Kinect-Shooter : Schießen, in Deckung gehen, schießen

Das Spiel "Blackwater", benannt nach der berüchtigten Söldnerfirma, ist der erste Militär-Shooter für die Bewegungssteuerung Kinect. Vor allem aber ist es Propaganda.
Der Spieler schlüpft in "Blackwater" abwechselnd in die Rollen von vier Söldnern. © 505 Games

Das Massaker auf dem Nissur-Platz von Bagdad ist eines der dunkelsten Kapitel des Irak-Krieges. Am 16. September 2007 feuern Mitarbeiter der amerikanischen Söldnerfirma Blackwater in eine Menschenmenge: Mindestens 14 Menschen sterben, mehr als 20 werden zum Teil schwer verletzt . 2009 verliert Blackwater deswegen die Lizenz zum Schutz von Diplomaten im Irak – zu lang ist die Liste tödlicher Zwischenfälle geworden, die Gerichtsprozesse häufen sich.

Noch im selben Jahr benennt sich die Söldnerfirma in Xe Services um , Gründer Erik Prince tritt von seinem Chefposten zurück und verkauft schließlich 2010 das Unternehmen. Der Name Blackwater verschwindet für immer in der Versenkung – möchte man meinen. Doch 2011 ist er plötzlich wieder da: als Titel für ein Videospiel .

Blackwater ist ein Spiel für Microsofts Gestensteuerung Kinect . Die ist bis jetzt vor allem für ihre familienfreundlichen Sport- und Partyspiele bekannt. Doch Gamesverlage möchten mit der Kinect auch die erwachsene Zielgruppe erschließen. Anfang September veröffentlichte Sega das Survival-Horror-Spiel Rise of Nightmares , das allerdings in Deutschland nur als Grauimport zu beziehen ist. Auch Halo: Combat Evolved Anniversary und Steel Battalion: Heavy Armor werden Kinect unterstützen.

Blackwater ist gleichwohl der erste Militär-Shooter für die Spielsteuerung. Und die Idee dazu hatte eben jener Erik Prince. Er hält weiter die Rechte an dem alten Firmennamen und präsentierte dem Entwickler Zombie Studios das Spielkonzept. In der Ankündigung wird das Ganze nun beworben als "packender Ego-Shooter mit Realitätsanspruch".

Offensichtlich nicht ohne Stolz heißt es auf der Hompage von Prince : "Blackwater ist nun eine globale Marke. Sie steht für all das, was Blackwater einst auszeichnete: Exzellente Qualität, Verlässlichkeit und unermüdlicher Einsatz bei Dienst und Pflichterfüllung."

Wie steht es also um Realitätsanspruch und Qualität? Schauplatz von Blackwater ist eine fiktive nordafrikanische Stadt, die von einem ebenso fiktiven General Limbano terrorisiert wird. Ziel der Söldnereinheit ist es, UN-Mitarbeiter und Oppositionspolitiker vor den Angriffen des Warlords zu schützen. Der Spieler schlüpft abwechselnd in die Rollen von vier Söldnern, die an unterschiedlichen Waffen geschult sind und ihren Job mit zur Schau gestellter Genugtuung ausüben (" I'm riding shotgun with a shotgun. "). Gönnerhaft lauschen sie den Ausführungen ihrer einheimischen Informanten, von denen einer rätselhafterweise einen Sikh-Turban trägt. Als ein verängstigter UN-Mitarbeiter klagt, die örtlichen Sicherheitskräfte seien nach einem Warlord-Angriff geflohen, meint einer der Blackwater-Söldner nur grinsend: "Qualität hat ihren Preis." Diese stereotype Sprücheklopferei zieht sich durch das gesamte Game.

Gleich schießen, nie fragen

Spieltechnisch ist Blackwater nichts anderes als ein sogenannter Rail-Shooter , der mit etwas Kinect-Gymnastik aufgepeppt wurde: Wie auf Schienen fährt der Spieler durch ein Häuserlabyrinth, während immergleiche Gegner als lebende Zielscheiben auf Dächern und Balkonen auftauchen.

