ComputerspielMass Effect 3 wird erweitert

Die Macher von "Mass Effect 3" wollen mit Zusatzmaterial das Spielfinale verständlicher machen. Zuvor hatten Spieler in einer Petition um einen neuen Schluss gebeten.

Der Protest gegen das Ende des Action-Rollenspiels Mass Effect 3 war groß. Nun will die Firma BioWare einlenken. Im kommenden Sommer soll eine Erweiterung namens Extended Cut zum freien Download veröffentlicht werden, schreibt das Web-Portal golem.de. Der Seite zufolge sollen zusätzliche Filmsequenzen und Epilogszenen zugänglich sein.

Viele User hatten sich zuvor über das Ende der Mass-Effect-Triologie entrüstet gezeigt. Das Ende war ihnen zu pessimistisch, außerdem wurden Logiklücken und inkonsequentes Game-Design kritisiert. Während der Spieler im Spielverlauf zunächst viele grundlegende Entscheidungen treffen konnte, bestand der Schlussakt hauptsächlich aus einer Videosequenz, und der Spieler konnte den Verlauf nur noch einmal beeinflussen. Obwohl es nach Angaben von BioWare 16 verschiedene Schlussmöglichkeiten je nach Spieltaktik gab, variierte das Videomaterial der jeweiligen Schlussszene kaum. In einer gemeinsamen Petition haben Kritiker BioWare gebeten, das Ende neu zu gestalten.

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Diese Forderung wurde jedoch zurückgewiesen. Die Spielemacher hätten sich ihrer Integrität beraubt gesehen. Der Mitbegründer und Chef von BioWare, Ray Muzyka, sagte, dass die Firma mit der Erweiterung eine gute Balance gefunden habe. "Wir liefern die von den Spielern gewünschten Antworten und bewahren gleichzeitig die künstlerische Vision des Teams für das Ende dieses Storybogens im Mass-Effect-Universum", zitiert golem.de Muzyka. Das neue Finale soll für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 erscheinen.

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Leserkommentare
  1. Wenn man von einem Thema keine Ahnung hat oder sich schlicht nicht dafür interessiert, sollte man gelegentlich einfach mal den Nuhr machen.

    Gut, dass die Zeit verstanden hat dass Spiele längst aus der "Schmuddelkinderecke" herausgetreten sind.

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  2. So, hier mal 2 Links, die Klarheit in die ganze Angelegenheit bringen dürften.

    1. Was der Extended Cut ist und was nicht von offizieller Seite: http://blog.bioware.com/2...

    2. Ein Schreiber von Bioware über die Hintergründe: http://www.gamesthirst.co...

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    Super vielen Dank für die beiden Links.

    Wenn das stimmt, was in dem zweiten Artikel steht, dann ist die Abänderung des Ende keine Frage von künstlerischer Integrität sondern eine Frage des Egos von Casey Hudson und Mac Walters.

    Der große Unterschied von Computerspielen zu anderen Kunstformen ist der, dass der künstlerische Prozess stark kundenorientiert sein muss. Wenn ich meinen Fans und Kunden ein Kunstwerk/Spiel liefere, dass ihnen nicht gefällt, dann werden diese zum einen dem Spiel schlechte Kritiken vergeben (siehe metacritic und amazon) und zum anderen zukünftige Spiele nicht mehr blind kaufen.

    Die beiden Hauptkritikpunkte zum Ende von ME3 sind ja die unzähligen Logiklöcher und der vollkommen inkonsequente Erzählstil im Vergleich zum Rest von ME3 sowie ME2 und ME1.

    Zumindest die Logiklöcher kann man nicht schönreden. Es würde jetzt von großer Reife von Bioware zeugen, zuzugeben dass man beim Ende Fehler gemacht hat. Und gemeinsam mit dem extrem kreativen Input der Community (Indoctrination Theory) könnte man jetzt ein neues variantenreiches Ende ohne Logiklöcher konzipieren.

    Computerspiele sind interaktive Kunstwerke und die Entwickler sollten lernen über ihren eigenen Schatten zu springen und die Fans aktiver in die Gestaltung dieser Kunstwerke miteinbinden.

    Wer von euch Skyrim schonmal gespielt hat weiß, dass der große Erfolg dieses Spiel unter anderen auch an den unzähligen Mods liegt, die die Fans für dieses Spiel entwickelt haben.

    hat nachweislich diese Aussagen nicht getätigt, da hat jemand Schindluder mit seinem Account in einem Forum getätigt.

  3. 17. ......

    Die Indoktrinationstheorie wurde am Freiten bei der PAX ausgeschlossen. Somit ist Ihre Theorie widerlegt worden. Man hätte es so enden lassen, hat man aber nicht.

    Außerdem sollte man die Sequenz nach den Credits anschauen. Wenn die IT stimmen würde, wäre diese Sequenz vollkommen sinnlos.

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  4. Erstmal vorweg: Diese ganze Geschichte mit dem Unmut der Fans über das Ende finde ich äußerst spannend, da es eventuell weitreichende Konsequenzen haben könnte.
    Nicht umsonst lehnen auch andere Entwickler ein Ändern der Geschichte aufgrund der Fans heftig ab und stehen Bioware bei. Es geht um die Frage, wie viel Einfluss Konsumenten auf ein Kunstwerk nehmen können/dürfen.

