World of Warcraft Elfe, Level 80, in liebevolle Hände abzugebenSeite 2/2

Sehen so Gnome aus? WoW-Spieler unterhalten sich am Rande der Blizzcon, der Spiele-Messe des Herstellers Blizzard

Sehen so Gnome aus? WoW-Spieler unterhalten sich am Rande der Blizzcon, der Spiele-Messe des Herstellers Blizzard

Wer sich in WoW einen Charakter erstellt, hat die Wahl zwischen zwei verfeindeten Fraktionen (Horde und Allianz) und mehreren Servern: auf PvE-Servern (Spieler gegen Umwelt) beispielsweise greifen einen computergenerierte Gegner an, wenn man ihnen zu nahe kommt. Andere Spieler können das erstmal nicht, auch wenn sie zur gegnerischen Fraktion gehören. Auf PvP-Servern (Spieler gegen Spieler) bewegt man sich ebenfalls in einer latent feindlichen Umgebung. Dazu kommen die Angriffe von Spielern der gegnerischen Fraktion. Auf RP-Servern, auf denen das Rollenspiel im Vordergrund steht, merkt man kaum etwas von Umwelt oder Gegnern, weil man die meiste Zeit damit verbringt, sich zu verbeugen, zu knicksen und sich so zu unterhalten, wie es Elfen vielleicht getan hätten.

Ich habe auf so einem Server angefangen. Es war wie beim Tennis oder Fußball – man geht in den Club, in dem Leute spielen, die man kennt. Und an das Rollenspiel gewöhnt man sich. Bardenwettstreits, selbst organisierte Schnitzeljagden, Hochzeiten zwischen Charakteren – in den ersten zwei Jahren gab es auf meinem Server täglich Events, die mit dem Spiel eigentlich nichts zu tun hatten und für die es weder Erfahrungspunkte noch Beute gab. Es ging um das Gemeinschaftsgefühl. Den Spaß.

Doch je größer die WoW -Gemeinde wurde, desto kleiner wurde der Anteil der liebenswert-kauzigen Rollenspieler, die immer bereit waren zu einem Schwatz und auch dann noch die gute Laune behielten, wenn ein Gegner nicht in einer halben Minute besiegt war. Mittlerweile sind die Zocker in der Überzahl, denen es vor allem darum geht, in möglichst kurzer Zeit möglichst schwierige Gegner zu töten. Und die Belohnung dafür vom Schlachtfeld zu tragen.

Statt wohlüberlegter Sätze gibt es nur noch getippte Kurzkommandos, während man durch die Instanzen hetzt. Die Mitspieler für Gruppenkämpfe werden per Zufallsgenerator zusammen gewürfelt. Aus Schlachtzügen wurden Eilzüge und wer angesichts des Tempos nicht mithalten kann oder will, besorgt sich seine Rüstung eben mit bei Goldfarmern erstandenem Gold. Mittlerweile fängt Blizzard selbst an, Reit- und Haustiere für die Spielcharaktere gegen Euros im Online-Store zu vertreiben. Wenn es Goldfarmern möglich ist, echtes Geld durch den (illegalen) Verkauf virtueller Güter im Spiel zu erwirtschaften, will der Hersteller scheinbar auch etwas von diesem Kuchen abhaben.

Meiner Idee von Spiel und Spaß entspricht das immer weniger. Doch nicht alle WoW -Veteranen trauern den vergangenen Rollenspiel-Zeiten hinterher: Viel größere Kritik erntete Blizzard vor kurzem, als sie den (inzwischen wieder weitgehend zurückgenommen) Entschluss verkündeten, sowohl im Spiel als auch in den umfangreichen Online-Foren die Klarnamen der Spieler zu veröffentlichen.

