen von Facebook werden oft kritisiert, weil die Handhabung unübersichtlich ist.    

Das Versprechen, dass Nutzerdaten des Kurznachrichtendienstes WhatsApp nicht mit den Facebook-Informationen verknüpft werden, bleibe bestehen, versicherte Egan. Im Text der Datenschutz-Regeln wird das nicht ausdrücklich erwähnt, dort ist nur grundsätzlich die Rede davon, dass Facebook Daten von Diensten bekommen kann, die unter dem Konzerndach agieren.

Nutzer können Änderungen kommentieren – abstimmen können sie nicht mehr

Die Neuerungen fallen mit der ersten Aktualisierung von Facebooks Datenschutz-Regeln seit rund einem Jahr zusammen. Neu hinzukommen unter anderem Bestimmungen für Bezahldienste und Käufe auf der Facebook-Plattform.

Die mehr als 1,3 Milliarden Facebook-Nutzer können die geplanten Änderungen jetzt eine Woche lang kommentieren. Früher gab es die Möglichkeit, über Regeländerungen abzustimmen. Facebook hat diese Option aber wieder abgeschafft.