Homosexualität: Diskriminierung digital
Schwule Politiker und lesbische Schauspielerinnen sind längst Alltag. Games aber öffnen sich nur langsam der Realität: Homosexuelle Charaktere sind noch immer selten.
© YouTube/Screenshot ZEIT ONLINE

Lesbische Szene aus dem Game "Mass Effect"
Homosexuelle Pixelhelden waren zu Beginn des Videospielzeitalters undenkbar. Besonders in den USA hatte man anfangs große Probleme mit dieser Thematik. Japanische Entwickler zeigten etwas weniger Berührungsängste. Anfang der neunziger Jahre veröffentlichte Nintendo beispielsweise das Rollenspiel Fire Emblem . Optisch präsentiert wurde der schwule Spielcharakter Lucius allerdings sehr feminin, weshalb er häufig fälschlicherweise für eine Frau gehalten wurde. Nur Kenner wussten um die sexuelle Neigung des Magiers.
Andere Charaktere wurden gar explizit "umgepolt". Zu den bekanntesten ersten Beispielen dürfte Yuan aus dem SEGA-Klassiker Shenmue II gehören. Der transsexuelle Charakter erschien den Verantwortlichen nicht angemessen. In der Version für den amerikanischen Markt wurde aus ihm deshalb eine Frau. Diese Form der Umerziehung mussten damals einige Videospielhelden über sich ergehen lassen .
Doch die Branche hat sich gewandelt. Mit der Entwicklung von Spielen zum Kulturgut ging auch eine Veränderung im Umgang mit Homosexualität einher. Wohl vor allem, weil die Hersteller sich nicht die Möglichkeit entgehen lassen wollten, so alltägliche Dinge wie Sex in ihren Spielen darzustellen. Wohl aber auch, um über die Games Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen.
Will Wright nutzte als einer der ersten Entwickler ein Videospiel zur Gesellschaftskritik: In der 1996 veröffentlichten Flugsimulation Sim Copter konnte man muskulöse Männer beobachten, die sich küssten. Die Idee dazu hatte ein homosexueller Programmierer. Sie sollte ein Protest gegen die Unterdrückung von Schwulen und Lesben sein.
Vier Jahre später erschien mit Wrights Lebenssimulation Die Sims eines der ersten weltweit populären Spiele, das homosexuelle Paare darstellte.
Während der Spieler im ersten Teil nur schwule oder lesbische Partnerschaften begleiten konnte, bekamen die homosexuellen Sims mit jedem Teil mehr Rechte. Die Spieler konnten heiraten und ihren gleichgeschlechtlichen Sims-Paaren eine Familie erschaffen. Proteste gegen diese virtuelle Legalisierung der Schwulenehe blieben ungehört.
Dank der Sims erreichten schwule Charaktere damit zum ersten Mal die große Gruppe der Gelegenheitsspieler. Allerdings war das Thema damit noch lange nicht bei den Hardcore-Gamern angekommen.







"Games aber öffnen sich nur langsam der Realität: Homosexuelle Charaktere sind noch immer selten." Das ist ja ganz furchtbar! Ich bin am Boden zerstört.
LoL die Amis regen sich über Mass Effect auf was werden sie dann erst zu der Dragon Age Reihe gesagt haben ^^
Unglaublich was für einen Wirbel religiös verankerte Vorurteile (man sehe sich nur Fox News an oder besser nicht) in manchen Staaten noch auslösen. Aber was erwartet man von einem Staat, der den Säkularismus nicht gerade hoch hält.
Solche Diskreminierungsvorfälle sind doch nicht auf Amerika beschrängt, Wenn man sich überlegt, dass bei uns die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare ebenfalls noch erarbeitet werden muss, wie sich [url=http://www.gewerbe-rechtsschutz.de/2011/03/18/gleichstellung-eingetragener-gleichgeschlechtliche-lebenspartner-und-ehegatten/]hier[/url] nachlesen lässt. Liest man dazu noch einige der Beiträge hier, dann weiß man, wir sollten in Deutschland nicht mit Steinen schmeißen.
Solche Diskreminierungsvorfälle sind doch nicht auf Amerika beschrängt, Wenn man sich überlegt, dass bei uns die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare ebenfalls noch erarbeitet werden muss, wie sich [url=http://www.gewerbe-rechtsschutz.de/2011/03/18/gleichstellung-eingetragener-gleichgeschlechtliche-lebenspartner-und-ehegatten/]hier[/url] nachlesen lässt. Liest man dazu noch einige der Beiträge hier, dann weiß man, wir sollten in Deutschland nicht mit Steinen schmeißen.
Das hier gezeigte Bild aus Mass Effect ist wohl falsch untertitelt. Der Charakter auf der rechten Seite ist ein Asari, dem Spiel nach ein geschlechtsneutrales Wesen, bei denen man nicht von schwul oder lesbisch reden kann.
Spielen Sie das Spiel ruhig mal - es ist wirklich gut.
