Electronic Sports League Spielend Geld verdienen
Dennis Schneider ist deutscher Meister im Computerspielen. Ein Jahr lang hat er gar davon gelebt. Doch lohnende E-Sport-Karrieren sind in Deutschland noch nicht drin.
Dennis Schneider alias "HasuObs" ist E-Sportler – professioneller Computerspieler. Einer der ersten in Deutschland, der "Vollzeit" als sogenannter Pro-Gamer tätig war. Mehrmals im Monat fährt er zu Wettbewerben und spielt dort gegen andere in seiner Paradedisziplin, dem Computerspiel "Warcraft III". Und das mit Erfolg: Schneider ist zweifacher EPS-Meister in der Kategorie Strategiespiele. Die Electronic Sports League Pro Series, kurz EPS genannt, ist die höchste Spielklasse für E-Sportler und vergleichbar mit der Bundesliga.
Dass sich das Spielen auf professionellem Niveau deutlich vom Zocken vor dem Heimcomputer unterscheidet, zeigt die Höhe der ausgeschütteten Preisgelder: Für den ersten Platz in der ESL Pro-Series bekommt der Gewinner 6000 Euro, dazu gibt es Siegprämien von 100 Euro für jeden errungenen Sieg. Außerdem gibt es weitere, auch auf internationalem Terrain stattfindende Turniere. Es klingt zu schön, um wahr zu sein: mit Computerspielen Geld verdienen. Doch wie realistisch ist eine Karriere, längerfristig und mit finanziellem Erfolg?
"Wer nicht permanent trainiert, findet schnell seinen Nachfolger."
"In kleinerem Rahmen ist eine, zumindest kurzzeitige Karriere als Computerspieler schon möglich, aber auch mit hohen Anstrengungen verbunden", sagt Schneider. "Mal eben an den Computer setzen, ein bisschen spielen und dann auf Turnieren die großen Preisgelder abräumen – so einfach ist das nicht." Wer nicht permanent trainiere, finde schnell seinen Nachfolger.
Schneider hat sich seinen Traum hart erkämpft: Regelmäßiges Training der Hand-Augen-Koordination ist ebenso ein Muss wie das Üben neuer Spieltaktiken – und das mehrere Stunden am Tag. Mit Spielen im eigentlichen Sinne hat das nur noch bedingt zu tun. Voraussetzungen, um überhaupt eine Laufbahn als Pro-Gamer in Betracht zu ziehen: eine gehörige Portion Talent und viel Disziplin. Ansonsten ist im E-Sport nichts zu gewinnen.
"Ich habe schon immer viel und gerne gespielt und wusste auch, dass ich ganz gut war. Aber als gefragt wurde, ob ich das Ganze auch professionell machen würde, war ich schon überrascht." Denn Schneider wusste anfangs gar nicht, dass mit Computerspielen Geld zu verdienen ist. Bis sein jetziges Management mousesports auf ihn aufmerksam wurde. Es wurde telefoniert, verhandelt, und schließlich wurde aus dem lockeren Spielen ein ernsthaftes Engagement – wenn zunächst auch nur in Teilzeit neben der Schule.
"Nach meinem Abitur habe ich mich mit meinen Eltern zusammengesetzt und wir haben diskutiert, ob ich mich für ein Jahr ausschließlich als Pro-Gamer versuchen sollte. Im Nachhinein war es ein anstrengendes, aber erfolgreiches Jahr. Ich bereue diesen Schritt überhaupt nicht." Schneider gewann in dem Jahr einiges, insgesamt, so sagt er, waren es Preisgelder in der Höhe eines Mittelklassewagens.
Doch auch wenn man gutes Geld damit verdienen kann: Für eine Karriere über einen längeren Zeitraum mit regelmäßigem Einkommen reicht es in Deutschland noch nicht. Zu klein ist die Szene, zu gering sind derzeit die Preis- und Sponsorengelder, zu hoch der Zeitaufwand und die Wahrscheinlichkeit, im kommenden Jahr von einem Konkurrenten vom Thron gestoßen zu werden.
Denn Erfolg vergeht schnell im E-Sport. Mit Mitte 20 gilt man schon als Methusalem in der Szene. "Viele Spieler sind schon mit 19 oder 20 über dem Zenit und werden vom Gamer-Thron verdrängt."