Das Gehampel vor der Kinect-Kamera erinnert an ein missglücktes Fitness-Programm: Mit hektischen Ausfallschritten und Kniebeugen geht der Spieler in Deckung, um im nächsten Moment mit ausgestrecktem "Gewehrarm" auf alles zu ballern, was sich bewegt. Als Ausgleichsübung darf er Türen eintreten, Kisten zur Seite schubsen und sich an Dachkanten hochziehen. Während der Feindabschusszähler sorgfältig sämtliche Kills registriert, tickt im Hintergrund unerbittlich die Stoppuhr mit.

Blackwater habe große Ähnlichkeit mit einem Auto-Rennspiel, sagt Lead-Designer Richard Dormer. "Wir glauben, dass die Spieler noch einmal von vorne beginnen werden, um ihre eigene Bestzeit – und die ihrer Freunde – zu schlagen." Nicht um Finesse oder Taktik geht es dabei, sondern letztlich allein um Geschwindigkeit.

"Gleich schießen, nie fragen" – so könnte das Motto dieses überaus einfältig inszenierten Spiels lauten. Unfreiwillig wird Blackwater damit zum Sinnbild für das oft rücksichtslose Vorgehen der namensgebenden Organisation. Da hilft es auch nicht, dass die Entwickler alles aus dem Spiel verbannen, was ihrer Meinung nach für öffentlichen Ärger sorgen konnte: Pixelblut, Flüche, moralische Entscheidungen, tote Zivilisten.

"Ich habe stark dafür plädiert, dass Zivilisten erschossen werden können, weil ich glaubte, dass damit die Geschichte gut nacherzählt werden kann", gibt sich Dormer in einem Interview heldenhaft . "Letztendlich konnten wir aber keine weiteren Kontroversen gebrauchen. (...) Wir hätten damit alles andere aufs Spiel gesetzt. Man denke nur daran, was mit Six Days in Fallujah passiert ist ."

Das könnte man durchaus Feigheit vor dem Feind nennen. Besagtes Spiel der Firma Atomic Games liegt seit 2009 auf Eis, weil Kriegsveteranen und Hinterbliebene dagegen protestierten. Six Days in Fallujah hatte ein "realistisches" Bild des amerikanischen Angriffs auf Fallujah, Operation Phantom Fury genannt , liefern und zeigen wollen, wie es sich anfühlt, in einem Krieg zu kämpfen. Kritikern waren die echten Toten jedoch noch in zu guter Erinnerung.

Die Rolle von Zivilisten in Militär-Shootern ist seit jeher umstritten. Für einen Skandal sorgte 2009 Modern Warfare 2 : In der berüchtigten Flughafenszene töteten russische Terroristen Hunderte von Passagieren. Der Spieler konnte als Undercover-Agent an dem Massaker teilnehmen, wenn auch nicht in der deutschen Version.

Ohne jede kritische Dimension

Das soeben erschienene Modern Warfare 3 hält sich mit derlei Szenen merklich zurück, verzichtet aber nicht völlig auf die Darstellung ziviler Opfer .

Im Konkurrenzprodukt Battlefield 3 ist es gar nicht möglich, Zivilisten zu erschießen. "Wenn man den Spieler vor die Wahl stellt, gute oder böse Dinge zu tun, werden sie böse Dinge tun, sich auf die dunkle Seite begeben", begründet Battlefield -Producer Patrick Bach die Entscheidung . "Wir (Entwickler) wären aber dann diejenigen, denen man das vorwirft."

Helfen zivile Opfer in Militär-Shootern, den Schrecken realer Kriege besser zu verstehen? Der Slate -Autor Michael Thomsen antwortet darauf mit einem klaren Ja : "Es werden immer mehr kriegsverherrlichende Spiele veröffentlicht. Die Game-Designer verteidigen eine Kriegspropaganda, mit der sie kein Staat und keine Regierung je beauftragt haben. Gleichzeitig werfen sie den Spielern vor, dass sie mit schwierigen Situationen nicht umgehen können."

Thomsens Vorwurf mag nicht auf alle Shooter zutreffen. Im Fall von Blackwater ist es aber gerade das Fehlen von Zivilisten, das dem Spiel jede kritische Dimension nimmt. Stattdessen wird versucht, das stark verschmutzte Image der Söldnerfirma nachträglich aufzupolieren. Und so wird das längst verschwundene Bärentatzen-Logo der Truppe dank der üblichen Vermarktungsstrategien wohl bald auf diversen T-Shirts und Taschen prangen. Und dem Ex-Navy-Seal und Obersöldner Prince, der in Dubai gerade eine neue Privatarmee aufbaut , nebenbei noch ordentlich Geld bringen.

