Im Streit um die Entschlüsselung von iPhones könnte es zu einer Wende kommen. Nach Angaben des US-Justizministeriums will die Bundespolizei FBI einen Weg gefunden haben, auch ohne Hilfe des US-Technologiekonzerns Apple das Smartphone eines Attentäters zu knacken.

Anwälte des Justizministeriums teilten mit, "von dritter Seite" Tipps erhalten zu haben, wie sich das iPhone ohne Mithilfe des Herstellers entschlüsseln ließe. Es seien allerdings noch weitere Tests nötig, um zu entscheiden, ob die Methode tatsächlich funktioniere. Richterin Sheri Pym vertagte daraufhin eine für Dienstag angesetzte Anhörung zu dem Streit zwischen Bundesbehörde und Hersteller.

Die Richterin forderte die Regierung auf, bis zum 5. April einen Bericht über das Ergebnis der Tests vorzulegen. Ein Apple-Anwalt sagte, das Unternehmen habe keine Kenntnis von der neuen Entschlüsselungsmethode.

Bislang widersetzt sich Apple strikt einer gerichtlichen Anordnung, dem FBI bei der Entschlüsselung des iPhones von Attentäter Syed Farook zu helfen. Das Unternehmen fürchtet, dass ein Präzedenzfall geschaffen werden soll, um generell den Zugriff der Sicherheitsbehörden auf die Geräte zu erleichtern. Farook hatte zusammen mit seiner Frau bei einem islamistischen Anschlag in San Bernardino 14 Menschen erschossen.

Sollte die nun vom FBI gefundene Methode funktionieren, wäre ein Ende des Prozesses wahrscheinlich. Das Verfahren wäre ansonsten wohl schließlich vor dem Obersten Gerichtshof ausgefochten worden.

Tim Cook will Daten seiner Kunden weiter schützen

"Wir müssen als Nation zusammen entscheiden, wie viel Macht wir der Regierung über unsere Daten und unsere Privatsphäre geben sollen", sagte Apple-Chef Tim Cook bei der Präsentation neuer Apple-Produkte. "Wir sind der festen Überzeugung, dass wir eine Verpflichtung haben, Ihre Daten und Ihre Privatsphäre schützen zu helfen."

Unterstützt wird Apple in seinem Widerstand gegen die Forderung der Regierung von anderen Software-Giganten wie Facebook, Google und Yahoo sowie von Bürgerrechtlern. Mehrere Angehörige der Anschlagsopfer von San Bernardino stellten sich hingegen hinter die Regierung.