Electronic Sports League Spielend Geld verdienenSeite 2/2

Denn Erfolg vergeht schnell im E-Sport. Mit Mitte 20 gilt man schon als Methusalem in der Szene. "Viele Spieler sind schon mit 19 oder 20 über dem Zenit und werden vom Gamer-Thron verdrängt."

Schneider war sich dessen bewusst. "Es war von vorneherein mein Plan, das so nur für ein Jahr zu machen. Ich wollte herausfinden, wie viel Erfolg ich haben kann." Denn auch wenn sich das Jahr als Profi für ihn gelohnt hat, der Verdienst sei bei weitem nicht hoch genug, um sich darauf ausruhen zu können. Anders als beim Fußball oder beim Tennis haben Gamer nach zwei, drei Jahren Profikarriere finanziell längst nicht ausgesorgt.

"Viele Spieler sind schon mit 19 oder 20 über dem Zenit."

Zumindest nicht in Deutschland. Das ist in anderen Teilen der Erde schon anders. In Asien boomt diese Sportart. Zur Weltspitze gehören die Südkoreaner. "Dort ist E-Sport so populär wie bei uns die Fußballbundesliga." Top-Spieler werden verehrt wie Popstars und verdienen bis zu 250.000 Dollar pro Jahr.

In Deutschland ist es noch lange nicht so weit, allerdings wächst der Sport auch hier. "E-Sport ist nicht nur ein Trend, sondern eine ernst zu nehmende Sportart, die sich zunehmend etablieren wird. Schon allein wegen des stetig wachsenden Sponsorenpools", sagt Schneider. Es könne durchaus sein, dass zukünftig auch einige Spieler bis zum 30. Lebensjahr als professionelle Computerspieler aktiv sein werden.

Schneider aber hat genug. Seine Priorität ist jetzt das Studium der Wirtschaftsinformatik, das er gerade begonnen hat. Obwohl, ganz aufgegeben hat er seinen Status als Pro-Gamer nicht. "Ich bin etwas kürzer getreten. Zum finanzieren des Studiums reicht es noch", sagt er.

Vielleicht aber nicht mehr lange. Selbst wenn er hierzulande nach wie vor zur Spitze gehört, merkt er, dass sich die studiumsbedingte Kürzung seines Trainings bemerkbar macht. "Mann muss schon, will man ständig ganz oben mitspielen, einen Großteil der Zeit dem Training widmen."

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe selber gerne Warcraft 3 gespielt und spiele auch aktuelle Games. Aber anderen zuschauen dabei wäre vollkommen uninteressant.

    Sport ohne Zuschauer kann aber niemanden ernähren, darum wird das nichts mit Profizockern - und das ist auch gut so.

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    • itelon
    • 14.11.2009 um 1:22 Uhr

    Ich zum Beispiel verfolge regelmäßig die Koreanischen Topspiele in den Starcraft-Ligen (mit englischen Kommentaren). Gerade bei einem so alten und wohlbalancierten Spiel gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Taktiken, Strategien und verschiedenen Spielstilen. Das ist für mich deutlich interessanter als Fussball oder die meisten anderen Sportarten. WC3 ist irgendwie schon etwas langweiliger, irgendwie sind die drops zu Glückbasierend und die Helden werden nachher zu mächtig. Als spannendstes anderes Spiel zum zusehen gibt es für mich nur noch Counterstrike. Wichtig ist auf jeden Fall ein Kommentator, der etwas von seinem Fach versteht.

    • itelon
    • 14.11.2009 um 1:22 Uhr

    Ich zum Beispiel verfolge regelmäßig die Koreanischen Topspiele in den Starcraft-Ligen (mit englischen Kommentaren). Gerade bei einem so alten und wohlbalancierten Spiel gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Taktiken, Strategien und verschiedenen Spielstilen. Das ist für mich deutlich interessanter als Fussball oder die meisten anderen Sportarten. WC3 ist irgendwie schon etwas langweiliger, irgendwie sind die drops zu Glückbasierend und die Helden werden nachher zu mächtig. Als spannendstes anderes Spiel zum zusehen gibt es für mich nur noch Counterstrike. Wichtig ist auf jeden Fall ein Kommentator, der etwas von seinem Fach versteht.

