World of Warcraft Blizzard zwingt seine Kunden zum Outing
Bislang konnten WoW und andere Games anonym gespielt werden. Der Hersteller will das nicht mehr dulden. Zum Entsetzen der Spieler müssen sie nun ihren Namen nennen.
Blizzard will keine Masken mehr dulden, Nutzer macht das wütend. Was Bashiok (hier mit Maske) zu spüren bekam, ein Mitarbeiter von Blizzard, dessen wahre Identität nun im Netz steht
Bislang war das Spiel World of Warcraft von martialisch oder blumig klingenden Pseudonymen bestimmt. Wer den ganzen Tag Monster abschlachtet und Zauberer niederkämpft, mag das nicht unbedingt als Max Müller tun. Hersteller Blizzard jedoch will das nicht mehr dulden. Schritt für Schritt wird in den Spielen und Foren der Firma die Anonymität abgeschafft. Zum Ärger der zahlenden Kunden.
Den Anfang machte die Vorgabe, dass jeder, der auf der firmeneigenen Onlineplattform battle.net mitspielen will, dort seinen Klarnamen angeben muss. "RealID" heißt das System . Theoretisch kann man sich zwar einen Account mit ausgedachtem Namen anlegen, doch wer beispielsweise WoW spielt, der überweist Blizzard üblicherweise monatliche Gebühren dafür – ist also mit Namen und Kontonummer bekannt.
Außerdem installierte man Funktionen, die an Facebook und dessen Datenhunger erinnern. So sind künftig im Spiel die Namen derjenigen sichtbar, die in der eigenen "Freundesliste" stehen, mit denen man also häufiger Kontakt hat. Dem müssen beide Seiten zustimmen, dann aber gibt es auch "Statusmeldungen" und eine Ansicht der Namen von Freunden von Freunden . Bislang kannten sich die Spieler meist nur unter ihrem Pseudonym, es sei denn, sie verrieten jemandem ihre Identität. Was allerdings nicht üblich war, sollte gerade WoW doch ursprünglich ein Rollenspiel sein, ein Ort also, um ein anderes Ich zu leben.
Nun erfährt man im Zweifel nicht nur, dass die Nachtelfe Fedora gar keine Frau ist, sondern kann auch sehen, welche Charaktere die "Freunde" noch so steuern und das sogar spielübergreifend. Man kann also sehen ob sie vielleicht gar gleichzeitig bei verfeindeten Allianzen mitmachen oder ob sie, die in WoW ein enger Freund sind, in Starcraft den ärgsten Gegner mimen. Das Ziel ist Vernetzung. So ging man auch eine Kooperation mit Facebook ein , dank der sich die Freundeslisten aus dem sozialen Netzwerk und die aus der Spieplattform battle.net miteinander abgleichen lassen.
In einem zweiten Schritt kündigte das Unternehmen an , dass jeder, der in den Spielforen mitreden und kommentieren will, seinen richtigen Namen angeben muss. Für die Foren der Spiele Starcraft2 oder Warcraft3 soll der Klarname ab Juli verpflichtend sein, für WoW ab Ende des Jahres, wenn eine neue Erweiterung vorgestellt wird.
Ziel ist wahrscheinlich, Goldfarmern und Cheatern das Leben zu erschweren. Jenen also, die zum Geldverdienen spielen oder zu betrügen versuchen. Begründet wurde all das mit dem Wunsch, Schlammschlachten, Beleidigungen und Mehrfachaccounts zu bekämpfen. Zitat: Man hoffe, dass dies "eine positivere Grundstimmung in den Foren schafft, konstruktivere Konversationen fördert und die Blizzard-Community auf nie zuvor gesehene Weise verbindet".
Letzteres zumindest scheint zu funktionieren, verbunden ist die Gemeinschaft – in ihrem Frust auf Blizzard. Mehr als elf Millionen Spieler hat allein WoW . Wer die Tausenden Seiten Kommentare überfliegt, die voller Wut auf die Änderungen reagieren, bekommt das Gefühl dass dort viele Menschen sehr, sehr unzufrieden sind.
