Spiele-Geschichte Zum Computerspielen ins MuseumSeite 2/2

Deswegen hat das Computerspielemuseum auch nachbauen lassen. Etwa den Nimrod, den ersten elektronisch arbeitenden Computer, der speziell fürs Spielen gebaut worden war. Produziert wurde er in Großbritannien, erstmals zu sehen war er 1951 auf der Berliner Industrieausstellung.

Mehr als eine einfache "Wenn-dann"-Funktionen konnten die Programmier dem Rechner damals nicht beibringen. Doch es genügte für ein Spiel. Und es genügte, um Ludwig Erhard zu schlagen. Der damalige Bundeswirtschaftsminister spielte bei der Ausstellung Nim, das einzige Game, das der Nimrod konnte – und verlor jedes Mal.

Doch der Besucher soll nicht nur daddeln und in Erinnerungen schwelgen. Er soll auch nachdenken.

Die Pain-Station, die Schmerzanlage, zeigt beispielsweise, dass es auch eine negative Seite des menschlichen Spieltriebs gibt: Wie viel Schmerzen ist ein Sieg wert? Auf der Pain-Station läuft Pong. Ein einfaches Ballspiel aus den siebziger Jahren. Aber bei dieser Version gibt es keine Punkte zu gewinnen. Verliert ein Spieler den Ball, bekommt er Strom- oder Peitschenschläge auf die Hand. Oder die Platte, auf der sie liegt, wird heiß. Wie bei James Bond in Sag niemals nie geht es darum, durchzuhalten oder nachzugeben. Was klüger ist, entscheidet der Spieler.

Der 2nd-Person-Shooter tut nicht weh. Das Game verwirrt nur. Eigentlich ist es ein Experiment des Künstlers Julian Olover. Man steuert eine pixelige Spielfigur und soll einen Gegner erschießen. Doch sieht der Spieler das Ganze aus den Augen eben jenes Gegners. Wer schießt, sieht also die Kugel auf sich selbst zufliegen.

Aber auch der klassische Teil des Museums ist längst nicht so langweilig wie befürchtet. Denn eigentlich hat jeder irgendwann mal am Computer gespielt und kann sich irgendwo im Museum wiederfinden, fasziniert sein. Und sich anschließend dabei ertappen, wie er im Internet nach Seiten sucht, auf denen sich Pac-Man und Tetris spielen lassen. Oder dabei, bei den Eltern anzurufen und zu fragen, ob die N64 im Keller überlebt hat.

 
Leser-Kommentare
  1. Klasse Beitrag, weiter so!

    Dank I-Net kann man sich die Ohrwürmer aus den alten Zockerzeiten noch zu Gemüte führen.
    So wurde Kernkraft 400 mit Zombination zum Chartstürmer, die Grundlage bildete ein C64 Gamesoundtrack.
    Ice-Cube hat z.B.: beim NES Klassiker Castlevania gekupfert.

  2. Inzwischen gibt es sehr schöne, freie C64-Emulatoren für Windows (z. Emu64), die sogar die elende Wartezeit, um ein Programm zu laden, getreulich simulieren.

    Das größte Aha-Erlebnis nach all den Jahren war für mich, wie grobschlächtig die Graphik damals gewesen ist. Da hatte mein Gedächtnis inzwischen einiges geglättet...

  3. "...bei den Eltern anzurufen und zu fragen, ob die N64 im Keller überlebt hat." Und die Herren kommen mit C64-Emulatoren. Wie niedlich.

    Aber es stimmt. Die meisten von uns haben garantiert selber noch ein paar 'Museumsstücke' zuhause rumstehen. Da trauere ich schon meinem NES ein wenig hinterher...

  4. werde ich meine N64 weggeben. Es ist ein Stück meiner Kindheit und immer wieder gern suche ich nach der Arbeit Sterne mit Mario - oder lasse mit skywalker die podracer glühen!!!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service