    Das Problem ist aber nicht, dass viele aufgrund persönlicher Abneigung das Enden nicht mögen (eher kein Happy End), das ist ja das gute Recht der Künstler ihre Vision durchzusetzen, ich hätte beispielsweise kein Problem damit gehabt wenn Harry Potter am Ende des letzten Bandes gestorben wäre.

    Nein, es geht vielmehr darum, dass das Ende die vorher getroffenen Entscheidungen ignoriert und gar keinen Sinn ergibt bzw grobe Logiklücken aufweist (Zum Beispiel hätte ich sehr wohl ein Problem damit, wenn Harry Potter sich auf ein Mal eine Pistole nimmt und damit mal ordentlich aufräumt, das passt nun mal nicht)

    Zur Indokrination: Was mich davon abhält daran zu glauben, sind die Reaktionen von Bioware: Es wirkt einfach so, als ob sie von der Kritik völlig überrascht sind und an ihrer künstlerischen Vision festhalten wollen.

    Das mit der künstlerischen Vision kann ich ja nachvollziehen, aber grobe Logikfehler und ein spielmechanisch derart schlechtes Ende verdienen meiner Meinung nach eine Änderung.

    PS: Wenn man sich nur mal im Netz umschaut, gibt es sehr gute Auflistungen bzw Videos, die die Schwächen aufzeigen

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  5. Der "Extended Cut" ist kein Kompromiss, sondern eine reine PR-Strategie nach dem Motto "wir haben doch eingelenkt, warum sind die Kritiker denn immer noch nicht zufrieden?"

    Fakt ist: das Ende wird nicht verändert, unter Verweis auf "künstlerische Integrität", was für mich in diesem Zusammenhang nur ein Chiffre ist für: "Wir können nicht öffentlich eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben, und versteifen uns deshalb auf unsere Position".
    Aus der Politik ist man so etwas ja gewohnt, aber hier gleicht dies wirklich einer Bankrotterklärung.
    Kein Wunder, dass EA zum schlechtesten Konzern der USA gewählt wurde!

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  6. NICHT zugehört haben, bzgl. der konstruktiven Kritik ihrer Fanbase, aber das ist ja bzgl. ME3 leider nicht das erste Mal, dass medienwirksame Versprechung nicht mit der Realität übereinstimmen.

    Naja, zumindest ein kleiner Teilerfolg von Retake Mass Effect... Bioware als Spieleentwickler ist seelisch leider tot und wird früher oder später ebenso von EA entsorgt, wie Westwood.

    Man kann nur hoffen, dass CDProject und Bethesda nicht auch noch an EA fallen und verdorben werden.

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  7. Bezüglich den Vorzeichen stimme ich mit Ihnen überein - das war in der Tat sehr gelungen. Ich fürchte aber, wir werden keine Einigkeit bezüglich der Qualität der Endsequenz erzielen - zumindest nicht unter den gegebenen Rahmenbedingungen.

    Während man am Ende von Blade Runner beide Interpretationen problemlos vertreten kann (wurde zwar zwischenzeitlich aufgelöst, was mir aber erst kürzlich zu Ohren kam) - das Ende von Mass Effect kann man dagegen praktisch nicht für bare Münze nehmen.

    Meine Vermutung ist daher auch, dass auf positive Spekulation gehofft wurde und die Reaktion der Fans auf das jetzige Ende ziemlich falsch eingeschätzt wurde.

    So oder so denke ich, man hätte zur PAX sofort nachlegen müssen - denn selbst wenn Bioware mit dem Sommer-DLC die nötigen Schritte einleitet, dürfte eine Menge Verbitterung zurückbleiben. Ich würde sogar annehmen, dass der Fall Bioware vs. the Mass Effect-Fans einmal in die Lehrbücher zur PR in Zeiten der sozialen Netzwerke eingeht - als Beispiel, wie man es besser nicht macht.

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  8. Wieviel Potential dieses Thema bietet. Böses EA. Bioware. Versiebtes Ende. Leider stecke ich immer noch mitten in Teil 2 aber die verflixte Neugier hat mich nun eben doch vieles lesen lassen was ich lieber hätte sein lassen sollen.

    Den zweiten Link von Dystopya kann ich nur empfehlen. Sieht man doch dort recht genau wie man das Ende besser hätte ausarbeiten können. Welches wohl auch teilweise eben die Inhalte sind die Bioware nun nachschieben will.

    Warum sind diese Sequenzen nicht gleich drin gewesen, und wo sind die !echt! anderen Enden die alle erwartet haben angesichts der vollmundigen Versprechen?

    Das hätte Bioware und EA klar sein müssen das bei einem Projekt wie ME solche Versprechen gewaltige Ansprüche wecken.
    Diese dann nicht Ansatzweise zu erfüllen ist, pardon, dämlich.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Computerspiel | Download | Protest | Xbox | Chef | Sommer
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