Doch hat dies nach seiner Meinung noch einen Effekt. Da die Spielidentität praktisch abgespalten sei von der realen, sei es sehr schwer, im Spiel erworbenes Wissen auf das Leben zu übertragen, daher aus dem Spiel mitzunehmen. Was man im Spiel lernt, bleibt auch im Spiel, sagt er und erläutert das an einem Lernspiel, in dem Kinder ein U-Boot steuern sollen, um bei der Tauchfahrt Tiere kennen zu lernen. "Das Kind lernt vor allem, wie man das U-Boot klaut und es richtig steuert, weil das für das Spiel und den Erfolg wichtig ist. Und die Tiernamen? Die bleiben dabei auf der Strecke."

Spielen ist für das lernen wichtig, da ist sich auch Wagner sicher. Aber beim Spielen würden keine konkreten Inhalte vermittelt, glaubt er. Man trainiere die Wissenskonstruktion als solche, eine Art Metakompetenz, man lerne zu lernen.

Für Lehrer ist das eine gute Nachricht. Sie würden durch Computerspiele keinesfalls überflüssig, sagt er. Im Gegenteil. Solle ein echter, auch inhaltlicher Wissenstransfer erfolgen, seien sie wichtig, um diesen zu ermöglichen. Die Hoffnung aber, mit der viele Unternehmen den Markt mit Serious Games betrachten, hält Wagner für vergeblich. Schneller und billiger lernen ließe sich mit ihnen auf keinen Fall.