World of Warcraft Blizzard zwingt seine Kunden zum OutingSeite 2/2

Unter anderem weil dadurch auch Google die Namen erfährt. Womit für Personalchefs sichtbar wird, wer sich in den Foren und also in den Spielen rumtreibt. Nicht jedem ist das Recht. Ganz zu schweigen davon, dass die Bedrohungen von Spielern untereinander nun sehr persönlich werden können, nach dem Muster: "der wohnt in meiner Stadt, den gehe ich mal nachts besuchen".

Denn es ist zwar freiwillig, dass man seine Freundesliste im Spiel identifiziert. Doch gibt es längst Programme , die diese Daten auslesen können, auch wenn man seinen Klarnamen nicht angeben will – dank offizieller Schnittstellen.

Einige der Spieler wollten das Risiko der fehlenden Anonymität demonstrieren und haben ihren Frust an einem Blizzard-Mitarbeiter abreagiert. Der hatte, um vorzuleben, wie harmlos das ist, im englischsprachigen Forum seinen Klarnamen veröffentlicht. Innerhalb von Minuten war daraufhin in anderen Kommentaren seine Adresse, sein Facebook-Profil, sein Lebenslauf, ja gar die Schule seiner Kinder zu lesen.

" It took me 15 seconds to find you on facebook. Isn't that a little creepy? ", schrieb ein Kommentator. Und gespenstisch fand es der Betroffene dann wohl tatsächlich, dass er so schnell ausgeforscht wurde. Denn kurz darauf war sein Twitterkonto gelöscht und der Inhalt seines Facebookaccounts nur noch für Freunde sichtbar. Auch seine Telefonnummer soll er gesperrt haben.

Blizzard als Unternehmen jedoch gibt sich derzeit noch wenig beeindruckt von dem Protest. Zwar hieß es in einer Mitteilung, man werde auf die Rückmeldung der Nutzer eingehen und daher Eltern die Möglichkeit geben, in den Einstellungen dafür zu sorgen, dass ihre Kinder dort nicht mehr schreiben können. Doch insgesamt lautete die vorgeschlagene Lösung zynisch, wer anonym bleiben wolle, dürfe eben nicht mehr im Forum kommentieren.

Update: Blizzard hat eingelenkt. Einen Tag nach dem Beginn des Protestes nahm man zumindest eine Änderung zurück: In den Foren werden nun doch nicht die Klarnamen verwendet. Ein entsprechender Eintrag in WoW-Foren ist unterzeichnet mit Mike Morhaim, Chef von Blizzard. So ganz beruhigt scheinen die Spieler aber nicht, steht in dem Posting doch: " Wir haben zu diesem Zeitpunkt entschieden, dass es nicht nötig sein wird, reale Namen für das Verfassen von Beiträgen in den offiziellen Blizzard-Foren zu nutzen." In Zukunft kann die Identifizierung also wieder zum Prinizip erhoben werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Das Activision Blizzard sich so Kunden vergrault.
    Bisher machen sie dies doch nur durch Onlinezwang, überteuerte Spiele unterdrückten Gebrauchtverkauf und das Ersetzen von kostenlosen 3rdParty Content durch EigeneDLC verkäufe.
    Wahrscheinlich bringt der Klarname samt vernetzung mit FB noch mal saftig kohle. Und wer StarCraft Warcraft oder sonst was spielen will, der muss eben mitmachen. Machen eh genug mit.

    Ein bischen so als wenn jeder Busfahrer die Fahrgäste zwingt nackt zu fahren.

    Alternativen gibts nicht.

    • Anonym
    • 08.07.2010 um 18:40 Uhr

    Hallo Kai,

    Wesentliche Teile deines Artikels sind nicht richtig. Laut FAQ von Blizzard werden die WOW und Starcraft-Spieler nur zu einer einzigen Sache gezwungen, nämlich, dass der Realname im Forum auftaucht.

    Im Spiel wird nirgends ein Realname auftauchen, wenn man es nicht will. Es wird also, entgegen dem, was du schreibst, nicht enthüllt werden, dass die Nachtelfe Fedora gar keine Frau ist. Das wird man Fremden weiterhin geheimhalten können. Auch werden Aktivitäten und andere Charaktere auch nicht automatisch angezeigt werden.

    Hintergrund ist, dass die bisherige "Freundesliste" nicht automatisch ins neue, enthüllende Freundschaftssystem umgewandelt wird. Die bisherige Freundesliste wird "Kontaktliste" heißen und funktioniert weiter so wie bisher: Hinzufügen durch Eingabe eines Charakternamens, Sichtbarkeit nur des online/offline Status.

    Darüberhinaus können zwei Spieler mit beiderseitig nötigem Einverständnis sich per Freundschaftssystem vernetzen. Erst an dieser Stelle taucht der Realname auf, erst hier werden Aktivitäten sichtbar und alle anderen Charaktere der Spielerin. Diese Funktion hier also ist nur optional, und kein Zwang.

    Wäre gut, wenn du deinen Artikel überarbeiten würdest. Hier die Quelle:
    http://us.battle.net/real...

