Video- und Computerspiele Die Lieblingsspiele der Redaktion

Wenn Gitarrenriffs töten und Pantoffelhelden skifahren können: Unsere Redakteure und Mitarbeiter gestehen, mit welchen Games sie dieses Jahr die Zeit verdaddelt haben.

Eddie in seinem Hot Rod, die Puppe lässig im Arm.

Eddie in seinem Hot Rod, die Puppe lässig im Arm.

Brütal Legend  von David Hugendick

Eddie Riggs ist Roadie von Beruf, ein gutmütiger Haudrauf. Tausende Bühnen und Langhaarfrisuren hat er erlebt, der Bauch schwappt unterm T-Shirt, seine besten Tage sind vorüber. Brütal Legend heißt das Spiel, das manchem bereits am sogenannten "Metal-Umlaut" verrät, worum es sich hier handelt: ein Heavy-Metal-Abenteuer!

Durch einen Zufall wird Eddie hinein geworfen in eine Parallelwelt, die er nun vom Dämon Ormagöden befreien soll. Auf Eddies Rücken kreuzen sich eine Axt und eine Gitarre, von der aus er Gitarrensoli in die Welt schicken kann, die wahlweise Gegner entflammen oder ihnen die Gesichter zerschmelzen. Das ist die Kraft des Heavy-Metal. Und ständig spielt dieser: Zum Beispiel, wenn Eddie seinen Hot Rod, diesen aufgemotzten Ami-Schlitten, durch verschwefelte Ebenen lenkt und birkendüstere Wälder, neue Mitstreiter sucht oder Dämonen im Autorennen besiegt, wählt man aus mehr als 100 Titeln das passende Lied zu diesem überdrehten Spiel. Neues aus Death-Metal, Speed-Metal, Thrash-Metal und Altbewährtes von Iron Maiden, Megadeth, Motley Crüe, Manowar.

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Und wen wir alles treffen: Rob Halford, der einst für Judas Priest kreischte, Mötorheads Bassisten Lemmy Kilmister, und auch Ozzy Osborne steht einem als "Hüter des Metal" bei. An jeder Weggabelung warten weitere Referenzen an die Musik, der hier allumfassend gehuldigt wird. Steindrachen, wüst geschminkte Fans, taube Altrocker, Metallspinnen, überhaupt abstruse Monster und noch abstrusere Sehenswürdigkeiten (mit einem Standfernglas zu betrachten): Aus Boxen türmt sich ein Gebirge, ein tiefschwarzer Fluss kriecht durchs Land, gigantische, vom Himmel abgeworfene Schwerter stecken in der Erde, und da drüben grüßt ein Fels namens Mount Rockmore. Was immer wir auf Plattenhüllen an mühevoll gezeichneten Albernheiten entdeckt haben: Der Programmierer Tim Schaeffer hat kaum etwas vergessen in seiner äußerst humorvollen Hommage an ein oft humorloses Musikgenre.

Auch an die Kinder hat er gedacht: Am Anfang fragt der Held, ob man die unzensierte (sehr blutige) oder die jugendfreie (blutlose) Version spielen will. Soll noch einer sagen, Metal sei nur böse.


Ein spektakulärer Kopfstoß von der Nummer 18.

Ein spektakulärer Kopfstoß von der Nummer 18.

FIFA 10 von Harro Albrecht

Mein Name sei Mladen Petrić. Ich spiele beim HSV, Spielerstufe 4, Form-Wertung 4,0. So weit so gut. Die nächste Partie geht gegen den FC Schalke 04.

Mein Alter Ego ist der Fußballgott an der PlaystationPortable. Er muss noch entscheiden, ob er sich in dieser Runde den Schwierigkeitsgrad "Weltklasse" oder ob er sich sogar die Stufe "Legendär" zumuten will. Letzteres ist in FIFA 10 eine echte Herausforderung. Gnadenlos nutzt der Gegner jede Schwäche, jede Lücke in der Verteidigung. Da muss mein Fußballgott für mich tricksen, bis sich seine Finger an den Tasten der Konsole verknoten.

