Call of Duty Den Soldaten in uns im Zaum halten
Ein Video, in dem reale Menschen herumballern, bewirbt den Shooter "Call of Duty: Black Ops". Lustig gemeint, aber eine gefährliche Grenzverletzung. Ein Kommentar

Werbefilm des Herstellers Activision für das Computerspiel "Call of Duty – Black Ops"
Heute ist der neue und bereits siebte Teil der Shooter-Serie Call of Duty erschienen. Black Ops heißt er, geheime Operationen, und wird unter anderem beworben mit einem Trailer, der zeigt, dass die Macher dieses Spiels nicht unschuldig sind an dem Vorwurf, sie programmierten "Killerspiele".
Ganz normale Menschen sind darin zu sehen. Im Anzug oder in Arbeitskleidung rennen sie mit automatischen Waffen durch eine Ruinenlandschaft und schießen um sich: Ein hoffentlich gerade nicht mehr minderjähriges Mädchen ballert mit einer Pump-Gun die Tür aus einem Haus, ein Krankenpfleger wirft Handgranaten, ein freundlicher Kerl vom Typ Familienvater feuert einen Raketenwerfer ab, ein Bauarbeiter durchsiebt mit einer Minigun Wände.
"In jedem von uns steckt ein Soldat", lautet die Botschaft am Schluss und unterlegt ist das Ganze mit dem Rolling-Stones-Song Gimme shelter . In dessen Refrain heißt es passenderweise: War, children, yeah, it's just a shot away.
Wahrscheinlich ist die Zivilisation wirklich nur eine dünne Tünche über der wahren menschlichen Natur, wie Philosophen seit Jahrhunderten warnen . Viel bedrückender jedoch ist eine andere Parallele: die zu Columbine .
Der kurze Film ist, wie es in den Kommentaren bei YouTube treffend heißt, ein Kick-Ass-Commercial , unterlegt mit einem Kick-Ass-Song – ein Film also, um es der Welt mal so richtig zu zeigen.
Da schlagen die zurück, die sonst viel zu oft zu kurz kommen, lautet seine Botschaft: Die Pump-Gun-Schützin ist pummelig und trägt Brille, auf dem Werferrohr des Familienvaters steht Proud Noob – was stolzer Anfänger, aber auch stolzer Trottel heißen kann und jemand, der gekleidet ist wie eine Fast-Food-Küchenhilfe, posiert mit zwei Pistolen in John-Woo-Geste und starrem Blick.
Allein bei YouTube zählt der Spot nach nur wenigen Tagen bereits 1,3 Millionen Abrufe. Wohl, weil er die Fantasien vieler Spieler ziemlich gut trifft.
Schließlich gibt es kaum Besseres als einen solchen Shooter, wenn man sich als Superheld fühlen will. Kick Ass halt. Nichts dagegen. Jedem seine Träume.
- Datum 09.11.2010 - 17:05 Uhr
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- Serie Killerspiel-Debatte
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 103
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Werbeclip! Super Game! Die Amis haben mal wieder einen guten Humor.
In Deutschland ist die Empörung wieder groß, dabei liegen hier schon 16 Jährige jedes Wochenende mit 2.0 Promille in den Bushaltestellen und sind perspektivenlos. Dann doch lieber mal ein "Ballergame" spielen.
Aber was tut man nicht alles für die künstliche Empörung.
>>>In Deutschland ist die Empörung wieder groß, dabei liegen hier schon 16 Jährige jedes Wochenende mit 2.0 Promille in den Bushaltestellen..<<<
womöglich trinken die ja nur gegen die depression an, die sich bei dem gedanken einstellt, dass xmillionen erwachsener leute ihre zeit mit primitiven kinderspielen versieben.
Morgen ist Schule! Ab ins Bett!
Aber mal im Ernst: Das Autoren-Bashing und Rumgetrolle, die Verwendung von nicht mal ansatzweise unterhaltsamen oder sinnvollen Analogien und das reflexartige Abspulen der üblichen Argumente, zeigt das die meisten "Blops"-Freunde (http://www.rockpapershotg...) nicht in der Lage sind sich differenziert mit ihrem Medium und der Debatte auseinanderzusetzen. Schade eigentlich.
>>>In Deutschland ist die Empörung wieder groß, dabei liegen hier schon 16 Jährige jedes Wochenende mit 2.0 Promille in den Bushaltestellen..<<<
womöglich trinken die ja nur gegen die depression an, die sich bei dem gedanken einstellt, dass xmillionen erwachsener leute ihre zeit mit primitiven kinderspielen versieben.
Morgen ist Schule! Ab ins Bett!
Aber mal im Ernst: Das Autoren-Bashing und Rumgetrolle, die Verwendung von nicht mal ansatzweise unterhaltsamen oder sinnvollen Analogien und das reflexartige Abspulen der üblichen Argumente, zeigt das die meisten "Blops"-Freunde (http://www.rockpapershotg...) nicht in der Lage sind sich differenziert mit ihrem Medium und der Debatte auseinanderzusetzen. Schade eigentlich.