Gerade hat der Hersteller den Beta-Test für die dritte Erweiterung Cataclysm eröffnet. Cataclysm soll noch dieses Jahr auf den Markt kommen. Vermutlich wieder im Winter. Wenn alles gut läuft für den börsennotierten Konzern , dann werden auch wegen Cataclysm Menschen weltweit nachts vor Elektronikmärkten campen, wie schon wegen der letzten beiden Erweiterungen Burning Crusade im Januar 2007 und Wrath of the Lich King im November 2008. Das wird dann im Fernsehen gezeigt und sieht dramatisch aus, weil die Fans Handschuhe tragen und die Augen in den frostroten Gesichtern trotzdem glänzen. Ob ich wieder dabei sein werde? Wahrscheinlich. Eines Tages werde ich Thalia wohl an meine Kinder übergeben. Wehe, die wissen das dann nicht zu schätzen. Ich habe Monate meines Lebens in diese Elfe investiert.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Der erste Teil von GTA, der die genannte "offene Welt" enthält, erschien 8 Jahre vor WoW und hat es nicht, wie von Ihnen behauptet, dort abgeguckt.

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    Der Text meint vermutlich GTA 4, das lange Zeit das bekannteste und erfolgreichste Open World Spiel war und erst nach WoW rauskam. Aber "erfunden" hat die offene Welt ja weder WoW, noch das erste Grand Theft Auto, noch die Schweizer, sondern wenn überhaupt das Spiel "Elite" von 1984.

    Schöner Artikel ansonsten, undogmatisch und klischeefrei.

    Naja, die GTA-Reihe hat ja wirklich nicht bei 4 angefangen und Morrowind oder Gothic hatten eine ähnlich freie Spielwelt und die gab's auch schon eine ganze Weile vorher. War also eher andersrum, dass WOW die freie Spielwelt von den Spielen übernommen hat. Aber genug Haare gespaltet! Sehr schöner Artikel!

    Blizzard war auch noch nie berühmt dafür, Innovation zu zeigen. Sie nahmen bekanntes und setzten es (anfangs) gut um. Später war es dann mehr der Hype und am Ende mehr die Videos qualitativ hochwertig, während der Rest immer mehr dahingeschludert war, ob Programmierung oder Game Design oder teils auch Grafik (man sehe sich so manche Rüstungssets bei WoW an).

    WoW war nicht neu, es war nur mehr Casual, im Vergleich zu den damals existierenden MMORPGs. Qualitativ bleibt es jedoch bis heute Mittelmaß, denn Qualität kann man nicht an Kaufzahlen messen.

    Es arbeitet in erster Linie mit bekannten Suchemechanismen, was ein Entwickler an sich nicht tun sollte. Flow ist gut, nur ist Flow nicht nervtötende Spielmechaniken, die durch die vorgehaltene Karotte kompensiert werden.

    Der Text meint vermutlich GTA 4, das lange Zeit das bekannteste und erfolgreichste Open World Spiel war und erst nach WoW rauskam. Aber "erfunden" hat die offene Welt ja weder WoW, noch das erste Grand Theft Auto, noch die Schweizer, sondern wenn überhaupt das Spiel "Elite" von 1984.

    Schöner Artikel ansonsten, undogmatisch und klischeefrei.

    Naja, die GTA-Reihe hat ja wirklich nicht bei 4 angefangen und Morrowind oder Gothic hatten eine ähnlich freie Spielwelt und die gab's auch schon eine ganze Weile vorher. War also eher andersrum, dass WOW die freie Spielwelt von den Spielen übernommen hat. Aber genug Haare gespaltet! Sehr schöner Artikel!

    Blizzard war auch noch nie berühmt dafür, Innovation zu zeigen. Sie nahmen bekanntes und setzten es (anfangs) gut um. Später war es dann mehr der Hype und am Ende mehr die Videos qualitativ hochwertig, während der Rest immer mehr dahingeschludert war, ob Programmierung oder Game Design oder teils auch Grafik (man sehe sich so manche Rüstungssets bei WoW an).

    WoW war nicht neu, es war nur mehr Casual, im Vergleich zu den damals existierenden MMORPGs. Qualitativ bleibt es jedoch bis heute Mittelmaß, denn Qualität kann man nicht an Kaufzahlen messen.

    Es arbeitet in erster Linie mit bekannten Suchemechanismen, was ein Entwickler an sich nicht tun sollte. Flow ist gut, nur ist Flow nicht nervtötende Spielmechaniken, die durch die vorgehaltene Karotte kompensiert werden.

