Computerspiele Facebook will echte Spieler ködern
Zu leicht, zu belanglos: Die sogenannten Core Gamer blicken mit Verachtung auf Facebook-Spielchen wie Farmville oder Café World. Das könnte sich bald ändern.
© AFP/Getty Images

Die Rezeption des Facebook-Headquarters
Sie ergründen digitale Welten bis in den letzten Winkel und schrecken nicht vor komplexen Regelwerken zurück: Hardcore Gamer, kurz Core Gamer, sehen Videospiele als ernst zu nehmendes Hobby – und stellen hohe Anforderungen an Story, Grafik und Spielmechanik. Von knallbunten Klickspielen auf Facebook würden sich diese Spieler unterfordert fühlen: Erdbeerpflanzer und Schafverschenker aus Farmville können ihnen gestohlen bleiben.
Hersteller von Social Games haben die anspruchsvolle Zielgruppe aber keineswegs abgeschrieben. Firmen wie Metrogames, lolapps oder Kabam stützen sich auf Studien, die einen rapide wachsenden Core-Markt auf Facebook prophezeien. Die Annahme: Auch Core Gamer schätzen das Netzwerk als Kommunikationsplattform und sind durchaus bereit, hier zu spielen – wenn man die Spiele nach ihrem Geschmack entwerfen würde. Und nicht nur das: Auch klassische Zwischendurch-Spieler könnten an komplexeren Games Gefallen finden. Schon jetzt hat eine ganze Reihe namhafter Game Designer die Seiten gewechselt und werkelt an Facebook-Titeln, unter ihnen Sid Meier, Richard Garriott und John Romero.
Die Herausforderung ist klar: Wie lassen sich Casual Games mit Core Games kombinieren? Um mögliche Andockpunkte zu finden, macht es zunächst einmal Sinn, die Unterschiede herauszuarbeiten. Der Game Designer Tony Ventrice nennt sechs typische Core-Game-Eigenschaften: eine schwierige Steuerung, überwältigende Wahlmöglichkeiten, vorausgesetztes Vorwissen, das Erkennen und Auswendiglernen abstrakter Regeln, unklare Spielziele und Lösungswege, die der Spieler selbst finden muss.
"Klassische" Facebook-Titel wie Farmville lassen diese Barrieren bewusst weg – die Nutzer sollen schnell ins Spiel finden, um nicht vergrault zu werden. Ventrice sieht die Zugänglichkeit ("accessibility") als zentrales Merkmal von Casual Games. Spiele wie Tetris fallen damit in den Grenzbereich zwischen core und casual: Das Grundprinzip ist leicht verständlich, der Schwierigkeitsgrad jedoch nach oben offen. Ventrice folgert: Auch Facebook-Games könnten fordernd sein. Wenn sie dem Spieler einen leichten Einstieg ermöglichen.
Dem kalifornischen Spielehersteller Zynga wird gerne mangelnder Innovationswille und dreistes Abkupfern unterstellt – und das nicht ohne Grund. Immerhin: Der Zynga-Hit Frontierville bietet deutlich mehr Abwechslung als Farmville, man sieht hier klar die Handschrift des ehemaligen Civilization-Designers Brian Reynolds. Gleichwohl nervt Frontierville mit den altbekannten Mustern: Es bombardiert den Spieler mit Belohnungen, will ihm an jeder Ecke virtuelle Ausrüstungsgegenstände verkaufen und nötigt ihn, den Facebook-Freundeskreis ins Spiel mit einzubeziehen. All diese Mechanismen hat der Forscher und Game-Designer Ian Bogost in seinem Facebook-Spiel Cow Clicker aufs Schönste persifliert.