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Kommentare

63 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Bitterer Sarkasmus

Die ist bis jetzt vor allem für ihre familienfreundlichen Sport- und Partyspiele bekannt. Doch Gamesverlage möchten mit der Kinect auch die erwachsene Zielgruppe erschließen.

Menschen im geschlechtsfähigen Alter, die diese Fähigkeit auch genutzt haben, um potentielle Rentenzahler zu schaffen und Verantwortung für den Fortbestand der Gesellschaft übernommen haben, sind keine Erwachsenen?

Menschen, die große Befriedigung darin sehen, mit Hilfe von mechanischen Gerätschaften simuliertes Leben auszulöschen, sind Erwachsene?

Verkehrte Welt heute?

Zeit - was soll das?

Moin,

ich bin alles andere, als ein Fan von Shootern. Doch dieser Artikel so unfassbar polemisch, unobjektiv - ja fast schon reißerisch hertzend gschrieben - das ich mich zeitweise versichern musste, auf keiner "Springer" Seite gelandet zu sein.

Objektive Berichterstattung sieht imho anders aus - das hier ist reine Hetze auf ein publikes Feindbild.

Ich bin dafür ...

... Krieg ist schon krank genug. Krieg zu spielen ist einfach nur pervers.
Ich verstehe nicht, wieso die Politik da nicht rechtzeitig entgegensteuert hat? Wie viele Amokläufe will man noch hinnehmenen, bevor es endlich zu einem Umdenken in der Gesellschaft kommt? Mir kann jetzt keiner mit einem fehlenden Zusammenhang kommen: Fakt ist, dass alle Kinder, die amokgelaufen sind solche bestialischen Spiele gespielt haben. Das trifft bspw. auf Erfurt, auf Winnenden und auf die Columbine-Amokläufer zu.
Klar, dass Fass ist eine gestörte Psyche und eventuell jahrelanges Mobbing, aber der Tropfen der das ganze zum Überlaufen bringt - so lehrt uns die Vergangenheit - sind mit ziemlicher Sicherheit Gewaltspiele, bei denen man die Abläufe (kein Mitleid, Abdrücken ohne sich groß Gedanken zu machen und natürlich auch Treffsicherheit) üben und - zum Schaden aller - perfektionieren kann.
Die aktuelle Entwicklung in der PC-Branche lässt diese Spiele immer realistischer wirken, sie werden auch dadurch ein Stück weit realer. Dadurch fällt es zunehmend schwerer, diese Vorgänge von der Realität abzutrennen, besonders für die unausgereifte Psyche eines Kindes (ja, ich weiß die Spiele sind alle ab 18, dennoch spielen es zum Großteil Kinder und Jugendliche, das ist Fakt!!!) ist leicht ein Zustand der Gleichgültigkeit menschlichem Leben erreicht. Wer ständig geistig mordet - sei es auch virtuell - hat eine niedrigere Hemmschwelle und weiß den Wert eines einzelnen Menschen nicht mehr zu schätzen.

Fakt ist?

"Fakt ist, dass alle Kinder, die amokgelaufen sind solche bestialischen Spiele gespielt haben. Das trifft bspw. auf Erfurt [...]"

Fakt? Beleg bitte. Im übrigen wäre es für alle Menschen deutlich gesünder, wenn man die Produktion von Waffen verbieten würde und sich alle nur noch virtuell die Birne wegblasen. Dabei würde keiner zu Schaden kommen. Außer, ein potentieller "Amokläufer" würde es dann mit einer DVD als Mordwaffe versuchen... weil Spiele ja töten oder so... wie auch immer die Medien schreiben.

Nur weil ein paar Psychos austicken (die übrigens alle im Schützenverein waren und Zugang zu Waffen hatten) austicken, darf man das nicht auf alle Zocker übertragen.

Ein Verbot würde ohnehin vom Bundesverfassungsgericht gekippt werden. Punkt 1: Kunstfreiheit (schlagt mal die Definition dafür nach laut BVerfG. Punkt 2: Grob unverhältnismäßig, wegen ein paar Irren Millionen Spieler auszuschließen.