  2. Da kann ich mitfühlen. Als WoW erschien, war ich nicht nur alter Fan der Warcraft-Spiele, sondern auch so mit MMOGs im internet beschäftigt. WoW war ein Muss, das mich schnell in seinen Bann zog. Auch ich war Spieler der ersten Stunde, denen anders als heute nichts geschenkt wurde. Obwohl... in einem Kamin zu sterben, DAS habe sogar ich noch nie gehört (schließlich kann man sich auch drehen und nicht nur rückwärts gehen...).

    Mein Interesse war das Erforschen der Möglichkeiten und Gegebenheiten. Von Thalanaar nach Feathermoon mit Level 20, der Gilde permanent berichtend, was noch keiner sah (und wie oft ich starb), das Haus des Gnomeningenieurs in Azshara und im Schlingendorntal entdeckt, als erster den mechanischen Drachling gebaut, die Geschichten entdeckend, an denen andere vorbei hasteten (wieso hat der Bürgermeister von Seenhain so ein großes Problem, über die Rettung des Marshalls bis zu einem grandiosen Sieg in einer großen Gruppe über Drakki, dabei aber nicht die Randgeschichten vergessend, auch wenn diese plötzlich, etwa in Winterspring, im Sande verlaufen...).

    Der Wandel im Spiel war von Beginn an beobachtbar. Viele gingen deswegen irgend wann. Auch ich, mehrfach. Aber - und das dürfte Thailas Führerin auch noch bemerken - so leicht kommt man nicht davon los, nicht von diesem Teil eigener Geschichte, nicht von den gewohnten Umgebungen und den ersehnten Möglichkeiten. Cataclysm hilft dabei aber, denn es zerstört viel Bekanntes. Ich bin seit einiger Zeit clean. Fast.

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  3. Warum wird hier derart unkritisch für ein Spiel geworben, das bei unzähligen Menschen weltweit zu Zerstörung von Gesundheit, Beziehung, Schullaufbahn, Karriere sorgt? Sind für den nüchternen Blick inzwischen die Kommentarschreiber zuständig?

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    Sie sind wohl nie WoW-Spieler gewesen. Was teilweise wie eine Werbung für ein Spiel klingt, ist tatsächlich eine emotionale Beschreibung von innen heraus. Und unkritisch ist es nicht, denn es beschreibt durchaus auch die Nöte. Der "Witz" an der Sache is ja gerade, dass das, was Sie als Zerstörung diverser positiver Attribute sehen, für Spieler nicht nur nicht stattfindet, sondern die Kritik am Spielen selbst zu einer Zerstörung der selben Wert führt - nur gezielt auf den Teil der eigenen Persönlichkeit, der sich im WoW-Avatar vollzog. Der Spieler achtete ihn, begleitete ihn, er war es (besonders auf RP-servern), er hatte mit ihm dort eine Laufbahn und einigen Erfolg, Gesundheit und Fertigkeiten waren sein oberstes Ziel, und selbst Beziehungen waren ein Teil von allem. Man sollte nicht einfach die Verlagerung beklagen, sondern sich Gedanken über die Ursachen machen. Oder, in Kenntnis der Verfassung der Spieler, über alternative Angebote. Wer einfach nur WoW (und andere MMOGs) verdammen will, indem er solche Effekte anführt, sagt nur, dass er keine Ahnung hat und auch nicht mehr wissen will.

    Ein Bericht wie der von Jessica Braun hier bietet daher weitaus mehr Inhalt als irgend welche Äußerungen von Politikern anlässlich irgend einer Untersuchung von Online-Spielern seitens irgend einer Institution.

    WoW besitzt wie andere Formen des Genusses ein Suchtpotential.
    Ihre Drohgebärden sind absolut übertrieben. Tun Sie allen einen Gefallen und packen Sie Ihren Gesinnungsfaschismus anderswo hin, danke.