Ich gehöre mit 24 Jahren nicht mehr ganz zur Jugend. Aber wahrscheinlich bin ich dennoch verroht. Mich schockt das Video nämlich nicht. Erstens: Es stirbt keiner und es wird keiner verletzt (wie der Autor treffend erkannt hat). Zweitens: Ich sehe die ironische Note in dem ganzen. Und drittens: Die meisten Nachrichtenbeiträge über Kriege sind schlimmer als dieses Werbevideo.
Ich erinnere mich da an die Nachrichtenbilder zum Einmarsch in Afghanistan oder im Irak. Die haben mich damals glaube ich mehr geprägt und verroht als es irgendein Cumputerspiel oder Werbevideo je vermocht hat.
Aber die Diskussion ist gerechtfertigt. Das Spiele, auch Shooter, immer (Foto-)realistischer werden ist aber denke ich nicht vermeidbar und glaube ich in der entsprechenden Community sogar erwünscht.
A.W., Köln
Ich weiß nicht ob der (optische) Realismus tatsächlich so sehr erwünscht ist oder besser erwünscht sein wird, noch sind wir ja relative weit davon entfernt. Künstliche Mimik oder schicke Licht und Schatten Spiele machen, zum Glück, noch keine Realität.
Ich selbst spiele seit rund 15 Jahren fast ausschließlich Ego Shooter, wünsche mir aber beim besten Willen keine Fotorealistische Spielgrafik. Das Spiel sollte immer auch als solches erkennbar sein.
Übrigens, das grausamste und brutalste was ich bisher in meinem leben gesehen habe, war in der Tageschau.
Das muss irgendwann in den 90ern gewesen sein, ein Bericht über Unruhen irgendwo in Afrika. Eine Gruppe Männer zerrt einen jungen Mann aus einem Auto, wirft ihn über ein Brückengeländer in eine flachen Bach/Fluss und feuert mit ihren AK's auf den im Flussbett Liegenden.
Ich weiß nicht ob der (optische) Realismus tatsächlich so sehr erwünscht ist oder besser erwünscht sein wird, noch sind wir ja relative weit davon entfernt. Künstliche Mimik oder schicke Licht und Schatten Spiele machen, zum Glück, noch keine Realität.
Ich selbst spiele seit rund 15 Jahren fast ausschließlich Ego Shooter, wünsche mir aber beim besten Willen keine Fotorealistische Spielgrafik. Das Spiel sollte immer auch als solches erkennbar sein.
Übrigens, das grausamste und brutalste was ich bisher in meinem leben gesehen habe, war in der Tageschau.
Das muss irgendwann in den 90ern gewesen sein, ein Bericht über Unruhen irgendwo in Afrika. Eine Gruppe Männer zerrt einen jungen Mann aus einem Auto, wirft ihn über ein Brückengeländer in eine flachen Bach/Fluss und feuert mit ihren AK's auf den im Flussbett Liegenden.
Mal davon abgesehen dass dieser Satz mich mehr entsetzt als das Video: Meiner Meinung nach ist die Aussage eher dass Realitätsflucht und Spielen Spaß macht. Und dagegen ist, wenn man verantwortlich damit umgeht, nichts einzuwenden.
...wenn man nicht die Mittel hat sie auszuueben. Als ob der normaldeutsche auch in der Lage waere mit einem Raketenwerfer zu posieren.
Zu der Grafik: Wer es im Laufe der Zeit miterlebt hat, will doch auch, dass die Grafik besser wird. Ein besseres Design fuer die eigene Homepage, ein 3D-Film mit guter Grafik, wo Humanoide Auserirdische sich gegen Menschen mit Gewehren, Speeren und Kampfroboter bekriegen, aber bei Videospielen, besonders bei Gewaltverherlichenden Spielen, da gehen die Leute hoch. Was soll das denn?
Aber es gibt da halt einen Weg: Gute Grafik, 3Kilelrspiel", aber keine Menschen. Was der Mensch toete, ob es wie oben Humanoide Auserirdische sind oder Tiere, das ist egal. Blos wenn die Gewalt an die "Menschen" gerrichtet ist, dann ist es boese und schlecht fuer die Jugend.
Zeit Online Redaktion, für die von uns so gewünschte Berichterstattung. Kostenlose Werbeplattform direkt am Verkaufsstart, nicht viele schaffen so etwas.