- Datum 10.07.2010 - 01:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Das Activision Blizzard sich so Kunden vergrault.
Bisher machen sie dies doch nur durch Onlinezwang, überteuerte Spiele unterdrückten Gebrauchtverkauf und das Ersetzen von kostenlosen 3rdParty Content durch EigeneDLC verkäufe.
Wahrscheinlich bringt der Klarname samt vernetzung mit FB noch mal saftig kohle. Und wer StarCraft Warcraft oder sonst was spielen will, der muss eben mitmachen. Machen eh genug mit.
Ein bischen so als wenn jeder Busfahrer die Fahrgäste zwingt nackt zu fahren.
Alternativen gibts nicht.
Hallo Kai,
Wesentliche Teile deines Artikels sind nicht richtig. Laut FAQ von Blizzard werden die WOW und Starcraft-Spieler nur zu einer einzigen Sache gezwungen, nämlich, dass der Realname im Forum auftaucht.
Im Spiel wird nirgends ein Realname auftauchen, wenn man es nicht will. Es wird also, entgegen dem, was du schreibst, nicht enthüllt werden, dass die Nachtelfe Fedora gar keine Frau ist. Das wird man Fremden weiterhin geheimhalten können. Auch werden Aktivitäten und andere Charaktere auch nicht automatisch angezeigt werden.
Hintergrund ist, dass die bisherige "Freundesliste" nicht automatisch ins neue, enthüllende Freundschaftssystem umgewandelt wird. Die bisherige Freundesliste wird "Kontaktliste" heißen und funktioniert weiter so wie bisher: Hinzufügen durch Eingabe eines Charakternamens, Sichtbarkeit nur des online/offline Status.
Darüberhinaus können zwei Spieler mit beiderseitig nötigem Einverständnis sich per Freundschaftssystem vernetzen. Erst an dieser Stelle taucht der Realname auf, erst hier werden Aktivitäten sichtbar und alle anderen Charaktere der Spielerin. Diese Funktion hier also ist nur optional, und kein Zwang.
Wäre gut, wenn du deinen Artikel überarbeiten würdest. Hier die Quelle:
http://us.battle.net/real...
Ich weiß nciht, wie es bei WoW aussieht, aber: Bei der Anmeldung des neuen Battle.net-Accounts müssen Name und Adresse angegeben werden. Und da bspw. Starcraft 2 mit diesem Battle.net-Account verknüpft ist, kann man schon sagen, dass die Angabe privater Daten Pflicht ist.
Alles in Allem eine besorgniserregende Sache, dass eine renommierte Spieleschmiede sich Stück für Stück zur Datenkrake entwickelt. Allein die Facebook-Unterstützung für SC2 spricht ja schon Bände...
Hallo jawless,
danke für die Ergänzungen. Ich habe den Text an zwei Stellen präzisiert.
lg
k.
Ich weiß nciht, wie es bei WoW aussieht, aber: Bei der Anmeldung des neuen Battle.net-Accounts müssen Name und Adresse angegeben werden. Und da bspw. Starcraft 2 mit diesem Battle.net-Account verknüpft ist, kann man schon sagen, dass die Angabe privater Daten Pflicht ist.
Alles in Allem eine besorgniserregende Sache, dass eine renommierte Spieleschmiede sich Stück für Stück zur Datenkrake entwickelt. Allein die Facebook-Unterstützung für SC2 spricht ja schon Bände...
Hallo jawless,
danke für die Ergänzungen. Ich habe den Text an zwei Stellen präzisiert.
lg
k.
"der überweist Blizzard monatliche Gebühren dafür – ist also mit Namen und Kontonummer bekannt."
Ist es nicht möglich sich Freischaltungs-Codes für einen Monat im Laden zu kaufen?
