Das ist kein Spiel. Selbst der Schöpfer von To The Moon , der Spielentwickler und Komponist Kan Gao , bittet darum, sein Werk nicht als Spiel zu betrachten, und auch nicht als Buch oder als Trickfilm: "Schaut einfach, ob es ein geeigneter Weg ist, eine Geschichte zu erzählen."

Der Protagonist dieser Erzählung ist Johnny, ein alter Mann, der im Sterben liegt. Johnnys letzter Wunsch: Er will zum Mond fliegen. Genauer gesagt: Er will auf den Mond geflogen sein. Helfen sollen ihm dabei zwei Wissenschaftler: Dr. Eva Rosalene und Dr. Neil Watts. Die können ihn zwar nicht wirklich auf den Mond befördern, aber sie können mit Hilfe einer Maschine in seine Erinnerungen eindringen und diese verändern. Wenn sie Erfolg haben, wird Johnny sterben. Aber er wird es in der Überzeugung tun, auf dem Mond gewesen zu sein, sich seinen größten Traum erfüllt zu haben. 

Vor allem aber werden er und der Spieler – wenn die Mission gelingt – wissen, warum er überhaupt auf den Mond wollte. Denn der Grund für seinen sehnlichsten Wunsch ist zu Beginn völlig unklar. Dr. Rosalene und Dr. Watts bewegen sich deshalb rückwärts in Johnnys Erinnerungen, um das Rätsel zu lösen. Wer sich deshalb aber an Filme wie Memento und Inception erinnert fühlt und entsprechende Action erwartet, wird enttäuscht.

Obwohl Johnnys Zeit abläuft, ist das PC-Spiel das genaue Gegenteil von hektisch : Die sphärische Musik von Gao und der Komponistin Laura Shigihara , die charmanten – ausschließlich geschriebenen, nicht gesprochenen – Dialoge und selbst die pixelige Mimik und Gestik der winzigen 2D-Figuren nehmen jedes Tempo aus dem Rollenspiel. Beziehungsweise aus der Geschichte. Viel mehr als simple Point-and-Click -Aktionen werden vom Spieler/Zuschauer nicht verlangt. Etwa fünf Stunden dauert es, bis alle Rätsel gelöst sind.

In dieser Zeit stellt Kan Gao Fragen, vor deren ehrlicher Beantwortung sich viele Menschen wohl lieber drücken: Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, was würde ich anders machen? Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich eine einzige andere Entscheidung getroffen hätte? Gibt es etwas, das ich immer bedauern werde?

Der Spielentwickler Gao stellte sich diese Fragen selbst, als sein Großvater einen Herzinfarkt erlitt. Das Spiel hat auch sonst autobiografische Züge , wie Gao in Interviews sagt.