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    Ich weiß nciht, wie es bei WoW aussieht, aber: Bei der Anmeldung des neuen Battle.net-Accounts müssen Name und Adresse angegeben werden. Und da bspw. Starcraft 2 mit diesem Battle.net-Account verknüpft ist, kann man schon sagen, dass die Angabe privater Daten Pflicht ist.

    Alles in Allem eine besorgniserregende Sache, dass eine renommierte Spieleschmiede sich Stück für Stück zur Datenkrake entwickelt. Allein die Facebook-Unterstützung für SC2 spricht ja schon Bände...

    Redaktion

    Hallo jawless,

    danke für die Ergänzungen. Ich habe den Text an zwei Stellen präzisiert.

    lg
    k.

    Ich weiß nciht, wie es bei WoW aussieht, aber: Bei der Anmeldung des neuen Battle.net-Accounts müssen Name und Adresse angegeben werden. Und da bspw. Starcraft 2 mit diesem Battle.net-Account verknüpft ist, kann man schon sagen, dass die Angabe privater Daten Pflicht ist.

    Alles in Allem eine besorgniserregende Sache, dass eine renommierte Spieleschmiede sich Stück für Stück zur Datenkrake entwickelt. Allein die Facebook-Unterstützung für SC2 spricht ja schon Bände...

    Redaktion

    Hallo jawless,

    danke für die Ergänzungen. Ich habe den Text an zwei Stellen präzisiert.

    lg
    k.

  2. "der überweist Blizzard monatliche Gebühren dafür – ist also mit Namen und Kontonummer bekannt."

    Ist es nicht möglich sich Freischaltungs-Codes für einen Monat im Laden zu kaufen?
    Ich dachte bisher, das ganze wäre so geregelt...

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    • Anonym
    • 08.07.2010 um 18:52 Uhr

    ....es braucht dennoch einen Battle.net-Account, bei dem du das gekaufte Spiel registrieren musst. Dort braucht es dann deinen Namen und dort gibst du dann auch eventuelle Freischaltcodes ein.

    Das ist möglich, aber nicht die Norm. Zumal es bequemer ist, per Kontoeinzug die Rechnung zu begleichen, anstatt regelmäßig im Laden eine einmonatige Freischaltung zu erwerben.

    Wirklich anonym bleibt man im Grunde nur, wenn man nicht den echten Namen bei der Anmeldung verwendet und dazu noch die Laden-Option als Bezahlmethode wählt.

    • Anonym
    • 08.07.2010 um 18:52 Uhr

    ....es braucht dennoch einen Battle.net-Account, bei dem du das gekaufte Spiel registrieren musst. Dort braucht es dann deinen Namen und dort gibst du dann auch eventuelle Freischaltcodes ein.

    Das ist möglich, aber nicht die Norm. Zumal es bequemer ist, per Kontoeinzug die Rechnung zu begleichen, anstatt regelmäßig im Laden eine einmonatige Freischaltung zu erwerben.

    Wirklich anonym bleibt man im Grunde nur, wenn man nicht den echten Namen bei der Anmeldung verwendet und dazu noch die Laden-Option als Bezahlmethode wählt.

    • Anonym
    • 08.07.2010 um 18:52 Uhr

    ....es braucht dennoch einen Battle.net-Account, bei dem du das gekaufte Spiel registrieren musst. Dort braucht es dann deinen Namen und dort gibst du dann auch eventuelle Freischaltcodes ein.

    Antwort auf "Gebühren"
  3. Es mag ja sein, dass der Artikel einige inhaltliche Fehler aufweist - der SPON-Artikel zu dem Thema ist auch besser - aber das ändert ja im Grunde nichts an der Problematik.

    Blizzard ist nicht irgendeine Spieleschmiede; Alle Spiele, die bisher veröffentlicht wurden, waren riesige Spielerfolge, die manch ein Genre für Jahre geprägt haben.

    Und in letzter Zeit entwickelt sich diese Firma in eine Richtung, die viele Fans vor den Kopf stößt. Das fängt mit dem mangelnden Lan-Modus für SC2 an und hört bei der Anbiederung an das Facebooknetzwerk, inklusive dieser neuen Forenregeln, auf.

    Und eben diese Forenregeln haben das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht. Viele betrachten das als krassen Einschnitt in ihre Privatsphäre, da damit so ziemlich jeder zweierlei Dinge erfährt: Dass man WoW spielt (google machts möglich) und welcher Mensch sich hinter dem Charakter verbirgt. Die einzige Möglichkeit dem zu entgehen, ist, das Forum nicht zu benutzen, die Freundesliste in SC2 nicht zu benutzen und irgendwann - das Spiel nicht mehr zu spielen, weil eine Nutzung ohne diesen ganzen Kram unmöglich gemacht wird.

    Viele Spieler sehen diese Entwicklung mit einigem Argwohn und tun ihren Missmut - zurecht wie ich finde - auf diversen Seiten kund. Ein gutes Beispiel war da die Veröffentlichung von Bashioks privaten Daten, mit der Folge, dass er seinen Facebookaccount gesperrt hat.