Auf meinem täuschend echten Bildschirmrasen dauert ein Spiel acht Minuten. Der Torwart hechtet, die Spielfiguren dribbeln, vollführen kunstvolle Dreher, rempeln und grätschen dem Gegner zwischendie Beine das es eine Freude ist. Lange Zeit war ich ein vollkommener Rasenbanause. An den Knöpfen von FIFA 10 aber beginnt mein Fußballgott auf einmal die Raffinesse des Spiels zu begreifen. So muss es sich im Stadion anfühlen: Die Formationen, die Fallen und die Fouls.

Mein Alter Ego hat gelernt, dass es beim Schiedsrichter nicht gut angkommt, dem gegenerischen Stürmer von hinten die Beine weg zuziehen. Das gibt eine rote Karte. Auch weiß er jetzt, dass die Stellung des Torwarts zum Tor essenziell ist. Unvergessen die Szene, als ich, Petrić, den Ball über den Kopf des Towarts ins Tor lupfte. Mein Fußballgott hat das Spiel sofort angehalten und sich die Szen aus allen Lagen und Winkeln noch einmal angesehen.

Im Fernsehprogramm kann er nur die fremdbestimmte Zeitlupe studieren. An der Playstation herrscht er über die Kamera. Es ist wie dreidimensionale Nachhilfe für den Laien. Jetzt versteht mein Fußballgott auch ein wenig mehr seine fußballbegeisterten Kollegen in der Redaktion.

Das Spiel geht in die siebente Minute. "So, jetzt müsste es schnell gehen", sagt der virtuelle Kommentator mit der Stimme des Fernsehmoderators Tom Bayer. "Da könnte was draus werden", urteilt auch sein Kollege Sebastian Hellmann über eine Torchance. Aber dann ist das Spiel aus. Die Schlußbermerkungen aus dem digitalen Wortschnipselkasten sind ernüchternd. "Beide Teams haben sich im Mittelfeld weitgehend neutralisiert", sagt Bayer. "Ja, also als Klassiker wird das Spiel wohl nicht in die Fußballgeschichte eingehen", sagt Hellmann.

Mein Fußballgott sollte lieber auf die Spielstufe Halbprofi runterschalten, entscheide ich.

Batman - Arkham Asylum von Marc Tönsing



Wie Computerspielen auf LSD: Auditorium

Wie Computerspielen auf LSD: Auditorium

 Auditorium von Adrian Pohr

Weihnachtszeit ist Spielezeit. Die einzige Zeit im Jahr, in der ich mir mal richtig Zeit zum ausgiebigen Daddeln gönne. Was gibt es Schöneres in dieser winterschläfrigen, dunklen Zeit, als im warmen Bett mit dem Notebook in irgendwelchen längst vergessenen oder immer schon komplett herbeiphantasierten Welten die Wartezeit auf's Christkind zu überstehen. Beziehungsweise sich von den Treffen mit der neugierigen Verwandtschaft oder den durstigen Freunden zu erholen. Dieses Jahr war ich jedoch mal wieder schlecht organisiert, kein Spiel im Gepäck.

Aber wofür gibt es das Internet? Nun, auch zum Spielen eignet es sich: Auf der Seite Playauditor kann man das Spiel Auditorium testweise spielen – und natürlich auch kaufen. Ziel des Spieles ist es, Lichtströme so zu lenken, dass sie bestimmte Tonfelder erreichen. Sobald das Licht das Tonfeld durchströmt, erklingt pro Feld ein Instrument. Erst wenn alle Felder richtig beleuchtet sind, ertönt das Lied in voller Instrumentierung. Der Level ist geschafft. Umgelenkt werden die Lichtströme durch verschiebbare Kreisel, deren Radius und der Einschlagswinkel des Lichts die Weiterleitung beeinflussen. So muss man in höheren Levels Lichtströme spalten und durch verschiedenfarbige Farbfelder lenken, damit die Tonfelder reagieren.

Ein sehr intuitives Spiel, das gegen die Konkurrenten in den Computerspiel-Regalen der Kaufhäuser fast schon wie ein Meditiations-Set daherkommt. Es müssen keine Gegner ausbremst, niedergeballert oder aufgekauft werden. Dennoch bleibt das Gefühl, Gott einer eigenen Welt zu sein: Ich lenke das Licht und durch meine weise Gestaltung des Spielfeldes erklingt Musik. Der Suchtfaktor schmälert sich dadurch nicht, im Gegenteil. Und so passiert es wie jedes Jahr, dass auch lange nach Erlöschen der Lichter im Haus noch eines leuchtet: der Laptop-Screen. Alle Jahre wieder.