Ob PC Spiele erwachsen sind oder nicht ist eine andere Frage. Allerdings eine, die nur einen selbst etwas angeht.

Ja, das wird wohl stimmen

dass die Amokläufer Ballerspiele gespielt haben - vielleicht auch nicht.

Aber weitere Fakten, die auf diese Amokläufer zutreffen könnten:

- Alle haben Leitungswasser getrunken!
- Alle haben Brot gegessen!
- Wahrscheinlich sind alle sogar morgens durch einen Wecker geweckt worden - aus dem Schlaf gerissen.

Das sind alles Faktoren, die man nicht vergessen sollte, dewegen:

Verbietet Wasser, Brot und Wecker!

Quellen?

Erfurt: (http://de.wikipedia.org/w...)

Winnenden: (http://www.pcgames.de/Jug...)

Columbine: (http://www.game7.de/3499-...)

So. Und was sind Ihre Quellen für die abenteuerliche Behauptung, dass virtuell Mord zu üben, 'gesünder' für alle Menschen ist? Und hören Sie mit Waffen auf - Sie wissen doch selbst, dass anstatt einer Pistole nicht die DVD-Hülle sondern ein Messer oder eine Rohrbombe eingesetzt werden würde. Die Kinder und Jugendliche finden immer einen Weg, ob jetzt mit oder ohne Waffe.
Das sowohl Robert S. als auch Tim K. im Schützenverein waren, ist ja kein Wunder. Schließlich haben sie ja Mord- und Tötungsfantasien durch den exzessiven Konsum menschenverachtender Spiele bekommen. Dass sie daher ein Schützenverein als Mittel zum Zweck wahrnehmen, verwundert wenig.

Malen Sie doch nicht alles schwarz und weiß. Computerspiele und insbesondere Gewaltspiele sind nicht 'weiß' und gut, sie sind böse und korrumpieren jede Seele eines Jugendlichen. Ich rede aus Erfahrung, nicht nur die gestiegerte mediale Aufmerksamkeit lässt mich zu meiner Einschätzung kommen - die Jugendkriminalität und Mordrate korreliert mit der vergesellschaftsfähigmachen von Gewaltspielen.

So leicht kann man sichs auch machen

Ich habe von einem generellen Waffenverbot gesprochen. Wie sollen Geistesgestörte dann ihre Tat vollbringen? Mit dem Küchenmesser? Millionen Spieler haben sich noch nie etwas zu Schulden kommen lassen und wegen einer Handvoll Verrückte werden sie alle in die gleiche Schublade gesteckt.

Aber gut, dass die Politik ein Verbot nie durchsetzen wird. Linkspartei, Piraten und nicht zuletzt auch das BVerfG würden sich immer dagegen aussprechen. Da können die konservativen Möchtegern-Jugendversteher poltern wie sie wollen.

Übrigens spiele ich seit ich fünf bin gewalttätige Comuputerspiele, habe aber noch niemals ein Tier geschweige denn einen Menschen verletzt. Ich bin auch kein Bahnhofspenner geworden, sondern Jura-Student. Und auf meine Freunde trifft dies ebenso zu. Wie passt das also in diese "Theorie", dass Spiele ALLE Jugendlichen verrohen lassen würden?

Mit dem Unterschied ...

... dass nahezu alle Menschen, zumindest hier, Brot essen, Wasser trinken und einen Wecker benutzen (sofern sie arbeiten.) Genauso gut könnten Sie noch Atmen mitreinnehmen und aufs Klo gehen natürlich auch. Vielleicht würden Sie dadurch erkennen, auf welchem Niveau sich Ihre Argumentation bewegt.
Ein Zusammenhang zwischen etwas, was auf nahezu alle Menschen zutrifft (Trinken, Essen, Atmen, Leben, usw.) mit etwas, was auf sehr, sehr wenige Menschen zutrifft (Amoklauf), hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit KEINEN Einfluss darauf.
Etwas wiederrum, was sowohl thematisch überpräsentiert (Mord von Menschen in Spielen), jedoch prozendual unterpräsentiert (gemessen an der Spieleranzahl der Gesamtbevölkerung) ist, jedoch genau ein noch kleinerer Teil der Bevölkerung (die Amokläufer) im überproportionalen Maße machen (nahezu 100% in den letzten 15 Jahre), weist sehr wohl einen Zusammenhang auf.

