WikiLeaks hat Hunderttausende E-Mails und Unterlagen in ein Onlinearchiv gestellt, die bei dem Hackerangriff auf Sony Pictures gestohlen wurden. Die Dokumente sollten der Öffentlichkeit zugänglich sein, erklärte der Gründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange. So zeige das Archiv die inneren Arbeitsmechanismen eines einflussreichen multinationalen Konzerns, der im Zentrum eines geopolitischen Konflikts stehe.

Laut WikiLeaks sind mehr als 170.000 E-Mails von Sony Pictures Entertainment und einem Tochterunternehmen sowie mehr als 30.000 andere Unterlagen im Archiv einsehbar. Allerdings lagen sie im Internet nur in komprimierter Fassung vor.

Sony Pictures protestierte gegen das Vorgehen von WikiLeaks. Die Enthüllungsplattform helfe den Hackern dabei, gestohlene Informationen zu verbreiten, teilte die Filmsparte des Sony-Konzerns mit. Man widerspreche zudem vehement der Behauptung, dass das Material in die Öffentlichkeit gehöre.

Eine Hackergruppe namens Wächter des Friedens hatte Ende November 2014 das Computernetz von Sony Pictures attackiert, massenhaft Daten gestohlen und Firmengeheimnisse publik gemacht. Die USA sehen Nordkorea als Drahtzieher der Attacke an. Das Land hatte sich zuvor über die Sony-Komödie The Interview beklagt, die ein fiktives Attentat auf Machthaber Kim Jong Un zum Thema hat. Pjöngjang wies jegliche Verwicklung in den Fall zurück. Nach Terrordrohungen der Hacker zog Sony den Film zurück, zeigte ihn dann aber in unabhängigen Kinos und im Internet.