Musikspiele : Activision lässt "Guitar Hero" sterben

Ist es wirklich traurig und überraschend, dass die populäre Musikspielreihe "Guitar Hero" eingestellt wird? Nein, schreibt Frank Magdans, es ist nur folgerichtig.
"Guitar Hero" auf der Paris Games Week im Oktober 2010 © FRANCK FIFE/AFP/Getty Images

Activision stellt nach sechs Jahren die Musikspielreihe Guitar Hero ein , zu schlecht sind die Absatzzahlen inzwischen. Bei manchem mag diese Nachricht wie eine Bombe einschlagen, hat sich doch der eine oder andere womöglich darauf gefreut, in seinem Wohnzimmer bald mal mit den Red Hot Chili Peppers zu rocken.

Und dass Activision der Serie ein Ende setzt, trifft auch die Entwickler von 7 Studios, die mit Freestyle Games an dem Ableger namens DJ Hero gearbeitet haben.

Doch wie traurig und überraschend ist es wirklich, dass Activision plötzlich diese Richtung einschlägt?

Musikspiele waren 2008 das drittwichtigste Gamesgenre, nur Action- und Sportspiele verkauften sich besser. Guitar Hero war auf dem Weg, eines der erfolgreichsten Games überhaupt zu werden und Activision hoffte damals, seine Spiele könnten Karaoke als Volkssport ablösen . Besser als 2008 aber wurde es nie. Im Gegenteil, nach dem Höhepunkt setzte sehr bald ein schneller Abstieg ein.

Angesichts der Entwicklung des Spielemarktes ist es durchaus nachvollziehbar, wenn das Unternehmen ankündigt, seine Aufmerksamkeit künftig Multiplayer- und Onlinespielen widmen zu wollen.

Im Grunde ist das Spielkonzept Guitar Heros und seine Ableger altbacken. Auf einer Plastikgitarre mit fünf Knöpfen und einem Kippschalter werden Songs nachgespielt. Variation versprechen nur die Grafik und die Melodie. Die Erweiterung um ein Schlagzeug konnte das Ende nur verzögern.

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

bei der realitätsfernen gitarre funktioniert das konzept nicht

weil man durch diese unrealistischen fünf knöpfe nicht auf eine echte gitarre "angelernt" wird. man kann also nicht vom spiel auf die realität umsteigen wie bei den karaoke spielen a la "singstar" oder beim schlagzeug set. man profitiert also nicht für die realität, sondern das ganze ist eine art fake mit einer unrealistischen gitarre und einem simplen reaktionsspiel.

eine richtige plastikgitarre mit ca hundert statt fünf tasten wäre kaum teuerer. und die kleineren tasten könnten genau dort sein wo der echte gitarrespieler wirklich greift. dazu noch ein motivierendes gitarre-sim spiel, das mit einfachsten echten akkord griffen oder solis beginnt und schon wäre das ganze sinnvoll statt sinnlos und jeder könnte nach so einem spiel auf eine echte gitarre umsteigen... so wie man, nachdem man seine stimme bei einem karaokespiel trainiert hat zu dsds gehen kann oder ne band gründen kann, und das spiel real werden lassen kann

kleine idee an einen entwickler
;-;

Nun die Musikindustrie

Sie war ja auch immer so besorgt das man nicht einfach eigene Lieder für das Spiel umsetzen konnte z.B. mit einen Konverter.

So waren höhere Versionen fast nur noch ein paar neue Songs und etwas veränderte Grafik. Das kann im der Spieleindustrie genug sein ( Moorhun serie beweist es und auch EA Sport ) muss aber nich wie auch andere Serien zeigen.

Gitarre geht anders

Nicht nur Jimi hätte das gewusst, sondern sogar ein schlechter Spieler merkts. Deswegen wars langweilig. Es war schliesslich nur ein elektronisches Gerät in Gitarrenform. Wie andere Foristen zutreffend bemerken ohne Realitätsbezug zum Gitarrenspiel und ohne Lerneffekt. So ähnlich könnte ein Schrifststeller Hero aussehen. Man drückt eine Taste und ein Text von Goethe erscheint. Zusätzlich ein Zeit-Effekt: Schnell drücken und Faust ist fertig.