Die Asari sind in der Tat weiblichen Geschlechts! Es gibt nur keine männlichen Asari. In so fern kann man nicht von "Geschlechtsneutral" sprechen. Zumindest habe ich das so verstanden.
Die Asari sind in der Tat weiblichen Geschlechts! Es gibt nur keine männlichen Asari. In so fern kann man nicht von "Geschlechtsneutral" sprechen. Zumindest habe ich das so verstanden.
Spielt man Spiele nicht, um zu entspannen? Und wenn alles politisch korrekt sein muß, warum gibt es dann Call of Duty wo man pro Spiel ganze Busladungen voller Menschen kaltmachen muß
"Diskriminierung digital"
"Homosexuelle Szene beobachtet Games sehr genau"
"Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Gamer beispielsweise auch einen schwulen GTA-Helden spielen können."
...kanns kaum noch erwarten ;-))))))) !!!
Es gibt doch bereits "The Ballad of Gay Tony" , dort gibt es mehrere schwule Charaktere. Und die sind sogar so dargestellt, wie ich Schwule kennengelernt habe...
Es gibt doch bereits "The Ballad of Gay Tony" , dort gibt es mehrere schwule Charaktere. Und die sind sogar so dargestellt, wie ich Schwule kennengelernt habe...
Die Asari sind in der Tat weiblichen Geschlechts! Es gibt nur keine männlichen Asari. In so fern kann man nicht von "Geschlechtsneutral" sprechen. Zumindest habe ich das so verstanden.
sind im Prinzip geschlechtslos, aber haben für uns eine weibliche Erscheinung. Wenn man schon meint, sich in haarspalterei zu verlieren. ;)
Ob es natürlich aus Erwägungen der politischen Korrektheit notwendig ist, Homosexualität in Computerspielen darzustellen, sei mal dahingestellt. Mir ist das ehrlich gesagt komplett wurscht, aber wenn unsere homosexuellen Mitmenschen das anders sehen und durch ihr Kaufverhalten einen Einfluss darauf haben dann bitteschön. Im Prinzip ist es eigentlich nur logisch, auch diesen Aspekt in Spielen darzustellen, wenn man ein Spiel entwickelt, welches viele Freiheiten bei der Charaktergestaltung ermöglicht, damit sich der Spieler besser mit dem Protagonisten identifizieren kann. In den USA tut man sich mit sowas halt schwer, aber ich glaube bei uns wäre das ohnehin wesentlich unproblematischer.
Außerdem: Die Mass Effect-Reihe ist absolut großartig, und ich bin schon sehr gespannt auf den Abschluss der Trilogie, der nächstes Jahr herauskommt. In den Letzten jahren wurde ja leider sehr häufig eher auf technische Finesse denn auf schöne Geschichten gelegt. Nur für Kinder ist das Spiel sicherlich absolut ungeeignet.
sind im Prinzip geschlechtslos, aber haben für uns eine weibliche Erscheinung. Wenn man schon meint, sich in haarspalterei zu verlieren. ;)
Ob es natürlich aus Erwägungen der politischen Korrektheit notwendig ist, Homosexualität in Computerspielen darzustellen, sei mal dahingestellt. Mir ist das ehrlich gesagt komplett wurscht, aber wenn unsere homosexuellen Mitmenschen das anders sehen und durch ihr Kaufverhalten einen Einfluss darauf haben dann bitteschön. Im Prinzip ist es eigentlich nur logisch, auch diesen Aspekt in Spielen darzustellen, wenn man ein Spiel entwickelt, welches viele Freiheiten bei der Charaktergestaltung ermöglicht, damit sich der Spieler besser mit dem Protagonisten identifizieren kann. In den USA tut man sich mit sowas halt schwer, aber ich glaube bei uns wäre das ohnehin wesentlich unproblematischer.
Außerdem: Die Mass Effect-Reihe ist absolut großartig, und ich bin schon sehr gespannt auf den Abschluss der Trilogie, der nächstes Jahr herauskommt. In den Letzten jahren wurde ja leider sehr häufig eher auf technische Finesse denn auf schöne Geschichten gelegt. Nur für Kinder ist das Spiel sicherlich absolut ungeeignet.
Also ich weiß nicht, in 95% der Spiele ist die partnerschaftliche Vorliebe nichtexistent. und warum sollte sie auch, renn-sport-geschick-shooter-aufbau-adventure-...spiele profitieren nicht davon, und leiden auch nicht unter deren abwesenheit.
jetzt kann man natürlich in die 1-2 genres wo das vlt gameplay/storymäßig was bringt schwule charaktere einbauen(natürlich auf wunsch, weil so sehr ich meine schwulen freunde schätze, ich bins nicht) aber dann kommt schon die frage, wie viele aus der schwulen/lesbenszene sind solche gamer die tage/wochenlang so ein Rollenspiel spielen?! von denen die ich kenne jedenfalls keiner^^
Natürlich bezieht sich diese Diskussion, sowie die meisten, die sich mit Games hinsichtlich ihrer erzählerischen Kraft als Kulturgut befassen eher auf Rollenspiele, Adventures und ähnlich storybasierte Spiele.