    mfg

    Sie sind wohl nie WoW-Spieler gewesen. Was teilweise wie eine Werbung für ein Spiel klingt, ist tatsächlich eine emotionale Beschreibung von innen heraus. Und unkritisch ist es nicht, denn es beschreibt durchaus auch die Nöte. Der "Witz" an der Sache is ja gerade, dass das, was Sie als Zerstörung diverser positiver Attribute sehen, für Spieler nicht nur nicht stattfindet, sondern die Kritik am Spielen selbst zu einer Zerstörung der selben Wert führt - nur gezielt auf den Teil der eigenen Persönlichkeit, der sich im WoW-Avatar vollzog. Der Spieler achtete ihn, begleitete ihn, er war es (besonders auf RP-servern), er hatte mit ihm dort eine Laufbahn und einigen Erfolg, Gesundheit und Fertigkeiten waren sein oberstes Ziel, und selbst Beziehungen waren ein Teil von allem. Man sollte nicht einfach die Verlagerung beklagen, sondern sich Gedanken über die Ursachen machen. Oder, in Kenntnis der Verfassung der Spieler, über alternative Angebote. Wer einfach nur WoW (und andere MMOGs) verdammen will, indem er solche Effekte anführt, sagt nur, dass er keine Ahnung hat und auch nicht mehr wissen will.

    Ein Bericht wie der von Jessica Braun hier bietet daher weitaus mehr Inhalt als irgend welche Äußerungen von Politikern anlässlich irgend einer Untersuchung von Online-Spielern seitens irgend einer Institution.

    WoW besitzt wie andere Formen des Genusses ein Suchtpotential.
    Ihre Drohgebärden sind absolut übertrieben. Tun Sie allen einen Gefallen und packen Sie Ihren Gesinnungsfaschismus anderswo hin, danke.

    mfg

  4. Sie sind wohl nie WoW-Spieler gewesen. Was teilweise wie eine Werbung für ein Spiel klingt, ist tatsächlich eine emotionale Beschreibung von innen heraus. Und unkritisch ist es nicht, denn es beschreibt durchaus auch die Nöte. Der "Witz" an der Sache is ja gerade, dass das, was Sie als Zerstörung diverser positiver Attribute sehen, für Spieler nicht nur nicht stattfindet, sondern die Kritik am Spielen selbst zu einer Zerstörung der selben Wert führt - nur gezielt auf den Teil der eigenen Persönlichkeit, der sich im WoW-Avatar vollzog. Der Spieler achtete ihn, begleitete ihn, er war es (besonders auf RP-servern), er hatte mit ihm dort eine Laufbahn und einigen Erfolg, Gesundheit und Fertigkeiten waren sein oberstes Ziel, und selbst Beziehungen waren ein Teil von allem. Man sollte nicht einfach die Verlagerung beklagen, sondern sich Gedanken über die Ursachen machen. Oder, in Kenntnis der Verfassung der Spieler, über alternative Angebote. Wer einfach nur WoW (und andere MMOGs) verdammen will, indem er solche Effekte anführt, sagt nur, dass er keine Ahnung hat und auch nicht mehr wissen will.

    Ein Bericht wie der von Jessica Braun hier bietet daher weitaus mehr Inhalt als irgend welche Äußerungen von Politikern anlässlich irgend einer Untersuchung von Online-Spielern seitens irgend einer Institution.

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    • Sazae
    • 30.07.2010 um 20:48 Uhr

    Das sehe ich genauso. Ich habe selbst eine ganze Weile vor dem PC beim "WoW'n" verbracht und muss sagen, dass ich den Artikel wirklich erfrischend finde, nach vielen Anderen, schlecht recherchierten - geschrieben von Leuten die eben nie wirklich Kontakt zum Spiel an sich, sondern nur zu den bestehenden Vorurteilen, hatten. Er fasst schön zusammen, wie es wohl vielen "alten" Spielern geht und wie sich die Spielkultur geändert hat.
    Und bezogen auf die Suchtproblematik ... man sollte nicht nur dem Spiel die Schuld geben - es müssen schon mehrere Faktoren aufeinander treffen - immerhin sind nicht alle Millionen von Spielern süchtig, vernachlässigen ihre Hygiene oder Gesundheit.
    Aber es wurden ja schon oft unbekannte Dinge, die man nicht versteht, die einem fremd sind und vor denen man vielleicht sogar Angst hat, abgelehnt (wenn ich recht informiert bin u.a. das Fernsehen und sogar Romane).

