Minecraft Block um Block eine eigene Welt errichten
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Jeder schreibt sein eigenes Abenteuer

Vielleicht wird der Abenteurer bald sein angestammtes Lager verlassen und fremde Gegenden erkunden, sich unterwegs von Schweinen und Pilzen ernähren und dabei immer einen sorgsamen Blick auf den Sonnenstand haben. Vielleicht wird er aber auch eine Festung mit Wassergraben und Wehrtürmen bauen. Nur auf eines kann er in dieser unendlichen, zufallsgenerierten Landschaft nicht hoffen: Dass er, wie einst Robinson, einem menschlichen Wesen begegnet.

Minecraft ist aber gerade keine dystopische Robinsonade. Das Spiel ist wie eine weißes Blatt Papier, auf das der Spieler sein ganz persönliches Abenteuer schreibt. Mit jeder Entscheidung, die er trifft, verändert er die einstmals unberührte Pixelwelt nachhaltig. "Jeder Klotz, den ich persönlich setze", schreibt Gerard Delaney in einem lesenswerten Blogpost, "ist zugleich die Gelegenheit, eine andere Art von Story zu erzählen – und ein Zeugnis der Reisen, die nun abgeschlossen sind ... . Jedes Werkzeug, das ich fertige, verwandelt den Erfolg einer Reise in den Ausgangspunkt einer anderen".

Minecraft unterscheidet sich damit grundlegend von den meisten Sandbox-Games: Grand Theft Auto, Fallout und andere Genre-Vertreter knüpfen das Weiterkommen an festgelegte Etappenziele, die nicht übersprungen werden können. Minecraft hingegen vertraut auf die Kreativität der Spieler, die jede vorgefertigte Handlung zum Einsturz bringen würde.

Das Konzept dahinter nennt sich Emergent Gameplay: Aus einfachen Grundmechaniken (abbauen, zusammenbauen, verteidigen) entstehen komplexe Spielsituationen. Wie gut es funktioniert, stellen die Minecraft-Fans mit unzähligen Videos ihrer Kreationen nachdrücklich unter Beweis – etwa mit einer Falle für Monster, einer Steak-Fabrik, einer Achterbahn oder einem 16-Bit-Computer.

Die Classic-Version ist für Prachtbauten besonders gut geeignet: Es gibt keinen Tag-Nacht-Zyklus und auch keine Monster. Das Wichtigste aber ist, es gibt einen Multiplayer-Modus. Dort schließen sich Minecraft-Architekten zusammen, um gemeinsam an gigantischen Projekten zu arbeiten. Zu den Highlights auf YouTube zählen eine verkleinerte Erdkugel, ein Modell des Raumschiffs Enterprise sowie Nachbauten von Notre Dame und dem schwedischen Reichstag.

Für die Zukunft dürfen wir noch eine Menge von Minecraft erwarten: Markus Persson arbeitet mit Hochdruck an einem funktionierenden Multiplayer-Modus für die Survival-Fassung. Geplant ist auch ein Adventure-Modus, der sich stärker an herkömmlichen Rollenspiel-Abenteuern orientieren wird.

 
Leser-Kommentare
    • Buh
    • 11.10.2010 um 17:51 Uhr

    Und tolle mediale einbindungen in eben diesem. Weiter so!

  1. Ich kann den guten Eindruck des Autors nur doppelt und dreifach unterstreichen. Ich spiele Minecraft nun schon seit beinahe eineinhalb Jahren und es wird einfach nicht langweilig, egal, ob man sich nun in Monsterabenteuer in dunklen Höhlen stürzt oder mit Freunden im Mehrspielermodus gigantische Konstruktionen baut. In einer Zeit, in der man fast nur noch grafisch aufgewärmte Schaufelware vorgesetzt bekommt, sind Spiele wie Minecraft goldene Glanzstücke, die einer Generation, die sowieso den ganzen Tag nur noch am Bildschirm klebt, die Kreativität wieder aufleben lässt.

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    Grafisch aufgewärmte Schaufelware? Sorry, aber dann haben Sie entweder die letzten zehn Jahre Computerspiel-Geschichte verpasst, ignoriert oder hegen einen seltsame Spielegeschmack.

    Grafisch aufgewärmte Schaufelware? Sorry, aber dann haben Sie entweder die letzten zehn Jahre Computerspiel-Geschichte verpasst, ignoriert oder hegen einen seltsame Spielegeschmack.

  2. Kritik nehmen wir gerne entgegen, jedoch bitte an community@zeit.de Danke, die Redaktion/fk.

  3. Grafisch aufgewärmte Schaufelware? Sorry, aber dann haben Sie entweder die letzten zehn Jahre Computerspiel-Geschichte verpasst, ignoriert oder hegen einen seltsame Spielegeschmack.

    Antwort auf "Wunderbarer Artikel"
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    ....mehr braucht man darüber nicht zu sagen. So einfach das Spielprinzip, so nachhaltig der Spielspaß.

    • Hickey
    • 12.10.2010 um 7:24 Uhr

    Ich muss dem ersten Kommentator zustimmen, die heutigen Spiele sind großteils Schaufelware mit super Grafik, sauschlechtem Gameplay oder einfach nur zu kurz.

    Unfertige Spiele werden mit DLC zwar aufgewertet, doch lassen sich viele Hersteller dies bezahlen.(S7, Mafia2, etc..)

    SimCity5 aka Societies war ebenfalls grottig, im Gegensatz zum Vorgänger.

    ....mehr braucht man darüber nicht zu sagen. So einfach das Spielprinzip, so nachhaltig der Spielspaß.

    • Hickey
    • 12.10.2010 um 7:24 Uhr

    Ich muss dem ersten Kommentator zustimmen, die heutigen Spiele sind großteils Schaufelware mit super Grafik, sauschlechtem Gameplay oder einfach nur zu kurz.

    Unfertige Spiele werden mit DLC zwar aufgewertet, doch lassen sich viele Hersteller dies bezahlen.(S7, Mafia2, etc..)

    SimCity5 aka Societies war ebenfalls grottig, im Gegensatz zum Vorgänger.

  4. http://www.youtube.com/wa...

    Und es ist absolut fantastisch geworden
    Endlich ein adequates Lego für den Computer

  5. ....mehr braucht man darüber nicht zu sagen. So einfach das Spielprinzip, so nachhaltig der Spielspaß.

    Antwort auf "Wirklich nicht."
    • YaX
    • 12.10.2010 um 0:41 Uhr

    Hab davon noch nie gehört, weckt aber meine Neugier.. zumal ich persönlich Lego als eine der wertvollsten Spielzeuge überhaupt empfinde. Ein Bauklötzchenprinzip das mich heute noch begeistern kann. Ich find es gut, dass ihr von Spielen berichtet, die einfach mal "anders" sind. Es muss nicht immer hochgepimpte Grafik sein, um Spiele interessant zu machen. Netter Bericht.

    • oooo
    • 12.10.2010 um 1:03 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.

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