Während Frontierville weiter am klassischen Farming-Konzept festhält, lässt Ravenwood Fair den Spieler auf einer Waldlichtung Kirmes-Attraktionen errichten, die dann von putzigen Tierchen frequentiert werden. Core Gamer rieben sich verwundert die Augen, als sie lasen, wer hinter Ravenwood Fair steckt: John Romero, mit dem blutigen Doom berühmt geworden, und seine Lebensgefährtin Brenda Brathwaite. Auch wenn Ravenwood Fair auf maximale Niedlichkeit setzt, ist die Atmosphäre tendenziell bedrohlich: Wer seine Kirmes ausweiten möchte, muss den schnell nachwachsenden Wald abholzen, läuft dabei aber Gefahr, allerlei Monster heraufzubeschwören. Und noch etwas ist anders als in den Zynga-Spielen: Ravenwood Fair vergibt recht großzügig Energiepunkte – das gibt dem Spieler mehr Handlungsfreiheit und zwingt ihn nicht, seine Facebook-Freunde fürs spielerische Fortkommen zu instrumentalisieren.
Daneben gibt es aber auch immer mehr Facebook-Games, die Core Gamer direkt ansprechen. Recht plump funktioniert das bei Multiplayer-Shootern wie Red Crucible, Elite und UberStrike, deren Anbieter ihr Geld mit virtuellen Waffen, Rüstung und Munition verdienen. Dank der Unity-Engine bieten besagte Shooter halbwegs vorzeigbare 3D-Welten, die auch im Vollbildmodus dargestellt werden können. Schwer dürfte es für diese Spiele werden, wenn das US-Unternehmen Gaikai seine Ankündigung wahr macht, Spiele wie Dead Space 2 auf Facebook zu streamen: in einer Auflösung, die sonst nur auf Konsolen oder hochgerüsteten PCs möglich ist.
- Datum 23.05.2011 - 06:40 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Das was man heute als "Hardcore Gamer" bezeichnet, mag zwar von denen intern als Spielerelite gesehen werden, aber nüchtern von außen betrachtet handelt es sich hierbei um den größten Marktsegment des Casual Gaming.
Die Hardcore Gamer sehen ihre Präferenz zunehmend in Grafik und Verkaufszahlen/Werbung und nicht in der entscheidenden Spielmechanik, oder der Anforderung an die eigenen Fähigkeiten (Skills). Echte Core Gamer sind rar geworden und finden sich bestenfalls auf Star Craft Server ein; ein Großteil ist auch schon wieder Richtung Retro gewechselt. Denn wenn ein Spiel nicht mit Grafik und Effekten reizen kann, muss es zwangsweise auf Gameplay setzen, um Gut zu sein.
Und geht es nicht, bzw sollte es nicht in jedem Spiel ums Spielen als solches gehen?
"Echte" Spieler wollen Abwechslung und hängen nicht bei einem einzigen Spiel ab. Sicherlich gibt es welche, die ganz und gar in einem versinken, aber die Menschen, die ich aus meiner Jugend und meinem Leben kenne, da sind einige "Core Gamer" dabei, die nämlich quasi von Anfang an dabei waren, noch mit Atari, Commodore, den ersten Konsolen, usw.
Casual heißt ja letztlich nur, dass das Leute sind die hin und wieder spielen und halt unterhalten werden wollen, schnell und belanglos. Der Core Gamer sucht nach Inhalt, spezieller Herausforderung.
Bei Star Craft und Co findet man in der Großzahl eher die PvPler, von denen ein Großteil zwar nicht casual ist, denen es jedoch wenig um das Spiel selbst, als um das "ownen" anderer Spieler geht. - Und natürlich hat das ganze GNTM Charakter. Millionen Kinder, die auch gern mal ein "Profigamer" wären.
Was auf jeden Fall stimmt ist, dass sich Core Gamer nicht viel von Grafik (allein) beeindrucken lassen, was auch schlichtweg daran liegt, dass die alle längst gelernt haben, was für ein Blendwerk das häufig ist.
Ich kann mich den ausführungen von idealeridealist nur anschließen.
Hinzufügen möchte ich noch, dass "big-budget-games" für "core-gamer" immer mehr zu "billiger unterhaltung" verkommen, in der es vorallem darum geht, dem spieler einzureden er wäre großartig, allmächtig usw. Während die eigentlichen anforderungen, was das spielerische betrifft, letztendlich immer anspruchsloser, persönlichkeitloser und anbiedernder werden.