Ich dachte bisher, das ganze wäre so geregelt...
....es braucht dennoch einen Battle.net-Account, bei dem du das gekaufte Spiel registrieren musst. Dort braucht es dann deinen Namen und dort gibst du dann auch eventuelle Freischaltcodes ein.
Das ist möglich, aber nicht die Norm. Zumal es bequemer ist, per Kontoeinzug die Rechnung zu begleichen, anstatt regelmäßig im Laden eine einmonatige Freischaltung zu erwerben.
Wirklich anonym bleibt man im Grunde nur, wenn man nicht den echten Namen bei der Anmeldung verwendet und dazu noch die Laden-Option als Bezahlmethode wählt.
....es braucht dennoch einen Battle.net-Account, bei dem du das gekaufte Spiel registrieren musst. Dort braucht es dann deinen Namen und dort gibst du dann auch eventuelle Freischaltcodes ein.
Das ist möglich, aber nicht die Norm. Zumal es bequemer ist, per Kontoeinzug die Rechnung zu begleichen, anstatt regelmäßig im Laden eine einmonatige Freischaltung zu erwerben.
Wirklich anonym bleibt man im Grunde nur, wenn man nicht den echten Namen bei der Anmeldung verwendet und dazu noch die Laden-Option als Bezahlmethode wählt.
....es braucht dennoch einen Battle.net-Account, bei dem du das gekaufte Spiel registrieren musst. Dort braucht es dann deinen Namen und dort gibst du dann auch eventuelle Freischaltcodes ein.
Es mag ja sein, dass der Artikel einige inhaltliche Fehler aufweist - der SPON-Artikel zu dem Thema ist auch besser - aber das ändert ja im Grunde nichts an der Problematik.
Blizzard ist nicht irgendeine Spieleschmiede; Alle Spiele, die bisher veröffentlicht wurden, waren riesige Spielerfolge, die manch ein Genre für Jahre geprägt haben.
Und in letzter Zeit entwickelt sich diese Firma in eine Richtung, die viele Fans vor den Kopf stößt. Das fängt mit dem mangelnden Lan-Modus für SC2 an und hört bei der Anbiederung an das Facebooknetzwerk, inklusive dieser neuen Forenregeln, auf.
Und eben diese Forenregeln haben das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht. Viele betrachten das als krassen Einschnitt in ihre Privatsphäre, da damit so ziemlich jeder zweierlei Dinge erfährt: Dass man WoW spielt (google machts möglich) und welcher Mensch sich hinter dem Charakter verbirgt. Die einzige Möglichkeit dem zu entgehen, ist, das Forum nicht zu benutzen, die Freundesliste in SC2 nicht zu benutzen und irgendwann - das Spiel nicht mehr zu spielen, weil eine Nutzung ohne diesen ganzen Kram unmöglich gemacht wird.
Viele Spieler sehen diese Entwicklung mit einigem Argwohn und tun ihren Missmut - zurecht wie ich finde - auf diversen Seiten kund. Ein gutes Beispiel war da die Veröffentlichung von Bashioks privaten Daten, mit der Folge, dass er seinen Facebookaccount gesperrt hat.
Die meisten Spieler wollen nicht, dass man weiss, wer sie im echten Leben sind. Und das aus gutem Grund.
Klar ist die Sache ein Problem. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, was Sache ist. Denn entgegen zu dem, was du schreibst, wird in den Foren nur der Realname aktiviert sein. Nur der.
Es wird also nicht möglich sein, den Realnamen mit dem Charakternamen zu verbinden.
Es wird die optionale Funktion geben, den Charakternamen hinzu zu schalten. Aber standardmäßig wird diese Funktion aus sein.
Klar ist die Sache ein Problem. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, was Sache ist. Denn entgegen zu dem, was du schreibst, wird in den Foren nur der Realname aktiviert sein. Nur der.