Ich weiß, es ist nicht so leicht nachzuvollziehen. Aber wenn Sie Ihre statistischen Kenntnisse etwas auffrischen, würden Sie es sich dreimal überlegen, bevor Sie Korrelationen ziehen, die lächerlich sind.
Nichts für ungut.

Verrohrung ist ...

... wie Sie auf Ihre Umwelt reagieren. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Sie durch diesen exzessiven Gebrauch gewaltverherrlichender Spiele sehr wohl verrohrt sind, das jedoch noch nicht erkannt haben.
Ich bin mir recht sicher - und der pawlowsche Reflex gibt mir hierbei recht - dass man zwangsläufig abstumpft, wenn man das Leid von Menschen - und sei es auch nur virtuell - ständig konditioniert. Dass es da an einem abprallt, ist eine logische Konsequenz aus dieser Vermutung.
Das Sie nicht Amoklaufen, oder ein Sozialversager sind, ist sehr erfreulich für Sie, stellt jedoch wie Sie schon sagten die Regelmäßigkeit vor. Wie es emotional in Ihnen aussieht, kann man anhand Ihres Lebenslaufes nicht herauslesen - ich bin mir aber recht sicher und die Befunde von Hernn Professor Dr. Pfeiffer geben mir da recht - dass dieser chronische Konsum (war es schon fast Missbrauch?) definitiv psychische Spuren hinterlassen hat.
Seien Sie ganz ehrlich zu sich selbst und hinterfragen Ihre Position zum menschlichen Leben und Leiden vor und nach Ihrer 'Killerspielzeit'. Wenn Sie wirklich keinen Unterschied bemerken und mit Ihrer Einschätzung recht haben - dann gratulation: Sie wären damit die absolute Ausnahme unter den Killerspielsüchtlern.

Pseudo-Argument

Ach, dieses Pseudo-Argument ist doch immer wieder herrlich: "Sie werden wohl schon verroht sein, merken das nur nicht!"
Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich das schon gelesen habe. Besser und überzeugender wird es dadurch jedoch nicht!

Übrigens wüsste ich doch mal gerne wie Ihre, in Post Nummer 9 angegebene, "Erfahrung" mit der seelenkorrumpierenden Wirkung von Ego-Shootern aussieht. Selbst amokgelaufen sind sie ja wohl nicht. Die weit überwiegende Anzahl der Spieler solcher Spiele übrigens auch nicht. Die Quote bleibt vernachlässigbar gering.

Schön finde ich aber auch Ihre Forderung nach einem Verbot damit zu "begründen", dass Jugendliche trotz Verbot diese Spiele spielen.

der mensch ist der mensch

menschen wollen eben was sie wollen. das ist in der regel nicht rational begründbar. und sie streben danach dieses verlangen zu befriediegn, auch dass nicht rational. und viele lassen sich in diesen handlungen zur befriedigung ihrer wünsche auch nicht stoppen oder einschränken, etwa durch gesetztliche bestimmungen. sei es alk, drogen, sex, shopping oder eben spiele.

erst wenn man diesen umstand als unveränderbare konstante erkannt hat, kann man überlegen wie man weiter handeln kann.

die politik kann - sofern sie wie bislang versucht menschen ein anderers leben beizubringen - da nichts ändern oder verbieten. lenken, steuern ein wenig vielleicht. aber was soll die politik da machen. erst mal anerkennen, dass der mensch als solches eben so ist.
verdammt viele von uns wollen ego-shooter spielen. viele wollen rauchen. viele wollen bier trinken und schweinsbraten essen.

sie denken es wären die spiele die leute zum ausrastenbringen??? ich finde es ist unsere leistungs- und konsumgeselschaft, die die menschen in den wahnsinn treibt.

wenn die politik was machen will oder soll, dann bitte an den wurzeln angreifen. nicht die spiele oder die drogen gehören verboten, sondern den menschen sollte ein leben ermöglicht werden, in dem das verlangen daraus zu entfliehen, etwa durch spiele oder drogen, geringer ist. aber wer ihm entfliehen will, sollte es auch dürfen. dass wäre eine nachhaltige veränderung.