Ihr Black Ops Marketing Team
Heya,
ich bin mit meinem ebenfalls 24 Jahren auch schon eine Weile dabei, und hab ebenfalls einiges an Shootern mitgenommen, grade auch die bösen. Die Liste ist lang, aber im Prinzip geht's um Spiele à la Counterstrike, Day of Defeat, von mir aus auch Splinter Cell. Obwohl ich einen Heidenspaß hatte (vielleicht ein bisschen zuviel, wenn man auf die Abinote guckt), war mir ab und zu nicht so ganz wohl bei der Geschichte, speziell beim Gedanken dass ich (extrem) lustvoll nachspiele, was meine und unsere Großeltern am eigenen Leib erleben musste. Dass grade SOLCHE Themen sechzig Jahre später Kids zum virtuellen Heldentum motivieren, ist von außen betrachtet wirklich nicht fein. Der Grund ist aus meiner Sicht einfach: Als junger Sinnsucher im übersättigten Mitteleuropa (etc) wünscht man sich einfach, es ginge mal wieder ums Ganze. Und was wird eine Spieleindustrie, die tausende hungriger Mäuler zu füttern hat tun, als diesen zugegebenermaßen billigen Trieb zu befriedigen?
Ich bin gerade im Auslandssemester in Israel, und hier darf ich erleben wie echte Soldaten echte Menschen mit einem völligen Überlegenheitsgefühl misshandeln, wie auf den Straßen Waffen getragen werden und man sich "gegen den Rest der Welt" fühlt. Es setzt mein Sicht von Computerkrieg zum Spaß doch noch etwas weiter in Perspektive.
Ich liebe zocken, ich werde weiter Killerspiele spielen, weiterhin mit einem mulmigen Gefühl. Aber dieser Clip ist mir bei aller Coolness zu viel.
Nicht erst seit Spielen werden Soldaten als Helden dargestellt. Man sehe sich Schriften und Bilder aus der Vergangenheit an, wo der Feldheer und der Soldat als Held für das Vaterland dargestellt wird. Eine Sache ist es, wenn man als Spieleentwickler daraus eine offensichtliche Karikatur macht a la Star Ship Trooper, mit Reden von hohem Pathos und dahinter verrecken die Soldaten, was das ganze nur noch absurd macht).
Aber das machen bestimmte Spiele ja eben nicht, sondern der Spieler wird zum High-Tech-Rambo, der im Alleingang die Welt rettet - natürlich mit Gewalt, Gewalt und nochmal Gewalt. - Sowas gibt es natürlich nicht nur in Spielen.
Es erinnert doch sehr stark an eben diese Glorifizierung des Kriegshelden, was junge Menschen auch schlichtweg motiviert und überzeugt in den Kriegsdienst treiben sollte.
Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist historischer Fakt.
Nicht erst seit Spielen werden Soldaten als Helden dargestellt. Man sehe sich Schriften und Bilder aus der Vergangenheit an, wo der Feldheer und der Soldat als Held für das Vaterland dargestellt wird. Eine Sache ist es, wenn man als Spieleentwickler daraus eine offensichtliche Karikatur macht a la Star Ship Trooper, mit Reden von hohem Pathos und dahinter verrecken die Soldaten, was das ganze nur noch absurd macht).
Aber das machen bestimmte Spiele ja eben nicht, sondern der Spieler wird zum High-Tech-Rambo, der im Alleingang die Welt rettet - natürlich mit Gewalt, Gewalt und nochmal Gewalt. - Sowas gibt es natürlich nicht nur in Spielen.
Es erinnert doch sehr stark an eben diese Glorifizierung des Kriegshelden, was junge Menschen auch schlichtweg motiviert und überzeugt in den Kriegsdienst treiben sollte.
Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist historischer Fakt.
Der Drill dient dazu, den Soldaten das Töten anzutrainieren. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, jemanden zu töten. Die Täter von Columbine waren psychisch krank.
Die meisten Shooter sind langweilig. Die Industrie braucht Spots um uns daran zu erinnern, was daran eigentlich Spaß machen soll.
wenn 1,3 Millionen Menschen diesen trailer sehen und wahrscheinlich auch eine menge begeisterte dieses Spiel kaufen, wundere ich mich, wo die seit jahren so unglaubliche massenverrohung und die zahlreichen amokläufe und columbine nachahmer denn endlich bleiben? Columbine war '99. mittlerweile haben wir 2010. Wie wärs wenn wir uns auch gleich über das Mittelalter unterhalten? gut, es gab auch 09 den amoklauf von winnenden. Aber 99 gab es noch keine nahezu fotorealistischen Spiele - warum also werden diese überhaupt mit sochen vorfällen in verbindung gebracht? Aber seien wir doch mal ehrlich: wer andere menschen Töten will geht zu (ehem.)blackwater, oder in Amerika einfach zur army. wer will, auch mit 16 schon. Solange wir also noch echte Menschen in anderen Ländern Töten, foltern oder anderweitig misshandeln, sollten wir wirklich überlegen, ob "killerspiele" verboten/diskutiert/etc werden sollten, solange wir noch echte waffen herstellen, die echte Menschen Tötenm und das in atemberaubender Grafik, auch Real-Life genannt!
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