In die Hocke, kanten und sich ins Tal stürzen: Zum Beispiel auf der Original-Weltcup-Strecke von Bormio

In die Hocke, kanten und sich ins Tal stürzen: Zum Beispiel auf der Original-Weltcup-Strecke von Bormio

Ski Challenge von Tibor Bogun

Skifahren bedeutet auch: Sich vorm Skilift die Beine in den Bauch zu stehen. Mitunter lange Reisen zum nächstgelegenen Gletscher in Kauf zu nehmen. Oder üblen Muskelkater und klamme Finger auszuhalten.

Wer das ablehnt, der ist reif für die Ski-Challenge.

Dieses Rennspiel aus Österreich ist das größte Online-Skirennen der Welt. Es wird auf den Original Weltcup Pisten von Bormio, Gröden, Wengen und Kitzbühl ausgetragen. Trainingsfahrten können (und sollten!) beliebig viele absolviert werden – der große Wettkampf findet indes zu fest definierten Terminen zeitgleich zu den echten Rennen statt. Zu gewinnen gibt es Skireisen, MacBooks oder iPhones – doch Vorsicht: die Konkurrenz ist groß und wohl trainiert.

Der Community-Kosmos rund um die Ski-Challenge bietet viele Möglichkeiten, eigene Rennteams zu gründen, sich auf Skihütten auszutauschen oder einander beim Training zu helfen. So könnte es der virtuellen Sportler-Gemeinde aus Castrop-Rauxel zum Beispiel gelingen, die Schweizer Kollegen aus Zermatt gehörig einzuseifen und sie auf der Rangliste auf die hinteren Plätze zu verweisen. Meist bleiben solche Attacken allerdings nicht lange unbeantwortet – schließlich geht es auch um die regionale Ehre.

Doch die Hüttenmuffel unter uns dürfen sich beruhigt zurücklehnen. Eine Pflicht zur Kontaktpflege besteht nicht. Man kann das Spiel auch ganz für sich allein genießen, ohne Kumpeleien und ständige Wettkämpfe. Dafür bringt der knirschende Schnee und die geniale Simulation der rasanten Weltcup-Strecken Knie und Hüften in jedem Drehstuhl dieser Welt zum kreisen. Gesteuert, gesprungen und gebremst wird mit den Pfeiltasten. Simpel, klassisch, gut. Es macht einen Heidenspaß, es ist kostenlos und läuft auf dem PC ebenso sauber wie auf Mac. Hier geht's zum Starthäuschen. Hals und Beinbruch!

 

Kaum ist das eine Flugzeug sicher gelandet, folgt schon das nächste.

Kaum ist das eine Flugzeug sicher gelandet, folgt schon das nächste.

Flight Control von Stefan Schmitt

Wer unter Flugangst leidet, sollte dieses Spiel meiden. Jedenfalls kurz vor der Landung. Denn, so sehr man sich auch bemüht, Flight Control endet immer gleich: Mit einem Zusammenstoß in der Luft. Diese Gewissheit und die ganzen Beinahe-Kollisionen (und natürlich unzählige sichere Landungen), die dem Crash vorausgehen, machen das kleine iPhone-Spiel zum Adrenalinkick für Zwischendurch.

Ein Flughafen hat unterschiedliche Landebahnen, auf die der Spieler Flugzeuge verschiedener Typen lenken muss. Landen muss eines nach dem anderen, die Zahl der nachdrängenden Flieger im Luftraum nimmt aber immer schneller zu. Und damit die Herausforderung, ihnen Warteschleifen vorzugeben, ohne dass sie in der Luft zusammenstoßen. Dieses Spielprinzip ist simpel, macht sich aber ganz prima den berührungsempfindlichen Bildschirm zunutze. In Kurven, Zacken und Schleifen zeichnet der Spieler jedem Flugzeug seinen Weg vor, korrigiert, zeichnet Umwege, Ausweichrouten, Abkürzungen.

Online lockt der Vergleich mit der Punktzahl anderer Spieler. Im Zweispielermodus kann man sich die Luftraumkontrolle teilen. Was anfangs nach trivialem Tapsen ausschaut, wird ganz schnell zum süchtigmachenden Multitasking am Touchscreen. Game Over? Noch einmal!
 

