GamescomDen Branchengrößen fehlt der Mut zum Risiko

Elder Scrolls 5, Battlefield 3, Borderlands 2: Auf der Gamescom dominieren Fortsetzungen von Erfolgstiteln. Nicht alle sind wirklich gelungen.

Szene aus dem Spiel "The Elder Scrolls V: Skyrim"

Szene aus dem Spiel "The Elder Scrolls V: Skyrim"

Skyrim öffnet dem Spieler eine archaische Welt. Eine lebensfeindliche Wildnis mit Ogern, Mammuts und Schatzhöhlen, mit endlosen Wäldern und schroffen Bergspitzen. Vor allem aber mit mächtigen Drachen, die das Land und seine Bewohner terrorisieren. Nicht weniger archaisch als seine Fantasywelt mutet das gesamte Skyrim -Projekt an: Ein Rollenspiel mit schier unendlichen Wahlmöglichkeiten, aber ohne Multiplayer-Funktion ; ein AAA-Titel mit dem Produktionsbudget eines Hollywood-Blockbusters, aber ohne Zugeständnisse an den Casual-Geschmack der Generation Facebook. Auf der Gamescom in Köln wirkt Skyrim wie ein Relikt aus guten alten Tagen – vielleicht auch deshalb, weil es gar nicht erst behauptet, das Rad neu zu erfinden. Es will nur größer, schöner und spannender sein als die übrigen Teile der Elder-Scrolls -Reihe .

Über den Sinn von Sequels lässt sich trefflich streiten. Die traditionellen Spielefirmen jedenfalls sehen darin eine probate Antwort auf die zunehmende Konkurrenz durch Browser- und Smartphone-Spiele . Großproduktionen für PS3, Xbox 360 und PC kosten heutzutage gerne mal um die 50 Millionen Dollar – da setzen die Firmen lieber auf bewährte Konzepte, als neue, risikoreiche Ideen zu wagen. Als Gamescom-Besucher stößt man denn auch an allen Ecken und Enden auf Fortsetzungen: Brachial-Shooter wie Battlefield 3 oder Modern Warfare 3 verheißen noch mehr zweifelhaften Kriegsrealismus, Fifa 12 verspricht intelligentere Kicker, Anno 2070 verlegt das wohlbekannte Häuslebauen in die klimagebeutelte Zukunft. Ob aber "brandneue Charaktere, Fähigkeiten, Umgebungen, Gegner, Waffen und Ausrüstungsgegenstände" (Pressemitteilung zu Borderlands 2 ) schon ein Sequel rechtfertigen, ist dann doch mehr als fraglich.

Aber auch neue Namen schützen nicht vor allzu bekannten Konzepten. Prominentes Beispiel: der Endzeit-Shooter Rage , mit dem id Software ( Doom, Quake ) erstmals in Open-World-Gefilde vorstößt. Das Spiel sieht fantastisch aus, erinnert aber stark an Borderlands – beide sind von Fallout beeinflusst.

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Borderlands 2 und Rage sind beileibe nicht die einzigen Gamescom-Titel mit dystopischem Hintergrund. Resistance 3 schickt den Spieler in einen beinahe aussichtslosen Kampf gegen Alien-Invasoren, Metro: Last Light bietet postapokalyptischen Survival-Horror auf Basis eines Gluchowski -Romans. Das mit viel Spannung erwartete Deus Ex: Human Revolution spielt in einem Big-Brother-Staat des Jahres 2027 und mischt Schleich- mit Shooter-Passagen.

Leser-Kommentare
    • eklipz
    • 19.08.2011 um 17:37 Uhr

    TES ist ähnlich wie die Gothic-/Risen-Reihe ein reines SinglePlayer-RPG, soll gar kein MP sein... und casual gamer sind überhaupt nicht die zielgruppe. Wie der name schon vermuten lässt, setzen sich casual gamer nicht 4 stunden und mehr vor den rechner, um einer epischen storyline zu lauschen. und das ist nunmal ein gutes RPG - episch. Da muss man dran bleiben und nicht mal eben nebenbei schnell 10 minuten spielen...

    12 Leser-Empfehlungen
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    Ich wüsste nicht, an welcher Stelle der Artikel etwas anderes behauptet hätte.

