Der Hackerangriff auf Yahoo im Jahr 2013 gilt mit etwa einer Milliarde betroffenen Nutzerkonten als einer der größten bisher bekannten Datendiebstähle. Nun wurde bekannt, dass das Ausmaß offenbar noch größer ist: Nach Angaben des neuen Eigners Verizon waren alle drei Milliarden Yahoo-Accounts betroffen. 

Unter den kopierten Daten seien allerdings weder Passwörter im Klartext noch Kreditkarten- oder Kontoinformationen, teilte das Verizon mit. Nach bisherigen Informationen verschafften sich die Angreifer aber Zugriff auf Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie unkenntlich gemachte Passwörter. Womöglich könnten auch Antworten auf Fragen bei vergessenen Passwörtern – sogenannte Sicherheitsfragen – vom Hackerangriff betroffen sein. Nach wie vor ist unklar, wie viele Accounts zum Angriffszeitpunkt noch aktiv genutzt wurden.

Nachträgliche Senkung des Kaufpreises?

Yahoo hatte 2016 einen Hackerangriff aus dem Jahr 2014 eingeräumt, von dem 500 Millionen Nutzerkonten betroffen waren. Kurz darauf wurde die vorherige, größere Attacke von 2013 bekannt. Die Enthüllungen führten dazu, dass der Kaufpreis für Yahoo um 350 Millionen Dollar sank. Verizon zahlte im Juli 2017 immer noch knapp 4,8 Milliarden Dollar. Die damalige Yahoo-Chefin Marissa Mayer verzichtete auf Boni.

Rechtsexperten gehen nun davon aus, dass auf den neuen Eigner zahlreiche Schadenersatzklagen von Yahoo-Nutzern und -Aktionären zukommen werden. Beobachter spekulieren, dass Verizon eine nachträgliche Verringerung des Kaufpreises für die Übernahme erwirken könnte.