Tomb RaiderLara Croft erfindet sich neu

Das neue "Tomb Raider" überrascht mit einem erfrischend neuen Spielprinzip. Das könnte zwar einige Fans vergraulen, bringt die Serie aber wieder auf Vordermann. von 

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Seit 1996 ist Lara Croft die Protagonistin der "Tomb Raider" Videospiele  |  © Crystal Dynamics

Sie ist die wohl erfolgreichste Videospiel-Heldin aller Zeiten: Lara Croft, die Hobby-Archäologin aus Wimbledon mit dem Faible für knappe Shorts und rauchende Colts. Zwei Kinofilme, sechs Guinness-Buch Einträge und unzählige Fanartikel hat das Franchise in knapp fünfzehn Jahren hervorgebracht. 1996 erblickte der erste Teil von Tomb Raider die Videospielwelt, sieben weitere folgten. Für den neusten Titel, Lara Croft and the Guardian of Light , haben sich die Entwickler ein paar Neuigkeiten einfallen lassen.  

Ausgerechnet das Kernprodukt der Marke, das Videospiel, hatte zwischenzeitlich manchen Tiefpunkt zu überwinden. Als Angelina Jolie im Jahr 2001 noch als Lara Croft im Kino zu sehen war, hatten sich viele Fans der ersten Stunde bereits verabschiedet. Zu wenig Abwechslung, hieß es nach fünf Ausgaben des Puzzle- und Action-Adventures. Auch die Grafik, im ersten Teil noch als revolutionär bezeichnet, konnte mit den schnellen Entwicklungen der Spielbranche nicht mithalten. Es dauerte bis 2008, bis mit Tomb Raider: Underworld wieder ein Titel die Spieler und Kritiker halbwegs überzeugen konnte.

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Eigentlich wäre Lara Croft and the Guardian of Light nun das neunte Spiel der Serie. Doch beim Hersteller Crystal Dynamics denkt man anders. Man möchte neben Tomb Raidereine zweite Serie etablieren . Das Spiel soll die Wartezeit auf Tomb Raider 9 überbrücken. Es trägt deswegen nicht die bewährte Marke im Titel. Man könnte es auch anders sagen: Lara Croft and the Guardian of Light ist kein Tomb Raider . Doch das würde vielleicht zu weit gehen.

Trotzdem hält das Spiel, das es erstmals nur per Download über Steam (PC) oder Xbox Live Arcade gibt, tatsächlich einige Überraschungen parat. Und das für gerade einmal 15 Euro.

Die größte Veränderung offenbart sich gleich zu Spielbeginn. Denn statt der bewährten Ansicht über Laras Kopf hinweg, spielt sich Lara Croft and the Guardian of Light aus dem "isometrischen Blickwinkel" von schräg oben, wie man es hauptsächlich von Strategiespielen wie StarCraft kennt.

Das funktioniert. Denn auch das Spielprinzip hat sich geändert. Standen in den früheren Tomb Raider- Spielen noch ausgeklügelte Kletter- und Sprungpartien im Vordergrund, geht es im neuen Teil vor allem um Action. So sind Kampfsequenzen nicht nur deutlich rasanter, es kommt auch häufiger dazu. Gerade wenn wieder einmal eine Horde Spinnen oder ein Rudel übergroßer Echsen auf die Protagonistin zustürmen, erinnert Lara Croft and the Guardian of Light schnell an klassische Hack & Slay Titel vom Stile Diablos .

Um die Kämpfe trotzdem nicht zur eintönigen Ballerei verkommen zu lassen, haben die Entwickler das Waffen- und Belohnungssystem deutlich ausgebaut. So gibt es für jedes der 14 Level diverse Boni zu erreichen, die zusätzliche Waffen, Upgrades oder Reliquien versprechen. Letztere lassen sich wiederum mit Waffen kombinieren und bieten damit zumindest kurzweilig Abwechslung.

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    • Schlagworte Lara Croft | Angelina Jolie | Wimbledon | Xbox
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