UbisoftWer spielen will, muss online sein

Der Hersteller Ubisoft liefert seine Computerspiele mit einem Kopierschutz, der ständige Netzverbindung fordert. Nutzer fühlen sich dadurch gegängelt und ausgespäht.

Mauern schützen nicht nur, sie können auch begrenzen - zum Beispiel den Spaß der Käufer des neuen Games Die Siedler 7

Mauern schützen nicht nur, sie können auch begrenzen - zum Beispiel den Spaß der Käufer des neuen Games Die Siedler 7

Kurz vor Ostern war die Neuauflage des Evergreens Die Siedler in den Läden. Doch wer sich freute, Teil sieben der Saga in den Feiertagen ausgiebig spielen zu können, wurde enttäuscht. Das Spiel läuft nicht korrekt, Kopierschutz sei dank. Wer Millionen in die Entwicklung eines Produktes steckt, will es verkaufen und nicht zusehen müssen, dass es kostenlos verbreitet wird. Nachvollziehbar also, wenn Hersteller versuchen, solche Verbreitung zu verhindern. Ärgerlich nur, wenn sie das auf eine Art und Weise tun, die es auch rechtmäßigen Käufern unmöglich macht, das Produkt zu nutzen. Die Musikindustrie hatte wegen solch restriktiven Kopierschutzes schon einigen Ärger, nun erlebt die Spielebranche, dass gegängelte Nutzer nicht glücklich sind.

Der französische Computerspieleverlag Ubisoft hatte im Januar ein System vorgestellt, von dem er sich ein Ende der illegalen Verbreitung erhoffte. Der neue Kopierschutz verlangt, dass der Spieler jederzeit online ist, da das Spiel ständig mit den "Onlineserviceplattform" genannten Servern kommuniziert. Wie bei einem Internetmailprogramm sind Aktionen nur solange möglich, wie die Verbindung besteht. Bricht sie ab, ist auch das Spiel vorbei.

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Solange das funktioniert, mögen es viele hinnehmen. Doch leider funktioniert es nicht. Bereits kurz nach dem erstmaligen Einsatz bei den Games Assassins Creed II und Silent Hunter 5 gab es Probleme mit den Servern. Sie waren das Ziel von Hackerangriffen und aufgrund dieser zeitweise nicht erreichbar. Wer also artig die dreißig oder vierzig Euro für sein Game bezahlt hatte, konnte nichts mehr damit anfangen, weil die Kopierschutzserver nicht genug abgesichert waren.

Das Magazin PCGamer fragte in einem Interview im Februar einen ungenannten Ubisoft-Sprecher, was denn in der Zukunft sei, wenn es sich nicht mehr rentiere, die Server für alte Spiele am Laufen zu halten. Die Antwort: "If for some reason, and this is not in the plan, but if for some reason all of the servers someday go away, then we can release a patch so that the game can be played in single-player without an online connection." Zur Not, so heißt das, ist die Möglichkeit eingebaut, den Kopierschutz abzuschalten.

Hacker muss das geradezu beflügelt haben. Im März bereits gab es die ersten Berichte, der Kopierschutz sei geknackt. Nicht nur, dass der Kopierschutz nicht sicher läuft, er kann wohl auch umgangen werden.

Das neueste Spiel des Verlages, Die Siedler 7, nutzt trotzdem dieses System, wie überhaupt alle wichtigen Titel künftig den Onlinekopierschutz haben sollen. Und wieder gibt es Berichte über Probleme. Während der Ostertage war das Spielen des gerade erschienenen Programms kaum möglich. Dies habe nichts mit dem Kopierschutz zu tun, sagte Ubisoft-Sprecher Norman Habakuck, man habe Probleme mit den Servern des Multiplayermodus' – denen also, die ein gemeinsames Spielen via Internet möglich machen sollen. Doch aufgrund der neuen Struktur sind auch all jene betroffen, die das gar nicht wollen. Denn auch im Singleplayermodus allein gegen den eigenen Rechner will das Game ständig ins Netz. Findet es dort nicht die gesuchte Verbindung, bleibt es aus.

Abstürze sind für Gamer keine neue Erfahrung. Spiele sind komplexe Programme, die gern mal erst nach mehreren Patches, also Aktualisierungen richtig laufen. Frustrierend ist es trotzdem. Noch dazu, wenn es erscheint wie eine vom Hersteller in Kauf genommene Frustration der eigenen Kunden.

Leserkommentare
  1. ...aber noch entscheide Ich, was ich kaufe.

    Ich war HEISS auf Assassins Creed II, richtig HEISS.

    Ich habe mich mit einigem abgefunden, mit Steam, mit StarForce, mit Online-Check im generellen.

    Aber ständig online für ein SinglePlayer Spiel ?

    Nope.

    Aber ich gehöre zu einer Minderheit, den wie man sieht, die UBISoft Titel mit virtueller Eisenkette verkaufen sich, scheints, gut.

    Ich bezahle für meine Spiele und all die dummen Ausreden, warum klauen doch ok ist, sind nur das, dumme Ausreden. Aber wenn ich ein Spiel kaufe, dann muss es mir gehören, zu nutzen wann und wo ich will.

    Gut, UBISoft möchte meine Geld nicht, andere nehmen es gerne.

