Google ist seit einigen Monaten verpflichtet, Anfragen auf Löschung von Links zu bearbeiten. Seit Mai haben das rund 120.00 Deutsche beantragt. © Adam Berry/Getty Images

Bürger aus Deutschland haben seit Mai die Löschung von fast 120.000 Links aus Google-Suchergebnissen beantragt. Fast jeder zweite Link wurde auch tatsächlich von Google entfernt. Das geht aus Zahlen hervor, die das Unternehmen am späten Montagabend in seinem Transparenzbericht veröffentlichte. Danach wurden aus Deutschland seit Mai mehr als 31.700 entsprechende Anfragen bei Google eingereicht.

Insgesamt erhielt Google knapp 190.000 Anfragen zur Löschung von knapp 685.000 Links. Aus Frankreich kamen etwas mehr Anfragen als aus Deutschland, dort war die Erfolgsquote allerdings etwas geringer. Im europaweiten Durchschnitt lag sie bei gut 40 Prozent.

Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai dieses Jahres sind Suchmaschinen verpflichtet, auf Antrag Verweise aus ihre Suchergebnissen zu entfernen, die die Persönlichkeitsrechte und den Datenschutz der Betroffenen verletzen.

Die Richter hatten den großen Umfang der Löschungspflicht damit begründet, dass die Suche über Google und andere Suchmaschinen das detaillierte und strukturierte Profil einer Person zeige. Google stellte ein Formular ins Internet, mit dem EU-Bürger die Löschung von Daten aus Ergebnislisten der Suchmaschine beantragen können.  

Ein Spanier hatte im Jahr 2010 gegen Google Inc., Google Spanien und die Zeitung La Vanguardia geklagt und mit einem Recht auf Vergessenwerden argumentiert. Ihm passten die Ergebnisse der Suchmaschine nicht, denn die zeigten bei der Suche nach seinem Namen Artikel der spanischen Zeitung La Vanguardia. Die spanische Datenschutzagentur AEPD gab seiner Beschwerde gegenüber Google Inc. und Google Spanien recht. Google erwiderte mit einer Klage vor dem spanischen Gericht Audiencia Nacional in Madrid, das die Sache jedoch aussetzte und zur Vorabentscheidung an den EuGH übergab.