    • Sazae
    • 30.07.2010 um 20:48 Uhr

    Das sehe ich genauso. Ich habe selbst eine ganze Weile vor dem PC beim "WoW'n" verbracht und muss sagen, dass ich den Artikel wirklich erfrischend finde, nach vielen Anderen, schlecht recherchierten - geschrieben von Leuten die eben nie wirklich Kontakt zum Spiel an sich, sondern nur zu den bestehenden Vorurteilen, hatten. Er fasst schön zusammen, wie es wohl vielen "alten" Spielern geht und wie sich die Spielkultur geändert hat.
    Und bezogen auf die Suchtproblematik ... man sollte nicht nur dem Spiel die Schuld geben - es müssen schon mehrere Faktoren aufeinander treffen - immerhin sind nicht alle Millionen von Spielern süchtig, vernachlässigen ihre Hygiene oder Gesundheit.
    Aber es wurden ja schon oft unbekannte Dinge, die man nicht versteht, die einem fremd sind und vor denen man vielleicht sogar Angst hat, abgelehnt (wenn ich recht informiert bin u.a. das Fernsehen und sogar Romane).

  5. Ich werde das Gefühl nicht los, das irgendwas in der realen Welt falsch laufen muss, wenn soviele Menschen die WoW Welt dieser vorziehen. Also mehr als Zeitvertreib sollte dieses Spiel eigentlich nie sein sonst läuft was falsch, leider ist das bei vielen Spielern nicht so. Das fängt schon damit an Spielgold auf ebay zu kaufen.

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    ...obwohl ich keine Spielerin bin, ueberhaupt kein Problem sehen. Die Menschen waren schon immer bereit "echtes" Geld fuer virtuelle Welten zu zahlen. Einen Roman kaufen oder einen Theatereintritt bezahlen oder ins Kino zu gehen ist schliesslich auch nichts anderes.

    "Ich werde das Gefühl nicht los, das irgendwas in der realen Welt falsch laufen muss, wenn soviele Menschen die WoW Welt dieser vorziehen."

    Das dürfte der Satz sein, der mit Unterhaltung seit je her verbunden wird. Mit WOW dürfte es sich wie mit Badminton anfühlen. Auch dort wird es zur Manie, wenn man eine nette Runde, Turniere hat. Ich kenne ein Pärchen, das Bügeleisen sammelt und demnächst ein eigenes Bügeleisen-Museum eröffnen möchte.

    Von den vielen Formen dieser Online-Rollenspiele abgesehen, immerhin dienen solche Spiele anderen als Bühne für tatsächliches Schauspiel-Rollenspiel, also nicht nur Sammeln von Gegenständen, tippe ich mal darauf, dass hier jener Tamagotchi-Effekt eine große Rolle spielt. Dieser Effekt wird doch auch in diesen Farmland- und Sims-Spielchen angewandt, die Millionen beschäftigt.

    Ich tippe eher darauf, dass diese Spiele zeigen, wozu Unterhaltung imstande ist. Sie kann einen in den Bann ziehen - und man kauft sich Schals, Bettwäsche, Unterwäsche von HSV und Kylie Minogue, ist man einmal drin. Und vielleicht werden diese Menschen, in 50 Jahren, glücklicher, weil beschäftigter sein als so mancher alte Mensch der Fernseh-Generation. Diese Spiele werden sich dann an die Bedürfnisse der Uralten gewiss annähern. WOW ist nur ein sehr bunter, comichafter Ding, scheint mir.

    ...obwohl ich keine Spielerin bin, ueberhaupt kein Problem sehen. Die Menschen waren schon immer bereit "echtes" Geld fuer virtuelle Welten zu zahlen. Einen Roman kaufen oder einen Theatereintritt bezahlen oder ins Kino zu gehen ist schliesslich auch nichts anderes.

    "Ich werde das Gefühl nicht los, das irgendwas in der realen Welt falsch laufen muss, wenn soviele Menschen die WoW Welt dieser vorziehen."

    Das dürfte der Satz sein, der mit Unterhaltung seit je her verbunden wird. Mit WOW dürfte es sich wie mit Badminton anfühlen. Auch dort wird es zur Manie, wenn man eine nette Runde, Turniere hat. Ich kenne ein Pärchen, das Bügeleisen sammelt und demnächst ein eigenes Bügeleisen-Museum eröffnen möchte.

    Von den vielen Formen dieser Online-Rollenspiele abgesehen, immerhin dienen solche Spiele anderen als Bühne für tatsächliches Schauspiel-Rollenspiel, also nicht nur Sammeln von Gegenständen, tippe ich mal darauf, dass hier jener Tamagotchi-Effekt eine große Rolle spielt. Dieser Effekt wird doch auch in diesen Farmland- und Sims-Spielchen angewandt, die Millionen beschäftigt.