  2. Stundenlang vor dem Rechner zu hocken ist Folter für Körper und Geist ...und kein Sport.

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    • Raknar
    • 14.11.2009 um 19:19 Uhr

    Schach-Spieler sitzen auch nur stundenlang vor ihrem Brett - trotzde ist Schach eine anerkannte Sportart. Geistessport, wenn Sie so wollen.
    Und man "hockt" beim Spielen nicht vor dem Rechner, man sitzt. Der Begriff "hocken" in diesem Zusammenhang ist eines von vielen (leider anscheinend unausrottbaren) "Gamer-sind-unsoziale-Kellerkinder"-Klischees. "Folter" ist es auch nicht - schließlich wird der Geist nicht durch stumpfes Konsumieren zermürbt, sondern - zumindest in guten Spielen - ständig neu herausgefordert. Genauso, wie Sporttauchen kein Waterbording ist, nur weil man dabei nass wird.

    • Raknar
    • 14.11.2009 um 19:19 Uhr

    Schach-Spieler sitzen auch nur stundenlang vor ihrem Brett - trotzde ist Schach eine anerkannte Sportart. Geistessport, wenn Sie so wollen.
    Und man "hockt" beim Spielen nicht vor dem Rechner, man sitzt. Der Begriff "hocken" in diesem Zusammenhang ist eines von vielen (leider anscheinend unausrottbaren) "Gamer-sind-unsoziale-Kellerkinder"-Klischees. "Folter" ist es auch nicht - schließlich wird der Geist nicht durch stumpfes Konsumieren zermürbt, sondern - zumindest in guten Spielen - ständig neu herausgefordert. Genauso, wie Sporttauchen kein Waterbording ist, nur weil man dabei nass wird.

  3. 3. Naja

    Zu 1)
    Fußball, Wintersport, etc. findet auch genügend Zuschauer, obwohl Sport relativ wenig Sinn macht, wenn man nur zusieht. Die Zuschauerzahlen steigen jedenfalls und wie im Artikel schon steht: In anderen Ländern ist der Sport schon wesentlich populärer.

    Zu 2)
    Damit sind auch 90% aller Bürojobs abgedeckt. ;)

    Fazit:
    Ich würde das nicht machen wollen, zudem ich sowieso nicht gut genug wäre. Für mich ist das Spielen reines Hobby und Entspannung und das soll es auch bleiben. Wenn jemand gut genug ist: Warum nicht?

  4. Freier Autor

    Vor einhundert Jahren war mit Fußball auch noch keine müde Mark zu verdienen. Und jetzt...
    Die Gesellschaft entwickelt sich, (ob nun weiter, das sei mal dahingestellt...) und dementsprechend ergeben sich, je nach Trend, Technologie und Mode immer neue Formen der Unterhaltung. Und wenn zukünftig E-Sport den Beliebtheitsgrad von Fußballbundesliga und Co. erreicht: Warum denn nicht? Davon einmal abgesehen: Wenn jemand hervorragende Leistungen in etwas Bestimmtem erzielt und andere Menschen demjenigen gerne dabei zuschauen, so ist es nur legitim, wenn derjenige dafür auch eine Entlohnung erhält. Unterhaltung zu leisten ist auch Arbeit...

    • itelon
    • 14.11.2009 um 1:22 Uhr

    Ich zum Beispiel verfolge regelmäßig die Koreanischen Topspiele in den Starcraft-Ligen (mit englischen Kommentaren). Gerade bei einem so alten und wohlbalancierten Spiel gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Taktiken, Strategien und verschiedenen Spielstilen. Das ist für mich deutlich interessanter als Fussball oder die meisten anderen Sportarten. WC3 ist irgendwie schon etwas langweiliger, irgendwie sind die drops zu Glückbasierend und die Helden werden nachher zu mächtig. Als spannendstes anderes Spiel zum zusehen gibt es für mich nur noch Counterstrike. Wichtig ist auf jeden Fall ein Kommentator, der etwas von seinem Fach versteht.

    Antwort auf "Wer schaut denn da zu?"
    • Raknar
    • 14.11.2009 um 19:19 Uhr

    Schach-Spieler sitzen auch nur stundenlang vor ihrem Brett - trotzde ist Schach eine anerkannte Sportart. Geistessport, wenn Sie so wollen.
    Und man "hockt" beim Spielen nicht vor dem Rechner, man sitzt. Der Begriff "hocken" in diesem Zusammenhang ist eines von vielen (leider anscheinend unausrottbaren) "Gamer-sind-unsoziale-Kellerkinder"-Klischees. "Folter" ist es auch nicht - schließlich wird der Geist nicht durch stumpfes Konsumieren zermürbt, sondern - zumindest in guten Spielen - ständig neu herausgefordert. Genauso, wie Sporttauchen kein Waterbording ist, nur weil man dabei nass wird.

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