Gamer-Communitys Die Macht der SpielerSeite 2/2
Eurogamer.de trennt grundsätzlich zwischen Artikel-Kommentaren und Foren-Beiträgen, das heißt, die Artikel-Kommentare erscheinen nicht automatisch, wie bei vielen Seiten üblich, auch im Forum. "Das würde die Anzahl der Beiträge erhöhen, wir denken aber, dass so eine höhere Transparenz gegeben ist", sagt Menne. Spezielle Community-Moderatoren gibt es bei Eurogamer.de nicht. "Da jeder Redakteur gleichzeitig auch Hobbyist ist und sich auch sehr mit der Marke Eurogamer identifiziert, wird einfach mehrmals täglich in den entsprechenden Beiträge gesehen und geantwortet – oder eben agiert."
Zum Beispiel habe sich ein Leser das seinerzeit noch völlig unbekannte Action-Rollenspiel Demon's Souls importiert. "Er war so begeistert, dass er fragte, ob wir das nicht mal vorstellen könnten. Haben wir natürlich sofort getan", erzählt Menne. Am meisten diskutiert werden im Eurogamer-Forum die besonders hochkarätigen Titel, gefolgt von allem, was die Position von Microsoft, Sony und Nintendo angeht – nicht zu vergessen die Dauerbrenner Jugendschutz und Zensur.
Redaktionelle und Community-Inhalte wachsen bei den großen deutschen Spiele-Magazinen immer stärker zusammen. Für den kommerziellen Erfolg eines Spiels ist das, was in den Foren diskutiert wird, durchaus mitentscheidend: Zum einen, weil die Foren das Mundpropaganda-Medium par excellence sind. Zum anderen, weil die dort geäußerte Meinungen sich in den ebenfalls sehr einflussreichen Spiele-Kritiken der Redakteure niederschlagen.
- Datum 12.07.2010 - 11:15 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







"Wir haben 17 Foren-Moderatoren, die aus den Reihen der User stammen"
So etwas würde kaum ein Nutzer des Forum schreiben. Von den angegebenen 17 Moderatoren kann man vielleicht 10 als aktiv bezeichnen.
"sie achten vor allem darauf, dass die Netiquette gewahrt und das Forum nicht missbraucht wird."
...und missbrauchen dabei ihre Macht. Sogenannte Trolle werden ignoriert, Nutzer mit anderen Ansichten "gekickt" und ein besonders wahnsinniger Moderator brüstete sich schon häufiger damit wie viele Nutzer er schon gesperrt hat, während er wirres Zeug über Nuklearwaffen faselt und zusätzliche Smilies für bestimmte weibliche Nutzerinnen in die Forensoftware einbaut. Aber daran wird sich nichts ändern, denn dieser Moderator ist aufgrund seiner Kontakte zur Redaktion so gut wie immun gegen Kritik. Egal wie viele Leute sich beschweren, er wird bleiben.
Ich bin bzw. war seit 2003 im "GSPB" aktiv, besuche es aber immer seltener. Immer mehr Stammuser, darunter auch einige der Freunde die ich in diesem Forum kennenlernte, verlassen das Forum oder werden regelrecht rausgeekelt. Das ist eine Schande...
@mark_85
Habe mich auch so ziemlich aus dem GSPB zurückgezogen, da mir der Smalltalk da zu banal wurde. Die Kritik zu den Moderatoren dort kann ich zum Teil nachvollziehen, in meiner aktiven Zeit als Moderator dort (2000 - 2004) ging es aber teilweise auch hoch her, was Spam und Verstöße gegen die Nettiquette betraf. Ging sogar soweit, dass ich mich mit den Redakteuren über Hätefälle beraten habe. Aber im Spiele- und Hardwareforum gab und gibt es nach wie vor ganz hilfreiche Threads.
@mark_85
Habe mich auch so ziemlich aus dem GSPB zurückgezogen, da mir der Smalltalk da zu banal wurde. Die Kritik zu den Moderatoren dort kann ich zum Teil nachvollziehen, in meiner aktiven Zeit als Moderator dort (2000 - 2004) ging es aber teilweise auch hoch her, was Spam und Verstöße gegen die Nettiquette betraf. Ging sogar soweit, dass ich mich mit den Redakteuren über Hätefälle beraten habe. Aber im Spiele- und Hardwareforum gab und gibt es nach wie vor ganz hilfreiche Threads.
Auf diese Website möchsten wir nicht verlinken. Die Redaktion/sh
Ich bin nicht in dieser Szene, aber ich habe beim überfliegen Blogs haufenweise sehr gute Blogeinträge von Leuten gelesen, die Spiele sehr genau und sehr gut prüfen und kritisieren.
Ich bin ehrlich gesagt oftmals erstaunt über die hohe Qualität der Tests und der Kriterien und habe dahinter oftmals keine Privatpersonen vermutet, die es dann aber oft sind.