Das ganze wird meist noch mit fast schon lächerlich anmutenden belohnungs- und medaillen-systemen auf die spitze getrieben, welche dem spieler für jeden noch so kleinen schritt auszeichnungen verleihen - anstatt für außergewöhnliche oder/und anspruchsvolle herausforderungen.
Viele der spieler, welche ein eher intellektuelleres und idealistisches verhältnis zum medium ansich besitzen, fühlen sich zunehmend zu einer kleinen, aber feinen internationalen gemeinschaft aus halb-hobby-entwicklern hingezogen, welche vorallem versucht klassische "gamer-philosophien" mit modernen mitteln in die heutige zeit zu holen und dabei von kritikern zunehmend beachtung erfahren.
http://www.locomalito.com...
http://ninjasenki.com/
http://www.qcfdesign.com/...
http://www.supercratebox....
http://mightyjilloff.dess...
http://www.spelunkyworld....
"Echte" Spieler wollen Abwechslung und hängen nicht bei einem einzigen Spiel ab. Sicherlich gibt es welche, die ganz und gar in einem versinken, aber die Menschen, die ich aus meiner Jugend und meinem Leben kenne, da sind einige "Core Gamer" dabei, die nämlich quasi von Anfang an dabei waren, noch mit Atari, Commodore, den ersten Konsolen, usw.
Casual heißt ja letztlich nur, dass das Leute sind die hin und wieder spielen und halt unterhalten werden wollen, schnell und belanglos. Der Core Gamer sucht nach Inhalt, spezieller Herausforderung.
Bei Star Craft und Co findet man in der Großzahl eher die PvPler, von denen ein Großteil zwar nicht casual ist, denen es jedoch wenig um das Spiel selbst, als um das "ownen" anderer Spieler geht. - Und natürlich hat das ganze GNTM Charakter. Millionen Kinder, die auch gern mal ein "Profigamer" wären.
Was auf jeden Fall stimmt ist, dass sich Core Gamer nicht viel von Grafik (allein) beeindrucken lassen, was auch schlichtweg daran liegt, dass die alle längst gelernt haben, was für ein Blendwerk das häufig ist.
Ich kann mich den ausführungen von idealeridealist nur anschließen.
Hinzufügen möchte ich noch, dass "big-budget-games" für "core-gamer" immer mehr zu "billiger unterhaltung" verkommen, in der es vorallem darum geht, dem spieler einzureden er wäre großartig, allmächtig usw. Während die eigentlichen anforderungen, was das spielerische betrifft, letztendlich immer anspruchsloser, persönlichkeitloser und anbiedernder werden.
Das ganze wird meist noch mit fast schon lächerlich anmutenden belohnungs- und medaillen-systemen auf die spitze getrieben, welche dem spieler für jeden noch so kleinen schritt auszeichnungen verleihen - anstatt für außergewöhnliche oder/und anspruchsvolle herausforderungen.
Viele der spieler, welche ein eher intellektuelleres und idealistisches verhältnis zum medium ansich besitzen, fühlen sich zunehmend zu einer kleinen, aber feinen internationalen gemeinschaft aus halb-hobby-entwicklern hingezogen, welche vorallem versucht klassische "gamer-philosophien" mit modernen mitteln in die heutige zeit zu holen und dabei von kritikern zunehmend beachtung erfahren.
http://www.locomalito.com...
http://ninjasenki.com/
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http://www.supercratebox....
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Der Mann heisst Brian Reynolds nicht Bruce Shelley.
"Der Game Designer Tony Ventrice nennt sechs typische Core-Game-Eigenschaften: eine schwierige Steuerung, überwältigende Wahlmöglichkeiten, vorausgesetztes Vorwissen, das Erkennen und Auswendiglernen abstrakter Regeln, unklare Spielziele und Lösungswege, die der Spieler selbst finden muss."
Ich möchte mich idealerrealist anschließen - Die in diesem Artikel beschriebene Gamergruppe ist recht klein und kann kaum Ziel einer profitorientierten Spielefirma sein. Gemeint sind einfach anspruchsvollere Computerspieler (oder auch Konsolenfans), die einfach Wert auf gute Unterhaltung bei einem Spiel legen. Das kann die Grafikumsetzung des Spieles sein, so wie ein guter Action-CGI-Film Millionen ins Kino lockt, oder eine packende Geschichte, wie sie dich in ein spannendes Buch hineinzieht und dich zum Weiterlesen zwingt.