Das Strategiespiel für zwischendurch: Civilisation auf dem iPhone

Das Strategiespiel für zwischendurch: Civilisation auf dem iPhone

 Civilization Revolution von Kai Biermann

Ich spiele gern Strategiespiele. Diese Dinger, bei denen ein Zug drei Stunden dauert und man immer irgendeine Einheit vergisst, die deswegen dann vom Gegner abgefackelt wird. Mir macht das Spaß. Und dass ich dank iPhone das jetzt überall und jederzeit machen kann, finde ich großartig. Meine Familie nicht so, aber darum soll es hier nicht gehen.

Sondern um Civilization Revolution, einen Ableger der von Sid Meier 1991 geschaffenen Globalstrategie-Reihe. Das gibt es kostenlos als Lite-Version oder für 5,49 Euro als komplettes Programm. Früher habe ich sehr viel mehr Geld zahlen müssen, um mir tagelangen Spaß kaufen zu können. Für mich ist der Preis daher der erste Pluspunkt.

Vor allem, da ich dafür tatsächlich ein Strategiespiel bekomme. Die leben davon, dass es gilt, dutzende Parameter zu steuern und einen von vielen Wegen zum Sieg zu finden. Und nach dem Durchspielen bleibt der Eindruck, dass Revolution für so ein kleines Game erstaunlich komplex ist.

Es bietet die klassischen Sid-Meier-Sieg-Strategien kämpfen, forschen, kaufen oder eine Kulturnation aufbauen, eine nette wenn auch nicht riesige Zahl von Einheiten, die dazu spezielle Fähigkeiten erwerben können und eine Handvoll ausgewogener Spielcharaktere mit verschiedenen Vorraussetzungen und Stärken.

Nicht ganz klar wurde mir, worin sich die einzelnen Schwierigkeitsstufen unterscheiden. Ich habe auf allen gespielt, ohne irgendwo mehr "Intelligenz" oder zähere Gegner zu sehen.

Das Aussehen ist knuffig, vor allem dank der vielen runden Ecken. Im Webdesign sind die schon lange wieder out, auf dem kleinen Bildschirm aber wirken sie recht schick. Die Farben sind brillant, die Bedienung simpel und mit dem kurzen Tutorial sofort zu erlernen. Fazit: Eine Menge Unterhaltung für wenig Geld.

Natürlich aber gibt es Dinge, die nerven. Vor allem das Herumgetippe auf dem winzigen Bildschirm. Bei schlechtem Zielen kann das ja schnell mal dazu führen, dass man eine liebevoll großgekämpfte Einheit versehentlich in den Tod schickt. Dankbarerweise erfolgt das Ziehen bei Revolution durch tatsächliches Ziehen auf dem Schirm, nicht durch das Anklicken eines Ziels. Das verringert die Gefahr. Dafür kann man sich schnell mal "verspeichern", was auch für den einen oder anderen Wutanfall gut ist.

Vor allem, da das Speichern wichtig ist, hat das Spiel doch die klassische Sid-Meier-Macke: alle ein bis zwei Stunden stürzt es zuverlässig ab.
 

Moderne Kunst? Nein, ein Level des Spiels "Crayon Physics Deluxe"

Moderne Kunst? Nein, ein Level des Spiels "Crayon Physics Deluxe"

 Crayon Physics Deluxe von Jens Uehlecke

Es ist wie eine Reise zurück in die Kindergarten-Zeit: Die Maus verwandelt sich in einen Wachsmalstift, der Bildschirm in ein Stück Pergamentpapier. Nur eines ist anders als früher: Alles, was wir malen, ist den Gesetzen der Schwerkraft ausgeliefert. Ein Kringel, ins Leere gekritzelt, fällt sofort ins Bodenlose. Eine Linie ohne Halt kippt unweigerlich um.

Das Ziel des Spiels ist in jedem der mehr als 70 Level das gleiche: Eine kleine rote Kugel muss zu einem gelben Stern gerollt werden. Damit nicht auch sie ins Nichts fällt, müssen Rampen, Wippen, Treppen und Seilzüge in die Wachsmaler-Welt gezeichnet werden. Oft ist die Lösung ganz simpel. Der besondere Reiz von Crayon Physics Deluxe besteht allerdings darin, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind: Selbst das albernste Bauwerk erfüllt manchmal den Zweck des Spiels. Und wer alle Level einmal gemeistert hat, kann sich mit dem Leveleditor selbst neue Herausforderungen schaffen – oder sich aus dem Internet die kruden Gemälde anderer herunterladen.

