Facebook - Mark Zuckerberg gibt Fehler im Datenskandal zu Facebook-Chef Mark Zuckerberg soll am Dienstag vor dem US-Kongress aussagen. In einer schriftlichen Erklärung teilte er mit, der Konzern habe zu wenig gegen den Missbrauch von Daten getan. © Foto: Leah Millis/Reuters

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat vor seiner Aussage vor dem US-Kongress die persönliche Verantwortung für den Skandal um den Missbrauch von Nutzerdaten übernommen. Facebook habe seine Verantwortung nicht in angemessener Form wahrgenommen. "Dies war mein Fehler, und es tut mir leid", sagt Zuckerberg laut einer vorbereiteten Stellungnahme für die Anhörung.

Als Gründer und Chef von Facebook "bin ich verantwortlich für das, was hier passiert", schreibt der 33-Jährige. Sein Unternehmen habe nicht genügend gegen einen Missbrauch der von ihm bereitgestellten Instrumente zur Onlinevernetzung getan. Dies gelte für die Verbreitung von Falschnachrichten und Hassrhetorik, ausländische Einmischungen in Wahlen und den Zugriff auf Nutzerdaten.

Bis zu 146 Millionen Menschen könnten laut Zuckerberg Informationen einer russischen Agentur erhalten haben, die große Teile der Einmischung Russlands in die US-Wahl 2016 organisiert haben soll. Facebook habe 470 Accounts und Seiten gefunden, die mit der sogenannten Bundesnachrichtenagentur in Verbindung stehen, erklärte Zuckerberg. 126 Millionen Menschen könnten über Facebook Inhalte der Agentur angezeigt worden sein, 20 Millionen weiteren vermutlich über Instagram. Diese Agentur, die einst unter dem Namen Agentur für Internet-Forschung agierte und gemeinhin als Trollfabrik bezeichnet wird, soll im Laufe von zwei Jahren knapp 80.000 Facebook-Posts erzeugt haben. Ansässig ist sie in St. Petersburg.

Zuckerberg gelobt Besserung: "Es wird einige Zeit brauchen, um all die Veränderungen abzuarbeiten, die wir vornehmen müssen, aber ich bin dem Ziel verpflichtet, es hinzubekommen." Es würden "umfangreiche Investitionen in Sicherheit" vorgenommen, die auch die "Profitabilität in nächster Zukunft" beeinträchtigen dürften. Der Facebook-Chef hatte sich zuvor bereits mehrfach entschuldigt und seine persönliche Verantwortung betont.

Aussagen in Senat und Repräsentantenhaus

Bei dem Skandal geht es um die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern, die die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica illegal genutzt haben soll, um sie für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump auszuwerten und einzusetzen. Facebook steht wegen des Skandals unter politischem, juristischem und wirtschaftlichem Druck.

Zudem steht das Unternehmen in den USA schon seit Längerem in der Kritik, weil das Netzwerk während des Wahlkampfs stark für die Verbreitung von Falschinformationen genutzt worden war. Ein Großteil dieser Inhalte soll in Russland erzeugt worden sein.

Zuckerberg wird zunächst an diesem Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung der Senatsausschüsse für Justiz und Handel angehört. Am Mittwoch folgt dann seine Befragung durch den Handelsausschuss des Repräsentantenhauses. Es ist sein erster derartiger Auftritt vor dem US-Kongress. Der Facebook-Chef kämpft um nicht weniger als die Reputation und Zukunft seines Konzerns, dessen Geschäftsmodell auf der Sammlung von Daten über seine Nutzerinnen und Nutzer beruht.