Das Computerspielemuseum ist erst einmal ein Museum. An langer Wand reiht sich Spielekonsole neben Spielekonsole, davor eine Glaswand, damit der Besucher sie nicht angrabbeln kann, daneben kleine Tafeln mit sorgfältig zusammengetragenen Informationen.

Wer möchte, kann anschauen, lesen, durchlaufen. Er kann sich ein Videointerview mit Alexey Pajitnov ansehen, der 1984 in Moskau das Spiel Tetris erfand. Und vielleicht hier und da seine Bewunderung für das Gesehene durch ein erstauntes "ah" ausdrücken. Beispielsweise für den Polyplay , den einzigen Videospieleautomaten der DDR.

Wer will, kann im Computerspielemuseum aber auch Spaß haben. 21 der 300 Exponate dürfen berührt und bespielt werden. Wie der Computerspace .

Spieleautomat Computerspace © Jörg Metzner/Computerspielemuseum

Vierzig Jahre ist der Computerspace -Automat alt. Faszinieren tut er noch immer. Der Spieler lenkt sein Raumschiff über einen Joystick, weicht den Geschossen von Ufos aus, ballert über den Fire-Button andere Ufos vom Himmel. Das ist so simpel wie unterhaltsam.

Gleiches gilt für Asteroids . Ein Original der Spielekonsole steht ebenfalls in der Ausstellung, samt abgenutzten Fire-Buttons und kaffeeverschmierter Oberfläche. Auch hier: einfache Grafik, Ballerei, Spaß.

Das Konzept des Mitspielens war für die Museumsentwickler von Beginn an wichtig. Direktor des Computerspielemuseums, Andreas Lange, wollte, dass der Besucher aktiv wird. "Das neue am Medium Computerspiel ist ja die dadurch ermöglichte Interaktion – und die einfachste Art, das zu tun, ist mitzuspielen."

Doch nur wenn Hardware und Software noch funktionstüchtig sind, geht Daddeln am Original. Keine leichte Aufgabe. Viele Geräte sind schwer zu beschaffen – was vor zwanzig Jahren in Zehntausenden Wohnzimmern stand, ist heute Rarität. Und die Originale müssen den Museumsbetrieb durchhalten. Viele von ihnen sind wertvolle Raritäten.