    Ich tippe eher darauf, dass diese Spiele zeigen, wozu Unterhaltung imstande ist. Sie kann einen in den Bann ziehen - und man kauft sich Schals, Bettwäsche, Unterwäsche von HSV und Kylie Minogue, ist man einmal drin. Und vielleicht werden diese Menschen, in 50 Jahren, glücklicher, weil beschäftigter sein als so mancher alte Mensch der Fernseh-Generation. Diese Spiele werden sich dann an die Bedürfnisse der Uralten gewiss annähern. WOW ist nur ein sehr bunter, comichafter Ding, scheint mir.

    • 247
    • 30.07.2010 um 19:55 Uhr

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Ansichten in sachlicher Weise. Die Redaktion/cs

  6. von WoW habe ich nie gehoert, da ich niemals Computer-Spiel gespielt habe, keinerlei Interesse.

    Als ein hoch kultivierter Menschen vom Feinsinn sehe ich stets Computerspiel als Ding fuer Kinder. Ich kann mir ganz gar nicht vorstellen, dass ein Erwachsene vor PC stundlang sitzt und es "spielt", wie alt bist du denn, wuerde ich mal fragen.

    Kein Wunder, dass sowas in Deutschland passiert, wo zu meines Erstaunen die Erwachsene im Kino Trickfilm sehen. Wolf heult, Rehlein weint,naja,viel Spass, mir ist es aber vollig unverstaenndlich, auch laecherlich.

    Das Prinzip das Privatleben zu sichern ist gut. Hierzulande kommen oft vor, es uebertrieben geworden ist. Somit entsteht eine Kultur der Isolation, konkret hier, daheim WoW einsam zu treiben.

    Freunde treffen,Professoren besuchen(haben oft huebsche Toechter)zusammen Tee trinken, sich unterhalten und Kala OK singen (Runzheim ist beruehmter hobby Saenger), und wenn man gar nicht einfaellt, was tun kann, lies mal doch bezaubernde deutsche Steuergesetze, das ist erst richtige hoch entwickelte Lebenform, die sich seit 5000 Jahren bewahrt.

    Philosophisch heisst es (Runzheimerfindung):

    Das ist Schoenheit des Gefuehls zwischen Menschen, die sich gegenseitig deren Wohl im Herz liegen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Runzheim schreibt unter #7: "Als ein hoch kultivierter Menschen vom Feinsinn sehe ich stets Computerspiel als Ding fuer Kinder." Und der restliche Text seines Beitrags ist eher noch schlimmer. Nur: Ich verstehe es nicht! Ernst kann der Autor es nicht meinen, aber als "Gag" bleibt es unverständlich.

    Wer sind sie, dass sie es sich erlauben können über die Freizeitbeschäftigung anderer Leute zu urteilen?

    Noch dazu über eine Freizeitbeschäftigung mit der sie keinerlei Erfahrung gemacht haben.

    Als ein hoch kultivierter Menschen vom Feinsinn sollten sie eigentlich keine solchen Platitüden äußern !

    Falls Wahrsprecher doch Recht haben sollte und es sich bei ihrem Kommentar nur um den Versuch von "Realsatire" handelt,
    entschuldige ich mich hiermit für alle obrigen Aussagen.

    O, ich teile nicht alle Phänomene, die in dem Beitrag beschrieben werden, aber ich erkenne für die kommenden nächsten 10 Jahre eine neue Erzählform heranreifen und ich verstehe durchaus, was andere daran reizt.

    Ihren Kommentar fand ich indes, gerade die Vergleiche und die Selbstdarstellung, doch wohl eher bieder und kleinbürgerlich.

    <>

    Sehr geehrter Herr Bildungs- und Kulturbewahrer,

    45, verheiratet, gutes Einkommen, eine Tochter, ein Enkel, ein Eigenheim. Literaturbegeistert, Bücher liebend, selber schreibend.

    Es macht natürlich nichts, dass Sie hier freimütig zu Ihrem einzigen Mangel (mangelndes Vorstellungsvermögen) stehen. Das macht Sie nahezu sympathisch. Und ich helfe da gerne.