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    • quirtz
    • 09.04.2010 um 17:16 Uhr

    Ich kaufe mir ein Spiel und berappe dafür auch 50€.

    Selbstverständlich habne ich dann auch das Recht, dieses Spiel zu nutzen. Wenn Ubisoft dies verhindert dann lade ich mir schnell den Crack auf eine Zweitinstallation und zocke so.

    JA, das ist der Vorschlag Cracks zu benutzen.
    ABER, das ist moralisch nicht im geringsten fragwürdig.

    • quirtz
    • 09.04.2010 um 17:16 Uhr

    Ich kaufe mir ein Spiel und berappe dafür auch 50€.

    Selbstverständlich habne ich dann auch das Recht, dieses Spiel zu nutzen. Wenn Ubisoft dies verhindert dann lade ich mir schnell den Crack auf eine Zweitinstallation und zocke so.

    JA, das ist der Vorschlag Cracks zu benutzen.
    ABER, das ist moralisch nicht im geringsten fragwürdig.

  2. ...das das Thema aufgegriffen wurde. Ich fühlte mich entmündigt, wenn ich ein solches Spiel kaufen würde.

    Ich bekenne mich klar gegen jede Form von Raubkopie.

    Diablo3 soll genauso gestrickt sein. Euphemistisch wurde dies mit dem nebulösen Begriff des "Cloud Computing" umsäuselt.

    Für mich ein klarer Missbrauch des Begriffes.

    Meine Schlußfolgerung für mich: Unter keinen Umständen Diablo3 kaufen - egal wie sehr man darauf gewartet hat.

    Offline spielen muss weiter möglich sein. So wie angedacht - NICHT!

  3. Wenn es vorher keine Rechtfertigung für die Nutzung von "Raubkopien" gab -- jetzt hat Ubisoft eine geliefert.

    Und ich Depp hab bisher meine Spiele alle gekauft.

    • jhh
    • 07.04.2010 um 20:52 Uhr

    ich werde diablo 3 spielen. aber ich habe keine lust mich mit dem kopierschutz auseinanderzusetzen, mal abgesehen davon, dass ich keine moeglichkeit habe, jederzeit online zu sein. scheint so, als ob cracks die beste moeglichkeit sein werden. ich mag die ironie.

  4. Schon zu Windows XP Anfangszeiten begab es sich, dass man telefonisch und begrenzt aktivieren musste, während sich der Illegale (diese moderne Abart des alten Postkutschenräubers) in Ruhe dem Produkt widmen konnte.

    Ein Karussell, im Drehen inbegriffen und so gar nicht daran interessiert, die Ursachen zu erörtern (welche sicherlich bekannt sind), sondern einfach immer schneller und wilder drehend, auf dass es die bösen Raumkopierer abschüttle und nur die edlen - aber leider nicht mit festerem Griff gesegneten - Bezahlkunden noch daran halte.

    Ein schönes Bild, solange es noch Menschen gibt, welche die Karussellfahrt trotzdem finanzieren wollen.

  5. Der reguläre Preis ist unangemessen hoch: die Preise für die Raubkopien sind schon reingerechnet: jetzt ist der ehrliche Käufer der Dumme. Ein angemessener Preis wäre zwischen 3 und 5 Euro. Den könnten vermutlich sogar alle bezahlen. Von mir hat auch noch keiner verlangt, daß ich ihm ein Päckchen Zigaretten kopiere. Meine Antwort wäre: kauf Dir eins.

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    • Lapje
    • 07.04.2010 um 21:51 Uhr

    Man kann nicht auf der einen Seite nicht die Preise als zu hoch anprangern und auf der anderen Seite so raffgierig sein und die Spiele fast geschenkt haben wollen. Jedem dürfte klar sein dass Spiele heute ein enormes Budget benötigen - und das muss wieder rein, ansonsten keine neuen Spiele. Ich denke mal 20 Euro ohne KS wäre mehr als angemessen...

    • Lapje
    • 07.04.2010 um 21:51 Uhr

    Man kann nicht auf der einen Seite nicht die Preise als zu hoch anprangern und auf der anderen Seite so raffgierig sein und die Spiele fast geschenkt haben wollen. Jedem dürfte klar sein dass Spiele heute ein enormes Budget benötigen - und das muss wieder rein, ansonsten keine neuen Spiele. Ich denke mal 20 Euro ohne KS wäre mehr als angemessen...

    • Lapje
    • 07.04.2010 um 21:51 Uhr

    Man kann nicht auf der einen Seite nicht die Preise als zu hoch anprangern und auf der anderen Seite so raffgierig sein und die Spiele fast geschenkt haben wollen. Jedem dürfte klar sein dass Spiele heute ein enormes Budget benötigen - und das muss wieder rein, ansonsten keine neuen Spiele. Ich denke mal 20 Euro ohne KS wäre mehr als angemessen...

    Antwort auf "Einfache Lösung"
    • Puqio
    • 07.04.2010 um 22:54 Uhr

    Wenn ein Hersteller eine Ware verkauft, und sie so wie sie verkauft wird nicht einwandfrei funktioniert, und zudem auch noch persönliche Daten des Kunden ausspioniert werden, dann ist das ein klarer Fall von Missbrauch am Kunden.
    Hier müssen die Gerichte einschreiten und den Kunden vor Missbrauch schützen.

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