    Wir sprechen ja auch von ganz anderen Dimensionen, wie Sie schon sagten. Skyrim hat knapp 300+ Stunden Spielzeit und 150+ Dungeons.

    Der durchschnittliche Facebook-Nutzer ist ja schon überfordert, wenn er mehr als zwei Dinge gleichzeitig drücken muss.

    "Nicht weniger archaisch als seine Fantasywelt mutet das gesamte Skyrim-Projekt an: Ein Rollenspiel mit schier unendlichen Wahlmöglichkeiten, aber ohne Multiplayer-Funktion; ein AAA-Titel mit dem Produktionsbudget eines Hollywood-Blockbusters, aber ohne Zugeständnisse an den Casual-Geschmack der Generation Facebook."

    Das ist vermutlich die Passage, auf die sich eklipz bezieht. Sie klingt stark danach, als würde der Autor versuchen, Casual und Langzeittitel zu vergleichen und Casual als die alleinige Zukunft darzustellen - das wäre in etwa so widersinnig, wie BMW vorzuwerfen, der Vitamingehalt ihrer Autos würde im Vergleich zu Granny Smith Äpfeln stark zu wünschen übrig lassen.
    Es sind einfach zwei verschiedene Genres, die ohne weiteres nebeneinander existieren können, weil die Schnittgruppe zwischen den Anhängern der beiden Lager minimalst klein ist.
    Daher ist die Erwähung der Casual Games sehr, sehr ungünstig gewählt, da sowieso niemand eine Vermutung in diese Richtung anstellen würde und das Ganze nur die Kompetenz des Autors anzweifeln lässt.
    Er verbessert sich zwar in den nächsten Zeilen selbst, aber diese Passage für sich am Anfang eines Artikels lässt auch bei mir die Nackenhaare aufstehen.

    Ich für meinen Teil jedenfalls freue mich auf Skyrim - und das obwohl ich zur Facebook-Generation gehöre.

    Voll undergroouuund!

    Ich wüsste nicht, an welcher Stelle der Artikel etwas anderes behauptet hätte.

    Wir sprechen ja auch von ganz anderen Dimensionen, wie Sie schon sagten. Skyrim hat knapp 300+ Stunden Spielzeit und 150+ Dungeons.

    Der durchschnittliche Facebook-Nutzer ist ja schon überfordert, wenn er mehr als zwei Dinge gleichzeitig drücken muss.

    "Nicht weniger archaisch als seine Fantasywelt mutet das gesamte Skyrim-Projekt an: Ein Rollenspiel mit schier unendlichen Wahlmöglichkeiten, aber ohne Multiplayer-Funktion; ein AAA-Titel mit dem Produktionsbudget eines Hollywood-Blockbusters, aber ohne Zugeständnisse an den Casual-Geschmack der Generation Facebook."

    Das ist vermutlich die Passage, auf die sich eklipz bezieht. Sie klingt stark danach, als würde der Autor versuchen, Casual und Langzeittitel zu vergleichen und Casual als die alleinige Zukunft darzustellen - das wäre in etwa so widersinnig, wie BMW vorzuwerfen, der Vitamingehalt ihrer Autos würde im Vergleich zu Granny Smith Äpfeln stark zu wünschen übrig lassen.
    Es sind einfach zwei verschiedene Genres, die ohne weiteres nebeneinander existieren können, weil die Schnittgruppe zwischen den Anhängern der beiden Lager minimalst klein ist.
    Daher ist die Erwähung der Casual Games sehr, sehr ungünstig gewählt, da sowieso niemand eine Vermutung in diese Richtung anstellen würde und das Ganze nur die Kompetenz des Autors anzweifeln lässt.
    Er verbessert sich zwar in den nächsten Zeilen selbst, aber diese Passage für sich am Anfang eines Artikels lässt auch bei mir die Nackenhaare aufstehen.

    Ich für meinen Teil jedenfalls freue mich auf Skyrim - und das obwohl ich zur Facebook-Generation gehöre.

    Voll undergroouuund!

  1. ...kann sich die Spieleindustrie von mir aus gerne noch lange, lange sparen. Wer gerne FarmVille spielen mag oder sich anderweitig in einem Facebook-Hamsterrad strampeln will, kann das natürlich gern tun - Hauptsache es gibt auch noch genügend "richtige" Spiele.
    Wie man soziale Netzwerke sinnvoll (!) mit solchen AAA-Titeln wie Skyrim verknüpfen soll ist mir allerdings sowieso nicht ganz klar, über eine entsprechende Erläuterung würde ich mich freuen.

