Xbox Kinect Digitales Training für Freizeittänzer

Spiele wie "Sing Star" haben Karaoke-Abende professionalisiert. Tanz-Spiele für die neuen Bewegungssteuerungen könnten auf den Dancefloor ähnliche Effekte haben.

Harmonix-Chef Alex Rigopulos präsentierte das Spiel "Dance Central" auf der Microsoft Pressekonferenz im Juni in Los Angeles

Harmonix-Chef Alex Rigopulos präsentierte das Spiel "Dance Central" auf der Microsoft Pressekonferenz im Juni in Los Angeles

Eine Zeit lang war Karaoke sehr beliebt. So ging man etwa – von dem einen oder anderen Bier beseelt – in thailändische Clubs auf der Reeperbahn, um vor Publikum ins Mikrofon zu singen. Es war zugleich der Beleg einer neuen Mitmach-Kultur: Aktive Musikgestaltung statt passiver Berieselung.

Irgendwann bemerkten ältere Gesangsfreunde, dass sie mit der Performance der Jüngeren kaum mehr mithalten konnten. Als Verantwortlicher war bald die Games-Industrie ausgemacht: Aufgrund von Programmen wie Singstar , Rock Band oder Lips konnte plötzlich jeder zu Hause üben, bis auch die schwierigsten Töne saßen.

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Nun erwartet Freizeittänzer eine ähnliche Erfahrung: Microsoft wird mit der neuen Bewegungssteuerung Kinect vor allem Tanz-, Sport- und Fitnesstitel auf den Markt bringen, darunter Dance Central . Das Spiel ist so etwas wie das Prinzip Karaoke aufs Tanzen übertragen: Zu über 30 Titeln , darunter Poker Face von Lady Gaga oder Maneater von Nelly Furtado, kann man nach digitalem Vorbild Hände und Füße lüpfen.

Dabei muss man sich vor dem Kamera-Auge der Kinect in Positur bringen und die Tanzeinlage des Computervorbilds möglichst treffsicher imitieren. Verpasst man dabei beispielsweise den Takt der Hände reckenden Sängerin, leuchtet der Arm rot auf – Fehler. Erfasst die Kamera hingegen korrekte Bewegungen, schnellt der Punktestand rasant nach oben. Die Konsole ermittelt am Ende, wie viele der vorgegebenen Bewegungen der Spieler eingehalten hat, und vergibt Höchstpunkte für die beste Performance.

Wer abends in den Club zum Tanzen geht, freut oder amüsiert sich mitunter über die Zappeleien seiner Tanznachbarn. Frei nach dem Motto: Liebe, als wärst du noch nie verletzt worden und tanze, als würde dich niemand dabei beobachten, sind dem bewegten Persönlichkeitsausdruck keine Grenzen gesetzt. Bis jetzt. Denn dank Kinect lässt sich tänzerische Hochleistung nun praktisch vorprogrammieren, durch eifriges Üben auf dem Wohnzimmer-Dancefloor.

Microsoft hat das Spiel schon vor dem offiziellen Start in mehreren europäischen Städten präsentiert, darunter auch in Hamburg in einem Club auf der Reeperbahn. Zum Glück hat Microsoft dabei daran gedacht, vor Ort für talentierte und geübte Tänzer und Tänzerinnen zu sorgen. So dass sich die geladenen Gäste zunächst eine Vorstellung davon machen konnten, wie der Spaß am Ende einmal aussehen könnte.

Leser-Kommentare
  1. Kinect erscheint - und berichtet wird wieder quasi ausschliesslich über Dance Central. Dabei ist Dance Central zwar unbestritten das beste, aber keineswegs das einzige Spiel für Kinect.

  2. Wie so oft ist das Leben nicht schwarz-weiß. Denn (wie so häufig in unserer Gesellschaft) geht durch Dance Central die Individualität auf der Tanzfläche verloren, wenn jeder die einstudierten Schritte abspult, wie damals z.B. bei Macarena und Konsorten.

    Das mag einem sozialen "Dazugehören-Gefühl" gut tun, widerspricht aber dem eigentlichen Gedanken vom Tanz als Expression der eigenen Gefühle und Persönlichkeit.
    Und umgekehrt wird es bei größerer Verbreitung dann diejenigen ausgrenzen, die nicht nach Schema F tanzen -- weil sie entweder keine Xbox haben, oder denen danach einfach nicht der Sinn steht.

    Aber egal, warten wir einfach erstmal ab, ob dies überhaupt zum Thema auf den Tanzflächen wird.

    j

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