Besonders viel Spaß macht das Spiel auf dem iPhone – wie nicht anders zu erwarten, malt der Spieler in der eigens für das Apple-Handy gemachten Version direkt auf den Touchscreen. Ein liebevoll gemachtes Spiel, das uns auch ohne 3D-Grafik, Multiplayer-Modus und Surround-Sound solange beschäftigt wie früher eine Packung Wachsmalstifte.


Eine feindliche Welt im berückenden Comic-Stil.

Eine feindliche Welt im berückenden Comic-Stil.

Machinarium von Tina Klopp

Der kleine Roboter ist zunächst nicht viel mehr als ein Haufen Schrott. Einen seiner Arme muss er sich erst aus den Tiefen eines Sees angeln. Dann tritt er in Machinarium – wie in Computerspielen so üblich – zu nichts Geringerem an als zur Rettung der Welt. In diesem Fall soll sie von einer bombenbauenden Roboter-Gilde in die Luft gesprengt werden, was Joseph, der kleine Roboter, verhindern muss. Dabei hat er weder Gewehre noch Zaubertricks zur Hand. Seine Waffen sind logisches Denken und ein bisschen Einfallsreichtum.

Machinarium erzählt auf fantasievolle Weise, wie es eben Bilder manchmal besser vermögen als Tausend Worte. Ganz ohne Text, aber dafür vor einem handgezeichneten Hintergrund, der manch zeitgenössischer Comic-Art-Galerie gut zu Gesicht stünde. Dabei erfährt der kleine Roboter zum Beispiel, wie einfach es sein kann, die Mächtigen zu täuschen: Um über eine schmale Planke auf die andere Seite gelassen zu werden, muss man nur genauso dämlich aussehen wie die herrschende Roboterklasse: Dafür reicht es, beim Wachmann erneut vorstellig zu werden, diesmal mit einem angepinselten Hut und einer blinkenden Warnlampe auf dem Kopf. Zu diesem Zweck ist Joseph eine Straßenlaterne emporgeklettert und hat die Glühbirne herausgeschraubt. 

So einfach ist das, man muss nur drauf kommen.

Die Bedienung des Point-and-Click-Abenteuers ist ebenso kinderleicht: Der kleine Roboter kann laufen und Gegenstände benutzen. Mehr braucht es nicht. Anfangs sind auch die Rätsel schnell zu durchschauen, man freut sich vor allem über die schönen Zeichnungen. Und man sollte das Spiel vor allem für seine Bildsprache schätzen, sonst kann man schon mal ungeduldig werden, wenn es nur in Schrittgeschwindigkeit voranschreitet. Der kleine Roboter ist leider manchmal sehr, sehr langsam. Dafür werden die Logikrätsel von Szene zu Szene ein bisschen anspruchsvoller. Um nicht heimlich im Netz nach einem Lösungsweg suchen zu müssen, kann man sich einer einfachen Hilfe bedienen. Eine Skizze mit der Lösung des Rätsels öffnet sich, wenn man es mit einem kleinen old-school Schießspiel freigeschaltet hat. Das ist ganz nett gelöst.

Das tschechische Entwickler-Team Anamita Design hat in der Independent Szene für seine kleinen, kostenlosen Browserspiele wie Samorost bereits einige Anerkennung erfahren. Jetzt haben sie ihr erstes Spiel in den Verkauf geschickt, und es ist die umgerechnet rund 15 Euro für den Download allemal wert. Auch wenn die Spielstunden etwas knapp gezählt sind, weil man es so schnell durchgespielt hat.

 
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Hahaha, danke
    das hat mich glatt wieder daran erinnert, was ich mir nach Weihnachten kaufen wollte =)

    Diabolische Weihnachte \,,/

    • MoP
    • 25.12.2009 um 11:03 Uhr

    Herr Biermann,

    ich spiele leidenschaftlich gerne Civilization (zur zeit den 4. Teil) und habe noch nie eine Macke erlebt oder regelmäßige Abstürze.