    19 Leser-Empfehlungen
  2. und der sich sehr auf Skyrim freut , muss ich sagen, dass ich die Einschätzung nicht ganz nachvollziehen kann.

    Was mir bei beim Vorgänger Oblivion sehr gut gefiel, war, dass man der Hauptqueste folgen konnte. Aber wenn man wollte, konnte man einfach nur die Gegend erkunden, spontan ein Dungeon crawlen oder kleine Nebenquests machen zu den man gerade Lust hatte.

    Genau diese Freiheit, diese Ungezwungenheit, diese Casualness hat mich besonders für Oblivion begeistert. Wenn die Aufmerksamkeitspanne der Genration Facebook nicht mal mehr dafür reicht, sollen die halt bei Angry Birds bleiben.

    4 Leser-Empfehlungen
  3. ... wahrscheinlich den Erfolg von Rollenspieltiteln - wenn man die letzten Jahre zurückblickt ist die TES-Reihe seit Morrowind sehr erfolgreich und da Oblivion außer auf dem Pc auch auf Konsolen läuft auch verbreiteter.

    Die Facebook-Generation ist überhaupt nicht die Zielgruppe von den Entwicklern - und dementsprechend haben Sie darauf auch nicht aufgebaut.

    4 Leser-Empfehlungen
  4. das die Schlange für Call of Duty MOdern Warfare 3 mehr wie 5 Stunden war und das für nur 14 Minuten Probespielen.
    NERD TREFFEN

    3 Leser-Empfehlungen
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    ... stehen dann da nur Konsolen und kein einziger PC..^^ Ich habe "nur" 1,5 Stden gewartet am Mittwoch und als ich das gesehen habe, habe ich mich sehr sehr geärgert^^

    Und wtf Generation Facebook wenn es sowas überhaupt gibt, die wollen doch nur schnelllebige Unterhaltung für zwischendurch, das hat mit den richtigen PC Spielen doch gar nix zu tun..auch wenn einige davon anscheinend mit ihren inzwischen 5 Stden Spielzeit den FB Spielen Konkurrenz machen wollen^^

    ... stehen dann da nur Konsolen und kein einziger PC..^^ Ich habe "nur" 1,5 Stden gewartet am Mittwoch und als ich das gesehen habe, habe ich mich sehr sehr geärgert^^

    Und wtf Generation Facebook wenn es sowas überhaupt gibt, die wollen doch nur schnelllebige Unterhaltung für zwischendurch, das hat mit den richtigen PC Spielen doch gar nix zu tun..auch wenn einige davon anscheinend mit ihren inzwischen 5 Stden Spielzeit den FB Spielen Konkurrenz machen wollen^^

    • snm81
    • 19.08.2011 um 18:31 Uhr

    verzichtet skyrim auf dererlei schnickschnack. bin ein altgamer der kaum noch spielt- bloß solche sachen wie skyrim ( plus vorgänger ) , da aber viel eher das tolle düstere morrowind als oblivion wo technik vor spieltiefe ging ), dao etc. locken mich noch vor den bildschirm. vieles neue ist echt bloß noch ramsch und effekthascherei...

    btw: o weh- skyrim. das werden wochen ohne schlaf und soziale kontakte...

    2 Leser-Empfehlungen
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    wenn man Skyrim hat?

    wenn man Skyrim hat?

  5. Ich wüsste nicht, an welcher Stelle der Artikel etwas anderes behauptet hätte.

    Antwort auf "ähm..."
  6. Was ist schlecht daran, wenn der Spieler von den Spielen, die ihm gefallen Nachfolger bekommt ? Der Hersteller verdient, der Spieler hat Spaß. Das ist der Sinn der Sache.
    So etwas wie einen gesellschaftlichen Auftrag an die Spieleindustrie die Menschheit durch innovative Spielkonzepte voranzubringen gibt es nicht.

    Außerdem bietet das kleinen Spieleentwicklern die Möglichkeit auch nach oben zu kommen, indem eben sie diese neuen innovativen Spiele schaffen.

    Eine Leser-Empfehlung

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