Computer gibt es schon ziemlich lange. Was auch bedeutet, dass viele digitale Informationen so verschüttet sind, dass es Archäologen braucht, um sie wiederzufinden. Jordan Mechner ist zum Archäologen in eigener Sache geworden. Mechner ist der Entwickler des legendären Computerspiels Prince of Persia und hat jetzt, nach mehr als zwanzig Jahren, den Quellcode des Games wiedergefunden und veröffentlicht.

Prince of Persia erschien 1989 , erst für den Apple II, dann für eine ganze Reihe weiterer Plattformen. In Echtzeit musste der Held durch Höhlen und Paläste schwingen und rennen und eine Prinzessin retten, um mit der Hochzeit dann zum Prinzen von Persien zu werden. Es war damals ein Hit, unter anderem weil Mechner sich bemüht hatte, menschliche Bewegungen naturgetreu zu animieren. Das Spiel wurde der Beginn einer ganzen Reihe von Abenteuer-Games mit diesem Titel. 

Das Original aber ging verloren. Mechner schreibt, er habe seine Sicherungskopien von damals eine Weile vergeblich gesucht und sie längst vernichtet geglaubt. Bis er sie nun wiederfand.

In zwei Texten auf seiner Website erzählt Mechner, wie es dazu kam. Angefangen hatte es mit einer Kiste, die ihm sein Vater geschickt hatte und die originale Disketten von 1989 mit dem Code enthielt. Aus Angst, die Daten darauf zu zerstören, legte er sie nicht gleich in ein Laufwerk, sondern holte sich die Hilfe von Experten für digitale Archivalien.

Magnetspeicher vergessen

Alte Datenträger auszulesen ist komplexer, als es klingt. Denn magnetische Speicher, zu denen Disketten und Laufwerke gehören, sind nicht sehr haltbar. Sie vergessen mit der Zeit, Staub und Beschädigungen können sie schnell komplett unbrauchbar machen. So ist denn auch Mechners Text, der die Ausgrabung beschreibt, der sehr viel längere .

Nachdem er die Nachricht von seinem Fund verbreitet hatte, hätten sich mehrere Experten angeboten zu helfen. Neben dem digitalen Archäologen Jason Scott waren da noch ein Apple-II-Sammler und zwei Firmen für Datenrettung. Gemeinsam lasen sie die Daten aus und konnten sie tatsächlich vollständig extrahieren.

Das Ergebnis veröffentliche Mechner anschließend auf der Plattform Github . Der Code könne nach Belieben studiert und bearbeitet werden, schreibt er. Solange das Ergebnis nicht die Markenrechte von Ubisoft verletze, da der Konzern die Reihe noch immer vertreibt.

Dort steht der Code also nun, zumindest solange die Daten dieser Cloud immer wieder erfolgreich auf neue Systeme überspielt werden.