Bezüglich Ihres Arguments, wie viele schwule/lesbische Gamer diese Spiele spielen:
Der Punkt dürfte sein, dass nicht nur Games, die an ein schwul/lesbisches Publikum gerichtet sind, schwule bzw. lesbische Charaktere beinhalten dürfen. Der kulturelle Beitrag, den Spiele leisten könnten besteht unter anderem vor allem in der Aufklärung, Homosexualität als gewöhnlich, natürlich und Teil der Alltagsrealität fester im allgemeinen Bewusstsein zu verankern. Homophobie und entsprechend feindliches Verhalten bedingt sich in erster Linie aus Unkenntnis und Unsicherheit/Angst vor dem Unbekannten, sozusagen Fremdenfeindlichkeit.
Natürlich bezieht sich diese Diskussion, sowie die meisten, die sich mit Games hinsichtlich ihrer erzählerischen Kraft als Kulturgut befassen eher auf Rollenspiele, Adventures und ähnlich storybasierte Spiele.
Bezüglich Ihres Arguments, wie viele schwule/lesbische Gamer diese Spiele spielen:
Der Punkt dürfte sein, dass nicht nur Games, die an ein schwul/lesbisches Publikum gerichtet sind, schwule bzw. lesbische Charaktere beinhalten dürfen. Der kulturelle Beitrag, den Spiele leisten könnten besteht unter anderem vor allem in der Aufklärung, Homosexualität als gewöhnlich, natürlich und Teil der Alltagsrealität fester im allgemeinen Bewusstsein zu verankern. Homophobie und entsprechend feindliches Verhalten bedingt sich in erster Linie aus Unkenntnis und Unsicherheit/Angst vor dem Unbekannten, sozusagen Fremdenfeindlichkeit.
Es ist in den USA völlig normal bzw. aktzeptiert, dass in Computerspielen Gewalt jeglicher Art für fast jedes Alter freigegeben wird, bis hin zu Giftgas etc. Aber wehe ein Kuss kommt rein, dass ist ja schlimm für die Menschheit. Man fragt sich, warum ein Kuss schlimm ist, Gewalt aber nicht, in den USA gilt aber wohl eher der Satz make war not love.
Was die Homosexualität angeht habe ich auch ein eher gespaltenes Verhältnis bei Computerspielen. Wenn mein Held gezwungenermaßen schwul sein muss, dann kann ich mich mit ihm nicht identifizieren, dann finde ich das Spiel schlecht und kaufe es nicht. Wenn ich aber die Wahl habe, dann ist es mir egal, soll dann der Homosexuelle seinen schwulen Held spielen.
Sofern die Entwickler das mitmachen ok, ich vermute allerdings auch ein wenig aus Kostengründen wird man nicht für Schwule und eine entsprechende Darstellung das halbe Spiel umprogrammieren. Das ist dann keine Diskriminierung sondern einfach ein Kostenfaktor.
Also ich kaufe auch Spiele mit heterosexuellen Helden, bisher hat mir das noch nicht den Spielspaß kaputt gemacht. ;)
Schön gelöst finde ich das "Problem" zum Beispiel bei Fable 2, es ist, so wie bei den Sims, kein großes Thema, aber man kann eben auch Partner des gleichen Geschlechts heiraten. Einen kleinen Quest zu dem Thema gibt es auch, aber der ist nicht mit Klischees behaftet oder sonst irgendwie aufdringlich. Ganz normal und integriert einfach, so wie es sein sollte.
Also ich kaufe auch Spiele mit heterosexuellen Helden, bisher hat mir das noch nicht den Spielspaß kaputt gemacht. ;)
Schön gelöst finde ich das "Problem" zum Beispiel bei Fable 2, es ist, so wie bei den Sims, kein großes Thema, aber man kann eben auch Partner des gleichen Geschlechts heiraten. Einen kleinen Quest zu dem Thema gibt es auch, aber der ist nicht mit Klischees behaftet oder sonst irgendwie aufdringlich. Ganz normal und integriert einfach, so wie es sein sollte.
Ehrlich gesagt würde ich mir auch kein Spiel mit einem schwulen Protagonisten kaufen.
Die Masse der Käufer ist nicht homosexuell und wird es auch nie werden, hier künstlich Bedarf zu wecken ist unsachlich.
Die Hardcoregamer(innen) ziehen los erschlagen den Drachen und Retten die Welt. Wie schon in den alten Sagen und Märchen, ganz ohne schwul zu sein. Und das ist gut so!
Das gezeigte Bild entstammt aus den RP-Shooter Mass Effect von Bioware. Links ist der Spieler abgebildet, bei der Charaktererschaffung kann hier zwischen Mann und Frau gewählt werden. Es kommt also nicht zwangsläufig zu dieser Szene!
Rechts ist ein Alien abgebildet, welches zur Crew gehört. Den Dialogen nach gibt es bei der Rasse keine Geschlechter. Somit nähert sich der Protagonist(in) einem geschlechtsneutralen Wesen.
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