Schneider war sich dessen bewusst. "Es war von vorneherein mein Plan, das so nur für ein Jahr zu machen. Ich wollte herausfinden, wie viel Erfolg ich haben kann." Denn auch wenn sich das Jahr als Profi für ihn gelohnt hat, der Verdienst sei bei weitem nicht hoch genug, um sich darauf ausruhen zu können. Anders als beim Fußball oder beim Tennis haben Gamer nach zwei, drei Jahren Profikarriere finanziell längst nicht ausgesorgt.
"Viele Spieler sind schon mit 19 oder 20 über dem Zenit."
Zumindest nicht in Deutschland. Das ist in anderen Teilen der Erde schon anders. In Asien boomt diese Sportart. Zur Weltspitze gehören die Südkoreaner. "Dort ist E-Sport so populär wie bei uns die Fußballbundesliga." Top-Spieler werden verehrt wie Popstars und verdienen bis zu 250.000 Dollar pro Jahr.
In Deutschland ist es noch lange nicht so weit, allerdings wächst der Sport auch hier. "E-Sport ist nicht nur ein Trend, sondern eine ernst zu nehmende Sportart, die sich zunehmend etablieren wird. Schon allein wegen des stetig wachsenden Sponsorenpools", sagt Schneider. Es könne durchaus sein, dass zukünftig auch einige Spieler bis zum 30. Lebensjahr als professionelle Computerspieler aktiv sein werden.
Schneider aber hat genug. Seine Priorität ist jetzt das Studium der Wirtschaftsinformatik, das er gerade begonnen hat. Obwohl, ganz aufgegeben hat er seinen Status als Pro-Gamer nicht. "Ich bin etwas kürzer getreten. Zum finanzieren des Studiums reicht es noch", sagt er.
Vielleicht aber nicht mehr lange. Selbst wenn er hierzulande nach wie vor zur Spitze gehört, merkt er, dass sich die studiumsbedingte Kürzung seines Trainings bemerkbar macht. "Mann muss schon, will man ständig ganz oben mitspielen, einen Großteil der Zeit dem Training widmen."
- Datum 12.11.2009 - 18:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich habe selber gerne Warcraft 3 gespielt und spiele auch aktuelle Games. Aber anderen zuschauen dabei wäre vollkommen uninteressant.
Sport ohne Zuschauer kann aber niemanden ernähren, darum wird das nichts mit Profizockern - und das ist auch gut so.
Ich zum Beispiel verfolge regelmäßig die Koreanischen Topspiele in den Starcraft-Ligen (mit englischen Kommentaren). Gerade bei einem so alten und wohlbalancierten Spiel gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Taktiken, Strategien und verschiedenen Spielstilen. Das ist für mich deutlich interessanter als Fussball oder die meisten anderen Sportarten. WC3 ist irgendwie schon etwas langweiliger, irgendwie sind die drops zu Glückbasierend und die Helden werden nachher zu mächtig. Als spannendstes anderes Spiel zum zusehen gibt es für mich nur noch Counterstrike. Wichtig ist auf jeden Fall ein Kommentator, der etwas von seinem Fach versteht.
Ich zum Beispiel verfolge regelmäßig die Koreanischen Topspiele in den Starcraft-Ligen (mit englischen Kommentaren). Gerade bei einem so alten und wohlbalancierten Spiel gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Taktiken, Strategien und verschiedenen Spielstilen. Das ist für mich deutlich interessanter als Fussball oder die meisten anderen Sportarten. WC3 ist irgendwie schon etwas langweiliger, irgendwie sind die drops zu Glückbasierend und die Helden werden nachher zu mächtig. Als spannendstes anderes Spiel zum zusehen gibt es für mich nur noch Counterstrike. Wichtig ist auf jeden Fall ein Kommentator, der etwas von seinem Fach versteht.
Stundenlang vor dem Rechner zu hocken ist Folter für Körper und Geist ...und kein Sport.
Schach-Spieler sitzen auch nur stundenlang vor ihrem Brett - trotzde ist Schach eine anerkannte Sportart. Geistessport, wenn Sie so wollen.
