Apple - FBI-Chef sieht mögliche iPhone-Entsperrung als Präzedenzfall Sollte Apple das Handy im Fall des Islamisten-Anschlags von San Bernardino entsperren müssen, könnte das FBI den Entscheid auch auf andere Fälle übertragen. Das sagte der FBI-Direktor bei einer Anhörung im US-Kongress.

Die Entschlüsselung eines iPhones im Fall des Islamisten-Anschlags von San Bernardino könnte dem FBI zufolge doch zu einem Präzedenzfall werden. Sollte Apple das Handy entsperren müssen, könnte das FBI den Entscheid auch auf andere Fälle übertragen, sagte FBI-Direktor James Comey bei einer Anhörung vor dem US-Kongress. Damit weicht Comey von seiner Aussage aus der vergangenen Woche ab, als er sagte, die geforderte Entsperrung sei kein Wegbereiter für weitere Fälle.

Apple wehrt sich gerichtlich dagegen und spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall. Der kalifornische Technologieriese argumentiert, dass ein solcher Zwang beispiellos sei und im ersten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung verbriefte Rechte verletze. Appleberuft sich dabei mit Blick auf die Entwicklung seiner Rechnercodes auf die Redefreiheit, die in den USA besonderes Gewicht hat und auch für Firmen gilt. "In dem Fall geht es nicht um ein einzelnes iPhone", erklärte Apple.

Auch andere Unternehmen wie Twitter, Facebook und Google unterstützen Apple. Vor einem New Yorker Gericht errang Apple bereits einen Etappensieg. Demnach dürfe das Unternehmen vom Justizministerium nicht zur Herausgabe der Daten gezwungen werden, urteilte ein Bundesrichter im Bezirk Brooklyn.

iPhone-Entschlüsselung - Bundesrichter stützt Apples Position Ein Bundesrichter in New York wies den Antrag der Regierung zurück, das Unternehmen zur Entschlüsselung eines iPhones zu zwingen. In diesem Fall ging es um ein Smartphone in einem Drogenverfahren.

Die Bundespolizei FBI untersucht derzeit, ob die Attentäter von San Bernardino mit der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" in Kontakt standen. Dafür will das Justizministerium Apple per Gerichtsurteil zwingen, das iPhone eines Angreifers für die Ermittler zu entschlüsseln. Dazu soll der Konzern eine Software produzieren, die Zugang zu dem Smartphone des US-Unternehmens gewährleistet. Bei dem Anschlag im Dezember hatten zwei Islamisten 14 Menschen erschossen, bevor sie selbst von der Polizei getötet wurden. Das Handy gehörte dem mutmaßlichen Attentäter.