Es wird also nicht möglich sein, den Realnamen mit dem Charakternamen zu verbinden.
Es wird die optionale Funktion geben, den Charakternamen hinzu zu schalten. Aber standardmäßig wird diese Funktion aus sein.
Das ist möglich, aber nicht die Norm. Zumal es bequemer ist, per Kontoeinzug die Rechnung zu begleichen, anstatt regelmäßig im Laden eine einmonatige Freischaltung zu erwerben.
Wirklich anonym bleibt man im Grunde nur, wenn man nicht den echten Namen bei der Anmeldung verwendet und dazu noch die Laden-Option als Bezahlmethode wählt.
Klar ist die Sache ein Problem. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, was Sache ist. Denn entgegen zu dem, was du schreibst, wird in den Foren nur der Realname aktiviert sein. Nur der.
Es wird also nicht möglich sein, den Realnamen mit dem Charakternamen zu verbinden.
Es wird die optionale Funktion geben, den Charakternamen hinzu zu schalten. Aber standardmäßig wird diese Funktion aus sein.
Ich weiß nciht, wie es bei WoW aussieht, aber: Bei der Anmeldung des neuen Battle.net-Accounts müssen Name und Adresse angegeben werden. Und da bspw. Starcraft 2 mit diesem Battle.net-Account verknüpft ist, kann man schon sagen, dass die Angabe privater Daten Pflicht ist.
Alles in Allem eine besorgniserregende Sache, dass eine renommierte Spieleschmiede sich Stück für Stück zur Datenkrake entwickelt. Allein die Facebook-Unterstützung für SC2 spricht ja schon Bände...
Ich glaube, es wurde gar nicht behauptet, Blizzard würde diese Daten nicht abfragen. Nur, dass diese Daten nicht öffentlich sichtbar sind. Und ganz ehrlich, Netz oder Offline: Ist es nicht ganz normal, dass wenn eine Firma ein Geschäft über 25 € im Monat mit dir abschließt - immerhin 300 € im Jahr -, sie auch deinen richtigen Namen erfährt? Und Realnamen in Foren: Hell yeah, darauf warte ich seit Jahren! Wenn jemand öffentlich etwas schreibt, kann er gefälligst auch seinen Kopf hinhalten. Mach ich auch soweit es geht. Das heißt nicht, dass jeder alles über mich herauskriegen kann (das versuche ich möglichst regelmäßig über Google-Suche etc. sicherzustellen) aber verstecken tu ich mich nicht. In was für einer Gesellschaft würden wir denn leben, wenn man sich eingesteht und akzeptiert, dass man nicht öffentlich seine Meinung sagen kann, ohne sich in Gefahr zu geben? Wenn es soweit ist, werd ICH zumindest kämpfen und nicht abtauchen.
Ich glaube, es wurde gar nicht behauptet, Blizzard würde diese Daten nicht abfragen. Nur, dass diese Daten nicht öffentlich sichtbar sind. Und ganz ehrlich, Netz oder Offline: Ist es nicht ganz normal, dass wenn eine Firma ein Geschäft über 25 € im Monat mit dir abschließt - immerhin 300 € im Jahr -, sie auch deinen richtigen Namen erfährt? Und Realnamen in Foren: Hell yeah, darauf warte ich seit Jahren! Wenn jemand öffentlich etwas schreibt, kann er gefälligst auch seinen Kopf hinhalten. Mach ich auch soweit es geht. Das heißt nicht, dass jeder alles über mich herauskriegen kann (das versuche ich möglichst regelmäßig über Google-Suche etc. sicherzustellen) aber verstecken tu ich mich nicht. In was für einer Gesellschaft würden wir denn leben, wenn man sich eingesteht und akzeptiert, dass man nicht öffentlich seine Meinung sagen kann, ohne sich in Gefahr zu geben? Wenn es soweit ist, werd ICH zumindest kämpfen und nicht abtauchen.
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