,.....

und weil zur Zeit des Endes der Piratenunwesens im Atlantik eine bestimmte tropische Fliege ausstarb hats nun was miteinander zu tun ?

1. ein "menschenverachtendes" Spiel ?

BITTE ?

2. Amokläufe gibts schon ewig aus unterschiedlichen Gründen, das Kinder das nun tun, resultiert daraus das sie mit Columbine ein Vorbild bekamen das eine derartige mediale Aufmerksamkeit erfahrne hat das mehr und mehr gestörte Leute meinen sie könnten sich so nachruhm sichern.

......

" ich bin mir aber recht sicher und die Befunde von Hernn Professor Dr. Pfeiffer geben mir da recht - dass dieser chronische Konsum (war es schon fast Missbrauch?) definitiv psychische Spuren hinterlassen hat."

Und die Befunde der Universität Köln beweisen das Gegenteil und nun ?

Nur ein Tipp, Pfeiffer ist in Niedersachsen, wo Leute an der macht sind, die zu den schärfsten Agitoren gegen Computerspiele gehören und die zahlen Pfeiffers Schecks...

"Sie wären damit die absolute Ausnahme unter den Killerspielsüchtlern."

Welche beweise haben sie ?

Kriminalität korreliert mit Gewaltspielen? Na hoffentlich!

"die Jugendkriminalität und Mordrate korreliert mit der vergesellschaftsfähigmachen von Gewaltspielen."

Na Gott sei Dank ist die Mordrate seit mehr als 20 Jahren rückläufig und war auch nie so niedrig wie heute. Gleiches gilt für die Jugenkriminalität -auch hier ein Rückgang seit zwanzig Jahren.

Vieleicht sollten sie nicht so viel BILD schaun..

ich...

... spiele selbst mein leben lang shooter, kriegsspiele etc etc. die ganze gamerpalette eben.
ich stelle an mir selbst keinerlei agressionsdrang fest, ich finde krieg genauso bestialisch wie die meisten und das letzte mal habe ich mich in der siebten klasse geschlagen.
fakt ist einzig und allein, dass ca 80% der männlichen jugendlichen heutzutage schon killerspiele gespielt haben. sie sind einfach in mode.
sicherlich wird man während des spielens auch mal frustriert, oder wütend sein, ich muss allerdings sagen, dass ich bei shootern noch niemals agressiv sachen durch mein zimmer geschmissen habe, bei jump&run spielen ala super mario allerdings fuuurchtbare wutanfälle bekomme und die nichtmal an den behämmert aussehenden klumpviechern auslassen kann! ;)
[...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei sachlichen Argumenten. Danke. Die Redaktion/sc

Zwar habe ich keine Daten parat...

...aber ich bin mit Spielen aufgewachsen, und gerade Counterstrike hat damals so ziehmlich JEDER Jugendliche gespielt. Auch wenn sie das vllt. nicht wahrhaben wollen, aber "gewaltverherrlichende" (der Begriff trifft de facto nur auf ganz, ganz wenige zu...) Spiele sind für die jüngeren Generationen genauso selbstverständlich wie Buch und Film.

Nach ihrer Argumentation müsste man diese, und vieles Anderes, auch verbieten.

Übrigens: Eine Studie hat gezeigt dass fast alle Massenmörder Tagebuch schrieben! Hier scheint es eine tatsächliche Korrelation zu geben, schließlich schreiben nicht gerade viele Menschen Tagebuch.
Ich fordere also: Verbietet Tagebuchschreiben!

(Übrigens: Sie können solche Spiele garnicht "verbieten", die kann man nähmlich aus der ganzen Welt im Netz beziehen, und solange wir keine Chinesischen verhältnisse haben, wird dass auch jedes Kiddie hinbekommen)

Zum Artikel:

Wie der Typ da rumhüpft ist ja mal mehr als lachhaft! Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Person über 10 Jahren daran überhaupt Interesse hätte, deshalb ist es wohl auch so unblutig.

Gehört in die Mülltonne

Jurastudenten mögen ja resistent gegenüber allen möglichen Gewaltspielzeug sein...

