Die Startseite des Computerspiels "Inside the Haiti Earthquake" © Screenshot: ZEIT ONLINE

"Du hast gelernt", erscheint auf dem Bildschirm, wenn der Einsatz als Helfer im Katastrophengebiet Haiti beendet ist. Und es stimmt, wer das Serious Game Inside the Haiti Earthquake spielt, lernt schnell, unter welch widrigen Bedingungen Menschen nach solchen Unglücken existieren müssen, wie viel Verzweiflung, Überforderung und Chaos dabei eine Rolle spielen.

Daher kann Inside the Haiti Earthquake als ein gelungenes Lernspiel gelten.

Ziel des Games, das kostenlos über einen Internetbrowser gespielt werden kann, ist es, die Situation kennenzulernen. Punkte gibt es nicht, einen Gewinner auch nicht, die Situation soll nacherlebt werden.

Dazu kann der Spieler wählen, ob er die Zeit nach dem Erdbeben als Journalist, als Helfer oder als Überlebender erfahren möchte. Der Einstieg ist simpel, nach einer Videosequenz mit Bildern der Zerstörungen folgt die Frage, welche Rolle der Spieler einnehmen will. Je nachdem wie er sich entscheidet, ändert sich der Verlauf des Spiels, die Geschichte.

Genauso schlicht geht es weiter. Nach einer Videosequenz, die eine Situation schildert, muss eine Entscheidung getroffen werden. Zeitaufwendig ist das nicht. Selbst wer bei jeder Entscheidungsfrage lange überlegen oder einige englische Begriffe nachschlagen muss, dürfte es in einer Dreiviertelstunde schaffen.

Doch auch um Zeit geht es nicht. Manche der gewählten Alternativen führen zu nichts, weil die entsprechenden Wünsche auch in Haiti nicht erfüllbar waren. Wer etwa als Überlebender versucht, beim US-Militär oder bei den Vereinten Nationen als Helfer anzuheuern, wird einfach abgelehnt. Denn ihm fehlt die nötige Qualifikation. Wer weitermachen will, muss etwas, was er ursprünglich nicht wollte. Wie im Leben.