Und man "hockt" beim Spielen nicht vor dem Rechner, man sitzt. Der Begriff "hocken" in diesem Zusammenhang ist eines von vielen (leider anscheinend unausrottbaren) "Gamer-sind-unsoziale-Kellerkinder"-Klischees. "Folter" ist es auch nicht - schließlich wird der Geist nicht durch stumpfes Konsumieren zermürbt, sondern - zumindest in guten Spielen - ständig neu herausgefordert. Genauso, wie Sporttauchen kein Waterbording ist, nur weil man dabei nass wird.
Schach-Spieler sitzen auch nur stundenlang vor ihrem Brett - trotzde ist Schach eine anerkannte Sportart. Geistessport, wenn Sie so wollen.
Und man "hockt" beim Spielen nicht vor dem Rechner, man sitzt. Der Begriff "hocken" in diesem Zusammenhang ist eines von vielen (leider anscheinend unausrottbaren) "Gamer-sind-unsoziale-Kellerkinder"-Klischees. "Folter" ist es auch nicht - schließlich wird der Geist nicht durch stumpfes Konsumieren zermürbt, sondern - zumindest in guten Spielen - ständig neu herausgefordert. Genauso, wie Sporttauchen kein Waterbording ist, nur weil man dabei nass wird.
Zu 1)
Fußball, Wintersport, etc. findet auch genügend Zuschauer, obwohl Sport relativ wenig Sinn macht, wenn man nur zusieht. Die Zuschauerzahlen steigen jedenfalls und wie im Artikel schon steht: In anderen Ländern ist der Sport schon wesentlich populärer.
Zu 2)
Damit sind auch 90% aller Bürojobs abgedeckt. ;)
Fazit:
Ich würde das nicht machen wollen, zudem ich sowieso nicht gut genug wäre. Für mich ist das Spielen reines Hobby und Entspannung und das soll es auch bleiben. Wenn jemand gut genug ist: Warum nicht?
Vor einhundert Jahren war mit Fußball auch noch keine müde Mark zu verdienen. Und jetzt...
Die Gesellschaft entwickelt sich, (ob nun weiter, das sei mal dahingestellt...) und dementsprechend ergeben sich, je nach Trend, Technologie und Mode immer neue Formen der Unterhaltung. Und wenn zukünftig E-Sport den Beliebtheitsgrad von Fußballbundesliga und Co. erreicht: Warum denn nicht? Davon einmal abgesehen: Wenn jemand hervorragende Leistungen in etwas Bestimmtem erzielt und andere Menschen demjenigen gerne dabei zuschauen, so ist es nur legitim, wenn derjenige dafür auch eine Entlohnung erhält. Unterhaltung zu leisten ist auch Arbeit...
Ich zum Beispiel verfolge regelmäßig die Koreanischen Topspiele in den Starcraft-Ligen (mit englischen Kommentaren). Gerade bei einem so alten und wohlbalancierten Spiel gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Taktiken, Strategien und verschiedenen Spielstilen. Das ist für mich deutlich interessanter als Fussball oder die meisten anderen Sportarten. WC3 ist irgendwie schon etwas langweiliger, irgendwie sind die drops zu Glückbasierend und die Helden werden nachher zu mächtig. Als spannendstes anderes Spiel zum zusehen gibt es für mich nur noch Counterstrike. Wichtig ist auf jeden Fall ein Kommentator, der etwas von seinem Fach versteht.
Schach-Spieler sitzen auch nur stundenlang vor ihrem Brett - trotzde ist Schach eine anerkannte Sportart. Geistessport, wenn Sie so wollen.
Und man "hockt" beim Spielen nicht vor dem Rechner, man sitzt. Der Begriff "hocken" in diesem Zusammenhang ist eines von vielen (leider anscheinend unausrottbaren) "Gamer-sind-unsoziale-Kellerkinder"-Klischees. "Folter" ist es auch nicht - schließlich wird der Geist nicht durch stumpfes Konsumieren zermürbt, sondern - zumindest in guten Spielen - ständig neu herausgefordert. Genauso, wie Sporttauchen kein Waterbording ist, nur weil man dabei nass wird.
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