Diese Spielergruppe schaut mit Abscheu auf die rasende Marktentwicklung der sogenannten "CasualGames" auf Facebook und co weil sie einfach nichts anderes sind als inhaltslose, hässliche Spiele die einen zwingen nach und nach Geld zu investieren und seine Freunde einzuladen um noch mehr potentielle Kunden zu ködern.
Ich persönlich gehöre eher zu der Gruppe, die gern ein gutes Spiel am Abend genießen oder ein spannenden Film schauen - denn beides kann ich nach belieben Ausschalten, wenn ich es will.
"Um mögliche Andockpunkte zu finden, macht es zunächst einmal Sinn, die Unterschiede herauszuarbeiten."
Es MACHT keinen Sinn. Es hat vielleicht einen oder es ist sinnvoll. Aber nichts auf der Welt MACHT Sinn.[...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei einem angemessenen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/ag
... ist der sympathischste Anglizismus überhaupt. Warum sollen Menschen und sonstige Entitäten sich nicht selber sinn erschaffen, anstatt darauf zu waren, dass er ihnen von aussen aufoktruiert wird?
... ist der sympathischste Anglizismus überhaupt. Warum sollen Menschen und sonstige Entitäten sich nicht selber sinn erschaffen, anstatt darauf zu waren, dass er ihnen von aussen aufoktruiert wird?
@idealerrealist stimme voll zu
Ich Spiele zZ SC2, Schach und Portal 2 und hoffe das ich nie auf das Niveau "Facebook Spiele" heruntergezogen werde. Blizzard selbst entwickelt sich ja leider auch in die Richtung erst sollte ja Facebook Anbindung Pflicht sein! Naja es gibt 10 weitere Punkte die mich an SC2 stören aber was will man nach WoW erwarten?!
Naja vielleicht gehts bald auch für mich Richtung Retro ..
im Headquarter hängt nicht mittig über den Stühlen...nicht sonderlich esthetisch!
wissen nicht, wie viel mehr Spass man mit anspruchsvolleren Spielen haben kann. Durch Apps und Social Networks wurde Ihnen das Spielen vermittelt und dies wird auch gerne aufgenommen. Die Leute sind angefixt.
Das Verständnis ist noch zu gering um die Hürden für komplexe und anspruchsvollere Games Wie StarCraft zu nehmen. Das Ganze braucht Zeit, die Leute hinken teilweise gewaltig hinterher.
Mit Kohle Vorteile erkaufen wird immer dazu führen, dass sich ehrgeizige Spieler nicht auf diese "Verar****" einlassen.
Wo ist der Ansporn, wenn auf den vorderen Rängen nur a) entweder Millionäre oder b) von den Herstellern gefakte accounts spielen?
Das Interessante an guten Spielen ist eben gerade ihre Komplexität und den Anspruch an den Gamer seinen SKILL zu verbessern um zu gewinnen. Wie im Schach oder anderen Brettbassierten Strategiespielen, die seit JAhrtausenden gespielt werden, ist der eigene Verstand der limitierende und zugleich anspornende Faktor.
Spiele in die für Kleinigkeiten Geld investiert werden muss, oder die von mir die Integration von Bekannten verlangen, werde ich nicht mehr anrühren.
Neben den Möglichkeiten durch Microzahlungen Geld von den Spielern abzuknöpfen gibt es für mich sinnvolle Alternativen als Vermarktungsmodelle:
Premiumaccounts oder nicht spielrelevante Schnickschnacks - z.B. mehr Farboptionen, Reittiere wie in WOW etc.
Oder vergrößerte (komfortablere) warteschleifen Bauslots für Echtzeitaufbauspiele.
Andere Optionen wären, wie in Poker, das Spielen um Geld.
Den aktuellen Browsergames mit Abzockfunktion wird in baldiger Zeit die Puste ausgehen - der Markt an Abzockbaren ist begrenzt - und auch der Geldbeutel
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