    Die meisten Spieler wollen nicht, dass man weiss, wer sie im echten Leben sind. Und das aus gutem Grund.

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    • Anonym
    • 08.07.2010 um 19:18 Uhr

    Klar ist die Sache ein Problem. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, was Sache ist. Denn entgegen zu dem, was du schreibst, wird in den Foren nur der Realname aktiviert sein. Nur der.

    Es wird also nicht möglich sein, den Realnamen mit dem Charakternamen zu verbinden.
    Es wird die optionale Funktion geben, den Charakternamen hinzu zu schalten. Aber standardmäßig wird diese Funktion aus sein.

    • Anonym
    • 08.07.2010 um 19:18 Uhr

    Klar ist die Sache ein Problem. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, was Sache ist. Denn entgegen zu dem, was du schreibst, wird in den Foren nur der Realname aktiviert sein. Nur der.

    Es wird also nicht möglich sein, den Realnamen mit dem Charakternamen zu verbinden.
    Es wird die optionale Funktion geben, den Charakternamen hinzu zu schalten. Aber standardmäßig wird diese Funktion aus sein.

  4. Das ist möglich, aber nicht die Norm. Zumal es bequemer ist, per Kontoeinzug die Rechnung zu begleichen, anstatt regelmäßig im Laden eine einmonatige Freischaltung zu erwerben.

    Wirklich anonym bleibt man im Grunde nur, wenn man nicht den echten Namen bei der Anmeldung verwendet und dazu noch die Laden-Option als Bezahlmethode wählt.

    Antwort auf "Gebühren"
    • Anonym
    • 08.07.2010 um 19:18 Uhr

    Klar ist die Sache ein Problem. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, was Sache ist. Denn entgegen zu dem, was du schreibst, wird in den Foren nur der Realname aktiviert sein. Nur der.

    Es wird also nicht möglich sein, den Realnamen mit dem Charakternamen zu verbinden.
    Es wird die optionale Funktion geben, den Charakternamen hinzu zu schalten. Aber standardmäßig wird diese Funktion aus sein.

    Antwort auf "Facebookisierung"
  5. Ich weiß nciht, wie es bei WoW aussieht, aber: Bei der Anmeldung des neuen Battle.net-Accounts müssen Name und Adresse angegeben werden. Und da bspw. Starcraft 2 mit diesem Battle.net-Account verknüpft ist, kann man schon sagen, dass die Angabe privater Daten Pflicht ist.

    Alles in Allem eine besorgniserregende Sache, dass eine renommierte Spieleschmiede sich Stück für Stück zur Datenkrake entwickelt. Allein die Facebook-Unterstützung für SC2 spricht ja schon Bände...

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    • Anonym
    • 08.07.2010 um 20:33 Uhr

    Ich glaube, es wurde gar nicht behauptet, Blizzard würde diese Daten nicht abfragen. Nur, dass diese Daten nicht öffentlich sichtbar sind. Und ganz ehrlich, Netz oder Offline: Ist es nicht ganz normal, dass wenn eine Firma ein Geschäft über 25 € im Monat mit dir abschließt - immerhin 300 € im Jahr -, sie auch deinen richtigen Namen erfährt? Und Realnamen in Foren: Hell yeah, darauf warte ich seit Jahren! Wenn jemand öffentlich etwas schreibt, kann er gefälligst auch seinen Kopf hinhalten. Mach ich auch soweit es geht. Das heißt nicht, dass jeder alles über mich herauskriegen kann (das versuche ich möglichst regelmäßig über Google-Suche etc. sicherzustellen) aber verstecken tu ich mich nicht. In was für einer Gesellschaft würden wir denn leben, wenn man sich eingesteht und akzeptiert, dass man nicht öffentlich seine Meinung sagen kann, ohne sich in Gefahr zu geben? Wenn es soweit ist, werd ICH zumindest kämpfen und nicht abtauchen.

    • Anonym
    • 08.07.2010 um 20:33 Uhr

    Ich glaube, es wurde gar nicht behauptet, Blizzard würde diese Daten nicht abfragen. Nur, dass diese Daten nicht öffentlich sichtbar sind. Und ganz ehrlich, Netz oder Offline: Ist es nicht ganz normal, dass wenn eine Firma ein Geschäft über 25 € im Monat mit dir abschließt - immerhin 300 € im Jahr -, sie auch deinen richtigen Namen erfährt? Und Realnamen in Foren: Hell yeah, darauf warte ich seit Jahren! Wenn jemand öffentlich etwas schreibt, kann er gefälligst auch seinen Kopf hinhalten. Mach ich auch soweit es geht. Das heißt nicht, dass jeder alles über mich herauskriegen kann (das versuche ich möglichst regelmäßig über Google-Suche etc. sicherzustellen) aber verstecken tu ich mich nicht. In was für einer Gesellschaft würden wir denn leben, wenn man sich eingesteht und akzeptiert, dass man nicht öffentlich seine Meinung sagen kann, ohne sich in Gefahr zu geben? Wenn es soweit ist, werd ICH zumindest kämpfen und nicht abtauchen.

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