    Ach übrigens 5€ für ein spiel das aussieht wie vor 15 Jahren??
    da warte ich lieber noch bis es besser programmierte spiele gibt oder bessere geräte

    • Nimzo
    • 25.12.2009 um 16:14 Uhr

    Fehlt hier ein Beitrag zu Batman - Arkham Asylum?

  2. Redaktion
    4. Batman

    Jetzt müsste das Video wieder gehen.

    Beste Grüße

  3. Redaktion
    5. Macke

    Sehr geehrter MoP,

    ich habe Railroad Tycoon, Civilization (mehrere Versionen), Alpha Centauri und Alien Crossfire gespielt und alle hatten diese Absturzmacke. Gut möglich, dass es diese in Teil IV nicht mehr gibt, danke für den Hinweis.

    Und für mich war weniger das Aussehen, als denn der Spielspaß wichtig. Da fand ich 5 Euro wirklich einen fairen Preis.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Also ich persönlich kann mit diesen Retro-Spielen wie Civilization weder grafisch noch spielerisch noch was anfangen. Für mich wirken diese 2D-Strategie-Computerspiele immer so, als wären es digitale Brettspiele. Heute haben Computerspiele meiner Meinung nach eher die Aufgabe virtuelle interaktive Welten zu schaffen die dem Spieler glaubwürdig eine Spielerfahrung vorgaukeln. Weiterhin finde ich, dass diese ganze Welle an iPhone und Nintendo DS Spielen zwar die Zielgruppe erfolgreich erweitert aber letztendlich das Medium Computerspiele weit nach hinten wirft. Spiele wie Batman - Arkham Asylum zeigen da eher, was heute im Bereich Computerspiele machbar ist. Gleichzeitig war es auch mein persönlicher Überraschungshit 2009. Niemand hat damit gerechnet, dass ein Lizenz-Spiel so gut werden kann. Vom Story-Telling wurden für ein Action-Titel völlig neue Maßstäbe gesetzt.

    Also ich persönlich kann mit diesen Retro-Spielen wie Civilization weder grafisch noch spielerisch noch was anfangen. Für mich wirken diese 2D-Strategie-Computerspiele immer so, als wären es digitale Brettspiele. Heute haben Computerspiele meiner Meinung nach eher die Aufgabe virtuelle interaktive Welten zu schaffen die dem Spieler glaubwürdig eine Spielerfahrung vorgaukeln. Weiterhin finde ich, dass diese ganze Welle an iPhone und Nintendo DS Spielen zwar die Zielgruppe erfolgreich erweitert aber letztendlich das Medium Computerspiele weit nach hinten wirft. Spiele wie Batman - Arkham Asylum zeigen da eher, was heute im Bereich Computerspiele machbar ist. Gleichzeitig war es auch mein persönlicher Überraschungshit 2009. Niemand hat damit gerechnet, dass ein Lizenz-Spiel so gut werden kann. Vom Story-Telling wurden für ein Action-Titel völlig neue Maßstäbe gesetzt.

  4. 6.

    Also ich persönlich kann mit diesen Retro-Spielen wie Civilization weder grafisch noch spielerisch noch was anfangen. Für mich wirken diese 2D-Strategie-Computerspiele immer so, als wären es digitale Brettspiele. Heute haben Computerspiele meiner Meinung nach eher die Aufgabe virtuelle interaktive Welten zu schaffen die dem Spieler glaubwürdig eine Spielerfahrung vorgaukeln. Weiterhin finde ich, dass diese ganze Welle an iPhone und Nintendo DS Spielen zwar die Zielgruppe erfolgreich erweitert aber letztendlich das Medium Computerspiele weit nach hinten wirft. Spiele wie Batman - Arkham Asylum zeigen da eher, was heute im Bereich Computerspiele machbar ist. Gleichzeitig war es auch mein persönlicher Überraschungshit 2009. Niemand hat damit gerechnet, dass ein Lizenz-Spiel so gut werden kann. Vom Story-Telling wurden für ein Action-Titel völlig neue Maßstäbe gesetzt.

    Antwort auf "Macke"
  5. Oh Ja, das hat Suchtpotenzial...
    Es ist mir wieder schleierhaft, wie viel besser mancher Spieler sind... das kann doch nicht sein... :-D

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