    Jetzt sind Sie wieder dran.

    Vorab: ich stimme zu, es ist Zeitverschwendung, solche Spiele zu spielen. Ich spiele selber, und es stimmt tatsächlich etwas in meinem Leben nicht.

    Ihre realitätsfremde Art aber, Computerspiele komplett zu verdammen, Ihre Vorschläge an Alternativen, und Ihre Selbsteinschätzung bewegen mich dazu zu fragen:

    Welche Farbe hat der Himmel in Ihrer Welt ???

    Für einen Hochkultivierten Menschen von Feinsinn machen Sie einige Rechtschreibfehler.

    Runzheim schreibt unter #7: "Als ein hoch kultivierter Menschen vom Feinsinn sehe ich stets Computerspiel als Ding fuer Kinder." Und der restliche Text seines Beitrags ist eher noch schlimmer. Nur: Ich verstehe es nicht! Ernst kann der Autor es nicht meinen, aber als "Gag" bleibt es unverständlich.

    Wer sind sie, dass sie es sich erlauben können über die Freizeitbeschäftigung anderer Leute zu urteilen?

    Noch dazu über eine Freizeitbeschäftigung mit der sie keinerlei Erfahrung gemacht haben.

    Als ein hoch kultivierter Menschen vom Feinsinn sollten sie eigentlich keine solchen Platitüden äußern !

    Falls Wahrsprecher doch Recht haben sollte und es sich bei ihrem Kommentar nur um den Versuch von "Realsatire" handelt,
    entschuldige ich mich hiermit für alle obrigen Aussagen.

    O, ich teile nicht alle Phänomene, die in dem Beitrag beschrieben werden, aber ich erkenne für die kommenden nächsten 10 Jahre eine neue Erzählform heranreifen und ich verstehe durchaus, was andere daran reizt.

    Ihren Kommentar fand ich indes, gerade die Vergleiche und die Selbstdarstellung, doch wohl eher bieder und kleinbürgerlich.

    <>

    Sehr geehrter Herr Bildungs- und Kulturbewahrer,

    45, verheiratet, gutes Einkommen, eine Tochter, ein Enkel, ein Eigenheim. Literaturbegeistert, Bücher liebend, selber schreibend.

    Es macht natürlich nichts, dass Sie hier freimütig zu Ihrem einzigen Mangel (mangelndes Vorstellungsvermögen) stehen. Das macht Sie nahezu sympathisch. Und ich helfe da gerne.

    Jetzt sind Sie wieder dran.

    Vorab: ich stimme zu, es ist Zeitverschwendung, solche Spiele zu spielen. Ich spiele selber, und es stimmt tatsächlich etwas in meinem Leben nicht.

    Ihre realitätsfremde Art aber, Computerspiele komplett zu verdammen, Ihre Vorschläge an Alternativen, und Ihre Selbsteinschätzung bewegen mich dazu zu fragen:

    Welche Farbe hat der Himmel in Ihrer Welt ???

    Für einen Hochkultivierten Menschen von Feinsinn machen Sie einige Rechtschreibfehler.

    • Sazae
    • 30.07.2010 um 20:48 Uhr

    Das sehe ich genauso. Ich habe selbst eine ganze Weile vor dem PC beim "WoW'n" verbracht und muss sagen, dass ich den Artikel wirklich erfrischend finde, nach vielen Anderen, schlecht recherchierten - geschrieben von Leuten die eben nie wirklich Kontakt zum Spiel an sich, sondern nur zu den bestehenden Vorurteilen, hatten. Er fasst schön zusammen, wie es wohl vielen "alten" Spielern geht und wie sich die Spielkultur geändert hat.
    Und bezogen auf die Suchtproblematik ... man sollte nicht nur dem Spiel die Schuld geben - es müssen schon mehrere Faktoren aufeinander treffen - immerhin sind nicht alle Millionen von Spielern süchtig, vernachlässigen ihre Hygiene oder Gesundheit.
    Aber es wurden ja schon oft unbekannte Dinge, die man nicht versteht, die einem fremd sind und vor denen man vielleicht sogar Angst hat, abgelehnt (wenn ich recht informiert bin u.a. das Fernsehen und sogar Romane).

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