Xbox 360

Microsoft exkommuniziert seine Kunden

Wer auf seiner Xbox geknackte Games spielt, dem klemmt Microsoft den Zugang zu seinen Internet-Spieleservern ab. Betroffen sind Hunderttausende.

Circa 20 Millionen Besitzer der Xbox 360 spielen auf den Internetservern von Microsoft

Circa 20 Millionen Besitzer der Xbox 360 spielen auf den Internetservern von Microsoft

Mehr als eine Million Konsolen des Typs Xbox 360 haben seit Kurzem nur noch Schrottwert. Sie hat der letzte "Bann" des Herstellers Microsoft getroffen. Denn Microsoft verwehrt seit Anfang November all jenen Zugang zu seinem Onlinenetzwerk Xbox-Live, die geknackte Software nutzen.

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Spielen lässt sich mit den Geräten noch, doch nicht mehr über das Internet. Die betroffenen Konsolen können sich nicht mehr bei Xbox-Live einloggen. Was harmlos klingt, ist für viele Gamer eine herbe Enttäuschung, kaufen sie das Gerät doch vor allem, um im Netz gegen andere zu spielen, und nicht, um damit allein zu Hause gegen den Rechner anzutreten.

So groß ist die Bannwelle, dass es bereits Berichte gibt, die Versteigerungsplattform eBay werde "geflutet" mit geknackten Xboxen. Und sie warne davor, blind eine Konsole zu kaufen, man solle unbedingt den Verkäufer fragen, ob sie blockiert sei, und Paypal nutzen, um das Geld zurückzubekommen, falls er gelogen habe.

Dabei dürfte eBay von dem Bann profitieren, genau wie Microsoft. Denn viele Spieler werden ihre Konsolen, die ohne Zubehör wie Festplatten vergleichsweise moderate 170 Euro kosten, gegen neue tauschen. Gesperrt nämlich sind nur die Geräte selbst, nicht der Account des Spielers, der sie einsetzt.

 
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Leser-Kommentare

  1. [...] Was bitte sollen solche Formulierungen:
    [Gekürzt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    "Mehr als eine Million Konsolen des Typs Xbox 360 haben seit Kurzem nur noch Schrottwert."

    wenn zwei Zeilen darunter stet das sie - bis auf den Live-Zugang - ganz normal funktionieren?
    Auch die aktuellen eBay Preise für die XBOX360 liegen nicht unter 100 € - dafür muss ich schon eine menge Schrott zusammensuchen.

    Zeit.de hat nun wirklich gerade die Chance dem aus dem Ruder laufenden SPON eine unaufgeregte, seriöse und geistreiche Alternative entgegenzusetzen. Was wir sicher nicht brauchen ist ein drittes Portal das aus jedem normalen Vorgang (Firma sperrt illegale Modifikationen aus) einen Skandal zu machen versucht.

  2. 2. SPON²

    Amen kann ich da nur sagen. Ein SPON-Klon ist wahrlich überflüssig und genau aus oben genannten Gründen bin ich schließlich auch zu Zeit.de gewechselt.

  3. Ich verstehe das Getöse nicht. Bisher haben die Medien so gut wie nie darüber berichtet, dabei macht Microsoft das jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit, aus leicht nachvollziehbaren Gründen:
    Der typische Xbox 360-Besitzer ist männlich und zwischen 12 und 18 Jahren alt. Was also macht ein solcher Teenager, wenn er kurz vor Weihnachten plötzlich nicht mehr online sein Lieblings-Ballerspiel spielen kann? Er wünscht sich von seinen Eltern eine neue Xbox 360 zu Weihnachten.

    Die 360-Besitzer waren mit dieser Regelung bislang auch im Grossen und Ganzen einigermassen einverstanden, in vielen 360-Internetforen herrschte diesbezüglich die Meinung vor: "Das ist okay so, ich kaufe einmal im Jahr eine neue Xbox 360 und bezahle einen monatlichen Beitrag für den Online-Service, dafür spare ich Geld weil ich alle Spiele als kostenlose Raubkopien bekomme. Und Microsoft hat auch etwas davon, weil sie dadurch die Absatzzahlen ihrer Konsole auf einen Schlag massiv erhöhen."

    Der grösste Unterschied in diesem Jahr zu den vorherigen Jahren ist ein anderer: In diesem Jahr hat Microsoft plötzlich angefangen, nicht nur die Konsole vom Onlinedienst auszusperren, sondern auch noch die Festplatte der Geräte zu blockieren. Das ist es, was vielen jetzt ziemlich übel aufstösst, denn ohne die Möglichkeit Spiele auf Festplatte zu installieren ist die XBox 360 extrem laut, gespeicherte Spielstände können nicht mehr benutzt werden etc.

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    Getöse   Kai Biermann

    Sehr geehrter Herr Vorragend,

    bitte verzeihen Sie meine, sagen wir Naivität, aber mir erscheint es doch seltsam, sich jedes Jahr eine neue Konsole zu kaufen, um dann kopierte Spiele spielen zu können. Lohnt sich das tatsächlich?

