Auf das Archiv der Websites mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de hat es einen Hackerangriff gegeben. Wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt, sind dabei Hunderttausende Nutzerdaten kopiert worden. Demnach enthielt das angegriffene Archiv etwa 638.000 Ibans oder Kontonummern, 101.000 E-Mail-Adressen und 15.000 Mobilnummern sowie teilweise Namen und Adressen.

Nach Angaben der Comuto Deutschland GmbH, die Betreiberin des Portals BlaBlaCar ist, seien weniger als 15 Prozent der ehemaligen Nutzer betroffen. Auch sei bis dato noch kein Datenmissbrauch bekannt, der im Zusammenhang mit der Entwendung steht. Die "sehr gezielt ausgeführte Attacke" habe Ende Oktober stattgefunden und sei "ein großer Schock" gewesen. Das Unternehmens hat nach eigenen Angaben die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet und den Hamburger Datenschutzbeauftragten informiert. Die Website von BlaBlaCar, die mitfahrgelegenheit.de Anfang des Jahres übernommen hat, und die Daten der Nutzer seien nicht betroffen von der Attacke. 

Die mitfahrgelegenheit.de-Daten seien verschlüsselt, aber nur zum Teil anonymisiert gewesen. Auf der Website gibt das Unternehmen zu, dass es im Prozess der Anonymisierung von Nutzerdaten "offensichtlich einen Fehler" gegeben habe. Genaueres könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Laut Olivier Bremer, dem Manager von BlaBlaCar, sollten die Daten der ehemaligen Kunden für eine "spätere Analyse" genutzt werden, berichtet Spiegel Online.

Für ehemalige Nutzer der beiden Plattformen wurde eine Telefonhotline eingerichtet: Unter 0800-32 32 555 (Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr) können sie sich erkundigen, ob ihre Iban, E-Mail-Adresse oder Mobilnummer betroffen ist. Ehemalige Nutzer, deren Iban/Kontonummer betroffen ist, sollten laut Comuto die Kontobewegungen der letzten sechs Wochen überprüfen. Im Falle einer verdächtigen Abbuchung sollten sie sich an ihre Bank wenden.