Facebook, Instagram und Twitter haben ihre Zusammenarbeit mit einer Internet-Analysefirma Geofeedia gestoppt. Zuvor war bekannt geworden, dass das US-Unternehmen der Polizei bei der Ortung von Demonstranten geholfen hat.

Laut der Bürgerrechtsorganisation ACLU belegen Dokumente, dass Twitter, Facebook und Instagram Geofeedia Zugang zu Daten ihrer Nutzer gewährten. Geofeedia, das die Auswertung sozialer Online-Netzwerke als Dienstleistung anbietet, habe den Sicherheitsbehörden auf Grundlage dieser Daten Informationen zur Überwachung politischer Aktivisten und Demonstranten verkauft.

Laut ACLU sei es eine gesicherte Tatsache, dass die Einsatzkräfte im kalifornischen Oakland und in der Großstadt Baltimore im Bundesstaat Maryland Geofeedia-Analysen genutzt hätten, "um Protestbewegungen zu überwachen". In den veröffentlichten internen Dokumenten brüstete sich Geofeedia damit, "Ferguson/Mike Brown auf nationaler Ebene mit sehr großem Erfolg abgedeckt" zu haben.

In Ferguson im Bundesstaat Missouri war im August 2014 der unbewaffnete 18 Jahre alte Schwarze Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden. Der Fall hatte landesweite Proteste gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt ausgelöst.

Geofeedia will an Schutz für Bürgerrechte arbeiten

Geofeedia wies in einer Mitteilung darauf hin, dass die Plattform der Öffentlichkeit nutze und dabei "Bürgerrechte und -freiheiten schützt". Die Analysen des Unternehmens hätten bereits bei der Bewältigung von Notsituationen geholfen, etwa nach dem Hurrikan Matthew in der vergangenen Woche.

Geofeedia habe "klare Grundsätze und Richtlinien, um die unangemessene Nutzung unserer Software zu verhindern". So dürften die Kunden "nicht versuchen, Einzelpersonen unangemessen auf Grundlage der Rasse, Ethnie, Religion, sexueller Orientierung oder politischen Überzeugungen und anderer Faktoren zu identifizieren", teilte das Unternehmen weiter mit. Ein Sprecher räumte ein, angesichts der ständigen Veränderungen der digitalen Technologie müsse Geofeedia weiterhin an Vorkehrungen zum Schutz der Bürgerrechte arbeiten und wolle dabei auch ACLU einbeziehen.

Geofeedia bietet Dienste für die öffentliche Sicherheit sowie für Unternehmen an. Das Angebot erlaubt es nach eignen Angaben, "in Echtzeit auf Inhalte der sozialen Netzwerke zu reagieren". Das Unternehmen hebt auf seiner Website außerdem hervor, dass es als einzige Internet-Analysefirma über eine Partnerschaft mit Instagram verfüge. Das Unternehmen erfasst zum Beispiel die Geodaten von Nutzern sozialer Netzwerke. Das ermöglicht es zum Beispiel, an einer bestimmten Adresse nach anwesenden Nutzern von Twitter, Facebook und Instagram zu suchen.

ACLU rief die sozialen Netzwerke auf, "mehr Maßnahmen" zu ergreifen für den Schutz von "Nutzern jeglicher Couleur, die sich in der politischen und sozialen Debatte engagieren".