    Beste Grüße
    Kai Biermann

  4. wenn die vermeintliche Sperre irreversibel ausgeführt ist. Was auch immer online vom Gerät abgefragt wird, um festzustellen, ob es auf der schwarzen Liste steht ... lässt sich verändern. Man erinnert sich doch an genug "clevere" Methoden zur Umgehung jeglicher Sperren im PC-Bereich, oder? Warum eine Industrie da immer noch mit der vermeintlichen Keule reagiert, ist mir zweifelhaft. Genauso zweifelhaft aber auch, warum man regelmäßig einen Service nutzt, diesen sicherlich auch als qualitativ gut einordnet und nicht dafür zahlen möchte (allerdings sind mit die Preise bei der XBox unbekannt - shame on me).
    Letztendlich haben - wie die "Schläge" der großen Industrie unserer Urheberrechtslobby auch - solche Aktionen eher Symbolcharakter und machen dem Unbedarften vielleicht genug Angst, um widerwillig zu zahlen. Sollte man also feststellen, dass die XBox-Zielgruppe zu arm und unwillig für regelmäßige Zahlung an den Onlinedienst ist, kann man stumpf die Keule wirbeln oder sich fragen, wie man die Freiwilligkeit aktiviert bekommt - keine leichte, aber eine zu schaffende Aufgabe. Übrigens, das sollte man bei dem Thema nicht vergessen, es wird auch Leute geben, die erst "böse" kostenlos nutzen, um dann später zum zahlenden Kunden zu werden ... alles schon erlebt und nicht mal selten.

    • 19.11.2009 um 10:12 Uhr
    • lepkeb

    eine einfache Lösung. Einfach keine Microsoft Produkte mehr kaufen. Leider hat der Verbraucher seine Marktmacht noch nicht erkannt oder ist zu träge sie umzusetzen.

  5. Die Aktion von Microsoft betrifft

    a) den online-Zugang zu einem online-Spielplatz und
    b) die Festplatte der X-Box Nutzer.

    Der erste Schritt erscheint mir legitim als Reaktion auf Urheberrechtsverletzungen. Punkt b) ist allerdings ein Eingriff in die Hardware, die der Nutzer erworben hat. Das halte ich unabhängig von möglicherweise verwendeten Vertragsbedingunen von MS in höchstem Masse für illegitim, vielleicht ist es sogar illegal.

    Aus dem Artikel geht die Festplattensperrung übrigens nicht hervor. Ich nehme aber an, dass meine Vorschreiber korrekte Informationen hier weitergegeben haben. Daher bleibt mir nur zu sagen: Bitte intensiver recherchieren und bitte kein Boulevardstil auf zeit.de.

    Danke.

  6. mit den Kunden umzugehen präsentieren die beiden großen Unternehmen (MS/Apple) auf diese Weise: man erwirbt faktisch den Besitz an einer Sache, das Eigentumsrecht bleibt aber dem Hersteller vorbehalten. Der kann dem Kunden vorschreiben was er wann wo und wie zu tun hat um die Leistungen abrufen zu können.

    Legitim ist das Ganze, weil ich als Kunde immer noch das Recht auf Nichterwerb habe. Solche Gechäftspraktiken werden immer populärer, es geht ja auch um einen Milliardenmarkt!

    Da lobe ich mir das Gute Alte Brettspiel, da schreibt mir keiner der Hersteller etwas vor, ich kann die Püppchen bemalen oder auch das Brett, kann Regeln ändern oder hinzuerfinden...stelle sich mal jemand vor, die Musikindustrie hätte nach dem Abspielen einer kopierten Kassette vor Jahren einfach das Laufwerk gesperrt...aber heutzutage kann man es machen.

    Und alle die so etwas noch unterstützen haben es nicht besser verdient!

    Also: who cares?

    Zumal die bigotten Käufer (die alles Nutzen/Spielen aber nicht dafür bezahlen wollen) dies auch nur tun (siehe auch Pay-TV oder alle anderen Bezahldienste), weil die Preise einfach grotesk überzogen sind. Wie soll ein 15jähriger auch IPhone, IPod, Spiele, Musik und FastFood bezahlen? Ach, stimmt, mit der (hoffentlich sicheren) Kreditkarte auf Pump!

    Das macht uns ja die ganze Welt vor, auf Pump zu leben...

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    "Wie soll ein 15jähriger auch IPhone, IPod, Spiele, Musik und FastFood bezahlen? Ach, stimmt, mit der (hoffentlich sicheren) Kreditkarte auf Pump!"

    Die Frage ist vollkommen falsch gestellt. Nicht WIE, sondern WARUM!

    Es ist m.E. eine der Hauptaufgaben von Eltern in der heutigen Welt, ein Kind nicht zum Konsumschaf zu erziehen. Es gibt so vieles, das man mit Geld nicht kaufen kann. Und so vieles, dass man überhaupt nicht kaufen muss, weil es günstigere oder kostenlose Alternativen gibt.

    Das ist jetzt vielleicht in unserer Krisengeschüttelten Zeit nicht die Aussage, die die Industrie und Politik hören möchte, aber das Leben besteht nicht nur aus Konsum. Und tut es das doch, dann ist das mit Sicherheit kein glückliches Leben!

    Um einen bekannten Spruch ein bisschen abzuwandeln: Lebe nicht, um zu Konsumieren, sondern konsumiere nur, um (besser) zu Leben.

    j

    • 19.11.2009 um 11:08 Uhr
    • Ranjit

    Um mal etwas positives zusagen: Danke für den Artikel, ich würde gerne mehr darüber hier bei der ZEIT lesen.

    Die größere Thematik ist aber eben wirklich die Frage wem die Geräte gehöhren, die ich mir kaufe.
    Hier hätte ich gerne mal eine gesetzliche Grundlage die ein Vorgehen wie das von Microsoft einfach als Sachbeschädigung ahndet.

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