Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm hat Fehler seines Amts bei der Übermittlung sensibler Daten über möglicherweise islamistische Deutsche an die USA nicht ausgeschlossen. Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags versucht zu klären, ob und wie mehrere deutsche Staatsangehörige durch US-Drohnenangriffe im afghanisch-pakistanischen Kriegsgebiet getötet wurden. Dabei steht der Verdacht im Raum, dass die Amerikaner Daten der Deutschen genutzt haben könnten, um Bundesbürger zu orten und zu töten.

Man sei stets davon ausgegangen, dass an die USA gelieferte Handydaten von Personen im Visier des Verfassungsschutzes nicht zur Ortung geeignet seien, sagte Fromm dazu. Fromm, der von 2000 bis 2012 Verfassungsschutzpräsident war, räumte ein, dass der deutsche Dienst bei den Amerikanern wohl nicht nachhakte, was mit den Daten passierte. Eingehende Recherchen, ob Handydaten doch zur Ortung genutzt werden können, seien damals nicht angestellt worden.

Die Linken-Obfrau Martina Renner hatte dem Zeugen Dokumente vorgelegt, die zeigen sollen, dass Mitarbeiter des Verfassungsschutzes der US-Seite Daten auf informellem Weg weitergaben. Fromm sagte, wenn offizielle Empfangsbescheinigungen fehlten, sei dies ein Fehler und ein Weisungsverstoß gewesen.