Wird als "packender Ego-Shooter mit Realitätsanspruch" beworben! Was für ein Schwachsinn, dieses Zeug als "Kunst" zu betrachten... Als gesichert kann aber gelten, dass zumindest labile Charaktere von dem Zeug sehr negativ beeinflussbar sind. Ansonsten ist diese Art von Spiele in jeder Hinsicht entbehrlich. Sie haben schlicht keinerlei Nutzen.

-> Ab in die Mülltonne!

Statistik?

Sie haben exemplarisch 3 "Amokläufe" herausgegriffen, bei welchen von den betreffenden Tätern Shooter gespielt wurden.

Was aber sind jetzt die statistischen Implikationen daraus?

Zunächst einmal muss die Datenbasis groß genug sein, da nur so andere Faktoren nach dem Gesetz der großen Zahlen einen so geringen Einfluss auf die statistische Interpretation haben, dass man überhaupt Aussagen treffen kann.

Da es an dieser Basis mangelt, muss man zwangsläufig auch weitere Faktoren betrachten, in der Diskussion unter Psychologen wird ebenfalls darüber diskutiert, dass - exemplarisch an diesen 3 Fällen demonstriert - alle späteren Täter Opfer von Ausgrenzung und Mobbing waren.

Weitere Faktoren können psychische Vorerkrankungen sein, die allerdings im Nachhinein praktisch kaum noch nachweisbar sind.

Es bleibt hier also das Problem, dass man eben - aufgrund dieser 3 Fälle - keine zuverlässige, mathematische Aussage über die zugrundeliegenden Kausalitäten treffen kann.

Vermutlich ist das Problem auch nicht monokausal, sondern das Produkt verschiedener Faktoren.

Auf diesem Gebiet ist mehr Forschung nötig, für absolute Aussagen ist es jedenfalls zu früh.

Killerspiele

Das ist nur ein Beispiel, das Ihre unsinnige Argumentation enttarnt, indem noch etwas mehr übertrieben wird.
Ein sehr großer Anteil (männlicher) Jugendlicher spielt besagte Spiele. Sie laufen dennoch fast nie Ammok.
Es laufen auch Menschen ammok, die diese Spiele nicht spielen, anzunehmen, dass es da auch Fälle mit Jugendlichen gab.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein jugendlicher solche Spiele spielt ist sehr hoch, die Fallzahlen von Ammokläufen sehr gering. Schon daraus ergibt sich eine sehr geringe Signifikanz der Beobachtung.
Selbst wenn die Korrelation gegeben ist, gibt es noch keinerlei Aussage zur Kausalität. Allein die Tatsache, dass solche Täter natürlich Gewaltphantasien haben, könnte veranlassen, dass sie auch noch mehr Interesse an solchen Spielen haben als der durchschnittliche Jugendliche ohnehin.

Faszination von Gewalt ist im Übrigen ja nichts neues. Das beste Beispiel dafür ist z.B. das Boxen. Ein reales "Spiel" bei dem es darum geht, den Gegner bewusstlos zu prügeln.

Sie haben keine Ahnung von dem Thema

Na dann hoffe ich doch mal sehr das auch die ganzen Actionfilme mit verboten gehören. Inspiration von Schwarzenegger, James Bond, Rambo und Co. gibt es mehr als genug. Solche Leute wie Sie es sind, sind ja eigentlich meist erst der Grund für Amokläufe.
Wir sollten also alle in einer heilen Blümchenwelt leben?
Hm...? Villeicht sollte man diesen Zeitvertreib wirklich abschaffen und wieder zu den Schwertern greifen und wieder wie Barbaren leben?
Leben Sie ihren Aberglauben ruhig weiter wenn Sie meinen das Videospiele der Grund für Aufälliges verhalten sei. Das seltsame ist nur das Leute die solche Videospiele spielen eher sehr vernünftig sind im direkten Vergleich zu Terroristen die sicherlich nicht jeden Tag solche Games spielen und trotzdem eine Macke haben. Hm...? Worin könnte hier wohl der Grund liegen? Ah...die Religion, ganz klar dann müssen ab sofort alle Religionen abgeschafft werden.
Also ich weis ja nicht wie es anderen ergangen ist aber mir wurde als Kind immer gesagt: "das ist doch blos ein Film, das sind nur Schauspieler, das passiert nicht in Echt" Und sind denn Videospiele Echt?
Sie haben keine Ahnung von dem Thema und keine Ahnung wovon Sie reden.