Es sind halt, naja, sagen wir es ruhig, ohne es böse zu meinen, Freaks, die aber das, was sie machen, sehr genau nehmen.
Schöne Spiel(e)kritiken finden sich auf amerikanischen Gamer-Blogs und auf den Blogs/Webseiten von (freien) Spielentwicklern, die gerne auch genauer auf die technischen Tricks eingehen. PR habe ich hier nur wenig bemerkt, aber vermutlich sind kommerzielle Forenanbieter davon erheblich stärker betroffen.
Wer mag kann mal die Stimmen zu "Brütal Legend" in großen Zeitungen mit Blogeinträgen vergleichen. Andere Beispiele sind sicherlich WoW oder Portal …
Dieser Artikel ist ja wohl ein Witz. Da schreibt eine Seite, wie sie das System sieht, also ist es nicht nur einseitig, sondern grenzenlos beschönigend.
In einem einzigen Punkt stimmt der Inhalt: redaktionelle und durch Nutzer erstellte Inhalte überschneiden sich immer mehr. Der Grund dafür ist jedoch in Wahrheit die Entlarvung eines Problems. Zum einen benutzen die Redaktionen die Fremdinhalte für eigene kommerzielle Zwecke, zum anderen ist dies kein angestrebter Effekt, sondern Folge einer web2.0-Konkurrenz für die diversen Medien.
Bei den Foren muss man mit evidenter Not zwischen internen und externen unterscheiden. Das intere WoW-Forum, beispielsweise, dient keineswegs der Kommunikation, sondern eher der Vermarktung und dem Abfangen von Kritik. Dabei hat sich eine Subkultur entwickelt, die hinsichtlich demokratischer Ideen nur fragwürdig sein kann. Kleinere Firmen nutzen ihre produktbezogenen, internen Foren als kostenloser Ideenlieferant, zunehmend auch als beta-Test für eine unfertige Ware.
Externe Foren, etwa durch Nutzer betrieben, sind viel informativer und auch neutraler. Sie zu finden ist jedoch schwierig, während ihre Betreiber sehr vorsichtig sein müssen.
Ein Mittelding sind die Foren von Medien. Doch wo diese branchenintern sind, wie die im Artikel, darf sehr an ihrer Nützlichkeit gezweifelt werden. In den letzten Jahren konnte man über Blizzard kaum etwas Negatives in den Medien finden, weil diese die Reaktionen des großen Konzerns fürchten. Keine Werbeanzeigen mehr, keine Vorab-Demos, keine Infos - das will niemand riskieren. Und es gab auch schon Fälle, in denen die Firmen nur einmal kurz winkten - als Drohung. Zwar liegen die Foren ein wenig außerhalb, aber eine Verbindung ist ersichtlich. Wieso sollte man hier also Vertrauen haben?
Dass Produkte durch Foren promotet werden können, ist bekannt. Damit werden aber nicht unbedingt "gute" Produkte zu einem Renner. Die oftmals unkritische Haltung der Spielermasse trifft auf bewusst eingesetzte Scheinnutzer im Auftrag der Produkthersteller, bis die Erwartungshaltung sich gegenseitig steigert, fern von einem realen Bezug zu den Qualitäten des Produkts. Ein Einfluss auf Redakteure ist gering, da sie immer noch vor allem dem kommerziellen Erfolg ihres Arbeitgebers verpflichtet sind. Es gab auch schon Beispiele, in denen gerade die Kritik der Spieler aufgenommen, aber dann bagatellisiert oder zu widerlegen versucht wurde.
@mark_85
Habe mich auch so ziemlich aus dem GSPB zurückgezogen, da mir der Smalltalk da zu banal wurde. Die Kritik zu den Moderatoren dort kann ich zum Teil nachvollziehen, in meiner aktiven Zeit als Moderator dort (2000 - 2004) ging es aber teilweise auch hoch her, was Spam und Verstöße gegen die Nettiquette betraf. Ging sogar soweit, dass ich mich mit den Redakteuren über Hätefälle beraten habe. Aber im Spiele- und Hardwareforum gab und gibt es nach wie vor ganz hilfreiche Threads.
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: Hier geht man etwas naiv an die "großartige" Kultur dieser Foren heran. Gerade als Medium, welches sich der journalistischen Freiheit verpflichtet sieht, sollte man doch vielleicht genauer hinschauen. Ich kann nur vom GSPB berichten, dort jedenfalls findet sich keineswegs ein, wie hier dargestellt, reger !und freier! Austausch, sondern vor allem ein stark reglementiertes, sich selbst erhaltendes System aus Machtmißbrauch seitens der Moderation. Die Redaktion dagegen ist kaum anwesend. Vielleicht wäre das mal einen Artikel wert; Gamer-Portale als psychologische Experimente á la "Das Experiment".
heißt: Java SCRABBLE
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren