Messe E3 Die Wii wird zum Touchpad

Nintendo und Sony zeigten auf der Elektronikmesse E3 ihre neuen Spielzeuge und deren Möglichkeiten. Microsoft dagegen setzt vollständig auf die schon bekannte Kinect.

Ein Touchpad dient als Controller der neuen Wii U

Ein Touchpad dient als Controller der neuen Wii U

Ein familiärer Konflikt scheint sich anzubahnen: Der Vater kommt nach Hause und will fernsehen, der Sohn sitzt vor dem Fernseher und spielt an der Konsole. Doch, oh Wunder, der Zwist bleibt aus. Der Vater schaltet aufs Sportprogramm um, der Sohn setzt sein Spiel einfach fort: auf einem Touchpad-Controller, der eben noch ungenutzt auf dem Couchtisch lag.

Die Szene stammt aus dem Trailer für Nintendos neue Konsole Wii U. Am Dienstag lief der Spot über die Großbildleinwände des Los Angeles Convention Center, wo derzeit die weltgrößte Unterhaltungselektronik-Messe stattfindet, die Electronic Entertainment Expo (E3).

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Nintendos Produktshow schloss dabei den Reigen der großen Drei: Bereits am Montag hatten Sony und Microsoft ihre beinahe kultischen Konferenzen abgehalten und darum konkurriert, wer das attraktivste Angebot, wer die zukunftsweisende Hardware hat. Und wer im Wettbewerb der Konsolenhersteller vielleicht schon bald ins Hintertreffen gerät.

Nintendo zeigte die Wii U. Sie soll zwischen April und Dezember 2012 erscheinen, ein Preis wurde noch nicht genannt. "U", das stehe für you, unique oder utopisch, sagte Nintendos Amerika-Chef Reggie Fils-Aime bei der Vorstellung.

Hochtrabender Marketingsprech hin oder her: Die Konsole wird für Intensiv- und Gelegenheitsspieler gleichermaßen interessant sein. Zum einen könnten sich Spekulationen bewahrheiten, wonach die Rechenpower deutlich über der von PS3 und Xbox 360 liegt. Zum anderen besitzt die Wii U einen vielfältig einsetzbaren Controller.

Dieser erinnert mit seinem 6,2 Zoll großen Touchscreen an einen Tablet-PC, ist aber mit den für Konsolen üblichen Spielsteuertasten und Lagesensoren ausgestattet. Der Controller dient nicht nur als "Mobilkonsole fürs Wohnzimmer", wenn der Fernseher anderweitig genutzt wird. Seine eigentliche Wirkung entfaltet er in Kombination mit dem Fernsehschirm. So lassen sich per Wischgeste Ninja-Wurfsterne vom Touchpad ins Fernsehbild hinein schleudern oder umgekehrt aus dem Fernseher kommende Bälle fangen. In Kombination mit der altbekannten Wiimote wird der neue Controller zum Zielfernrohr oder zum Golf-Abschlagplatz, beim Browsen am Bildschirm dient er als Lupe.

Augmented-Reality-Funktionen sind nichts Neues. Allerdings bietet Wii U auch Raum für frische Konzepte. Eine Kostprobe ist das simple, aber packende Chase Mii: Vier Spieler hetzen gemeinsam einen fünften durch ein Labyrinth; das Team koordiniert sich im Splitscreen-Modus, während der Flüchtende auf seinem Touchscreen eine Karte mit allen Verfolgerpositionen sieht. Das Beispiel lässt erahnen, welche Möglichkeiten Wii U besonders für Koop- und Multiplayer-Spiele bietet.

Leser-Kommentare
    • Aonyx
    • 08.06.2011 um 21:19 Uhr
    1. Wii U

    Nintendo hat diesmal scheinbar alles richtig gemacht. (Vielleicht mal abgesehen von der Namenswahl) Eine Konsole deren Grafik den Vergleich mit der Konkurrenz nicht scheuen muss und ein Eingabegerät, daß Schule machen könnte. Es würde mich nicht wundern, wenn Microsoft und Sony in der nächsten Generation die Prioritäten wieder neu setzen würden und statt auf hampelei vor dem Bildschirm auf neue Interfacekonzepte setzen würden.

    Sony nutzt konsequent seinen Vorteil bei 3D im Heimbereich und verpasst der PSP eine angebrachte Überholung. Move wird nicht mehr zu stark in den vordergrund gestellt. Microsoft begeht den Fehler sich mit Kinect seine Veteranen vergraulen zu wollen. Bisher sah ich nur eine sinnvolle anwendung der MS-Bewegungssteuerung: Im Rennspiel Forza kann man mit der Bewegung des Kopfes die Sicht im Spiel stuern und so einen Blick zur seite werfen (während man mit dem normalen Controller das Spiel spielt).

    Große Überraschungen blieben bislang aus. Vor allem die Abwesenheit von Rockstar lässt noch viele herbeigesehnte Titel im Dunkeln liegen. Wenigstens halten sich die Peinlichkeiten (mal abgesehen von Gearbox's neuem Spiel) in Grenzen.

    Eine Leser-Empfehlung

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